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Wirteverband Basel-Stadt

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21.09.2017

Freiburg entwickelt Tourismusstrategie weiter

Leitbild mit Leitzielen

Freiburg im Breisgau hat sein Tourismuskonzept einer Überarbeitung unterzogen. Das Papier zeigt, wie vorhandene Entwicklungspotentiale erschlossen werden können. Angestrebt wird vor allem ein qualitatives Wachstum.

Die Tourismusstruktur in Freiburg hat sich in den letzten Jahren massgeblich verändert. Die Übernachtungszahlen liegen mit 1.4 Millionen mehr als doppelt so hoch wie vor dreissig Jahren. In diesem Zeitraum hat sich auch das Buchungsverhalten grundlegend verändert.

Das Beratungsunternehmen «Projekt M» hat nun im Auftrag der Vermarktungsorganisation FWTM ein Konzept zur strategischen Weiterentwicklung des Tourismus in der Schwarzwaldmetropole erstellt. Begleitet durch Expertengespräche und Workshops ist ein vielschichtiges Papier entstanden, das auch die Digitalisierung und das veränderte Kommunikationsverhalten beleuchtet.

Das Konzept hat 87’000 Euro gekostet, inklusive einer noch laufenden Gästebefragung. Es enthält 82 Vorschläge für Infrastruktur- und Marketingmassnahmen, darunter zwanzig Schlüsselmassnahmen, die je nach Priorität in den kommenden fünf bis zehn Jahren unter Einbezug der jeweiligen Akteure zur Umsetzung gelangen sollen.

Laut FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann ist für Freiburg der Tourismus nicht nur wegen des Einkommens und der Arbeitsplätze von grosser Bedeutung: «Millionen Besucher tragen jedes Jahr das positive Image von Stadt und Region weltweit weiter.»

Gemäss Konzept steht die Destination für Lebensqualität, Authentizität und Nachhaltigkeit. Während Freiburg ein Sehnsuchtsort für Gäste ist, ist er auch Wohn- und Arbeitsort für die einheimische Bevölkerung. Touristisches Wachstum und Stadtverträglichkeit sollen deshalb im Einklang miteinander stehen. Freiburg will sowohl Besuchern als auch Einwohnern «ein entspanntes, authentisches, komfortables, barrierefreies, gesundes und grünes Stadterlebnis» bieten.

Es soll keinen grundsätzlichen Wandel im Freiburg-Tourismus geben, sondern eine Weiterentwicklung und Schärfung der bestehenden Inhalte. Als spezifische Leitziele wurden das Prinzip «Übernachtungstourismus vor Tagestourismus», die Erhöhung der Verweildauer, eine stetige Erhöhung der Angebotsqualität und eine bessere saisonale Verteilung der Gästeankünfte definiert. Priorisiert wird ein Qualitätstourismus mit Individualreisenden und Fachbesuchern. Nicht zuletzt will Freiburg den Tourismus auf die Region und Partner wie das «Upper Rhine Valley» ausrichten.

Auf Grundlage der Leitziele wurden fünf Erlebniswelten entwickelt, die zukünftig als Handlungsfelder und Kommunikationskanäle dienen. «Stadterlebnis Freiburg» steht dabei für das Erleben von Geschichte und Kultur, das Entdecken der Altstadt und die besondere Lebensfreude. Die Erlebniswelt «Green Destination Freiburg» steht für die grüne Seite der Stadt, für Natur inmitten des städtischen Lebens, für die fantastischen Aussichten und das Entdecken des Umlandes.

Der Fokus der Erlebniswelt «Gesundheit» liegt auf Aspekten der aktiven Erholung in der Natur, der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit, dem Energietanken für die Seele und nachhaltiger Genussmomente. Unter dem Begriff «Business Location Freiburg» werden der MICE-Standort, eine innovative Infrastruktur und optimale Angebote für Kongressgäste, Bildungssucher und Wissenschaftler zusammengefasst. Die Rede ist ferner von einer «Genuss-Triade»; gemeint sind Kunst, Kultur und Kulinarik. Den Gästen sollen Einblicke in die Museen und Küchen der Region eröffnet werden.

Als Hauptzielgruppen werden Singles und Paare mittleren Alters, Best Ager sowie Geschäftsreisende bezeichnet, ergänzend auch Familien, junge Leute und (internationale) Studierende, Fachgruppen, Gruppen- und Busreisende. Bei der wertebasierten Segmentierung bemüht das Konzept das Schlagwort «LOHAS» (Lifestyle of Health and Sustainability). Diese Gruppe verkörpere eine Wertehaltung, die sich mit der angestrebten Positionierung der Destination stark decke.

Die vorgeschlagenen Massnahmen beinhalten eine emotionalere Gästeansprache durch «Storytelling», Bildsprachen in Printmedien, auf einer neuen Homepage und Social Media, eine bessere Besucherlenkung, ein MICE-Netzwerk und die Entwicklung einer Tagungsmarke. Das Angebot an Stadtführungen soll weiterentwickelt werden. Vorgeschlagen werden ausserdem die Zertifizierung von Tagungsräumen, die Profilierung der Hotellerie und eine Qualitätsinitiative in der Gastronomie. Ferner soll unter Einbezug der Region ein Konzept «Weinstadt Freiburg» erstellt werden.


Hat Freiburg Bedarf nach weiteren Hotels?

Eine Hotelbedarfsanalyse bescheinigt Freiburg auch nach Eröffnung von vier neuen Markenhotels mit zusätzlichen 750 Zimmern einen gesunden und stabilen Markt. Dafür sprechen ein gutes Auslastungs- und Preisniveau. Ob und wie viele weitere Hotelzimmer benötigt werden, hänge massgeblich davon ab, welche Projekte umgesetzt werden.

Ein besonderer Bedarf wurde in den Bereichen «junges Tagungshotel mit Co-Working-Flair» oder einem Hostel für die Generation Y sowie gegebenenfalls einem Rad- oder Weinhotel am Stadtrand ausgemacht. Es wird zudem empfohlen, die bestehenden Betriebe weiterzuentwickeln. Dies beinhaltet sowohl die qualitative Verbesserung als auch eine stärkere inhaltliche Profilierung. «Kleine Hotels mit Charme sind durchaus konkurrenzfähig, dazu ist es jedoch notwendig, dass sich die Individualhotellerie in Freiburg eindeutig positioniert», schreiben die Studienautoren.

Tagungskapazitäten reichen nicht aus

Freiburg im Breisgau hat sich dank guter Infrastruktur in den letzten Jahren als Messe-, Tagungs- und Kongressstandort etabliert. Regelmässig halten Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbände in Freiburg Konferenzen, Kongresse und Tagungen ab. Ab einer gewissen Grösse oder wenn mehrere Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden sollen, können diese jedoch nicht mehr realisiert werden, weil die vorhandenen Kapazitäten in der Stadt derzeit nicht ausreichen.

Die Analyse des Raumbedarfes verdeutlicht ein Defizit bei Räumlichkeiten mit 500 bis 700 Sitzplätzen. Es fehlt an Einrichtungen mit mindestens vier modular gestaltbaren, multifunktionalen Tagungsräumen. Ebenfalls limitiert sind geeignete Locations für Event- und Abendveranstaltungen sowie ausreichende Kapazitäten in gastronomischen Einrichtungen.

Positive Entwicklung

Im ersten Halbjahr 2017 verzeichnete das Statistische Landesamt insgesamt 643’000 Übernachtungen in Freiburg. Das entspricht einem Plus von 3.5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Hotelauslastung stieg um 0.3 Prozentpunkte. In Freiburg gibt es 5777 Hotelbetten. Die Schweiz ist mit 54'802 Logiernächten der wichtigste ausländische Quellmarkt. Dahinter folgen mit beträchtlichem Abstand Frankreich mit 16’797 und die USA mit 14'217 Einheiten.

Der MICE-Bereich wurde unter anderem durch den Bau des Konzerthauses gefördert. Bild: freiburg.de


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