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Wirteverband Basel-Stadt

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16.11.2012

Selbst Nichtraucher lehnten Lungenliga-Initiative klar ab

Besonders hohe Nein-Anteile in ländlichen Gemeinden

Eine Abstimmungsanalyse des Meinungsforschungsinstituts gfs Bern zeigt, dass viele Stimmbürger ihre anfängliche Sympathie für die Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauchen im Laufe der Kampagne verloren, weil sie die Zwängerei dahinter realisierten.

Die Volksinitiative "Schutz vor Passivrauchen" ist mit rund 66% Nein-Stimmen klar an der Urne gescheitert, sogar in Kantonen mit restriktiven Rauchverboten. Nur Genf stimmt der Lungenliga-Initiative knapp zu, im Tessin gab es eine knappe Ablehnung.

Die Analyse von gfs Bern zeigt, dass der Unterschied anhand der kantonalen Regelungen im Kampagnenverlauf weitgehend verschwand. Zwar hatte die Vorlage in der französischen und italienischen Schweiz mehr Anhänger als in der Deutschschweiz, doch am Schluss spielte die Sprachregion eine kleine Rolle.

Mitentscheidend dürfte der Grad der Urbanität gewesen sein – konkret der Individualisierungsgrad und der Anteil Personen, die im Dienstleistungsbereich arbeiten. In städtischen Kantonen mit einem hohen Anteil von Personen im Dienstleistungssektor war der Ja-Anteil relativ hoch.

Hier kommt wohl die städtische Eigenwahrnehmung, besonders fortschrittlich zu sein, zum Ausdruck. Zwar reichte das nur in Genf für eine Ja-Mehrheit, aber es war am Schluss der am stärksten aufkommende regionale Konflikt. In Lausanne stimmten 44 Prozent und in Basel 41 Prozent Ja. Die Initiative wurde übrigens auch von einer Mehrheit der SP-Wähler abgelehnt, obwohl die Partei sie offiziell unterstützte.

In industriell geprägten Kantonen mit einem hohen Anteil Erwerbstätiger im zweiten Sektor oder in Kantonen mit starkem Bauernstand waren die Ja-Anteile ausserordentlich tief. Beispiele sind Boncourt JU mit 12 Prozent Ja oder Emmeten NW mit 24 Prozent Ja.

Bereits eine Umfrage vom 4. September bestätigte einen klaren Unterschied zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Am Schluss lehnten auch 59 Prozent der Nichtraucher die Initiative ab. Bei den Rauchern waren es gar 92 Prozent.

Das Stimmverhalten war auch stark vom Alter beeinflusst. Bei Personen unter 40 war die Zustimmung mit 43 Prozent höher als bei Stimmenden über 70, von denen weniger als ein Viertel ein Ja einlegten.

Eine grosse Mehrheit der ablehnenden Personen nannte die Furcht vor einer Einschränkung der individuellen Freiheit als Hauptgrund. Auch die Ablehnung exzessiver Verbote war ein Motiv. Bei den Befürwortern wurde der Schutz der Gesundheit am häufigsten als Argument genannt.

Interessant ist gemäss gfs Bern der starke Rückgang des Ja-Anteils im Kampagnenverlauf. Der Startschuss der Kampagne zeigte eine Symapthiewelle für das Ja. Im weiteren Verlauf genügten aber die klaren Botschaften der Gegner für den Umschwung.

Rund um die bestehende Regelung und die konkreten Auswirkungen beispielsweise am Arbeitsplatz oder im Gastgewerbe verstärkte sich die Wahrnehmung, dass die Initiative zu weit gehe. Sie wurde von vielen als Zwängerei beurteilt.

Die Analyse basiert auf einer Umfrage im Nachgang zur Abstimmung. Insgesamt befragte gfs Bern 1501 Personen aus allen drei Sprachregionen. Die Daten wurden durch die Abteilung für Politikwissenschaft der Universität Genf ausgewertet.

Kantone mit starkem Dienstleistungssektor lehnten die Initiative weniger stark ab. Grafik: Gfs Bern


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