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Wirteverband Basel-Stadt

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03.12.2015

45 Städtedestinationen unter der Lupe

Hohe Frequenzen führen zu Spannungen mit Einwohnern

Das Beratungsunternehmen Roland Berger analysierte europäische Städteziele. Massgebende Kriterien waren die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen, das Bettenwachstum, der Umsatz, die Internationalität, die Erreichbarkeit und das Kongresswesen. Überraschungssieger ist die türkische Metropole Istanbul. Reiseziele wie Prag, Amsterdam oder Dubrovnik haben zunehmend Mühe, die hohe Tourismusdichte zu verkraften.

Europa-Reisende fokussieren immer stärker auf Städte. So nahmen die Ankünfte in Europa zwischen 2005 und 2015 um 14 Prozent zu, diejenigen in Städten um 38 Prozent, so die Hauptergebnisse der neuen Studie "European City Tourism 2015" von Roland Berger und der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Dabei wurden 45 Grossstädte Europas unter die Lupe genommen.

Zu hohe Tourismusdichte?

"Unsere Untersuchung bestätigt die anhaltende Attraktivität des Städtetourismus", betont Dr. Vladimir Preveden, Managing Partner von Roland Berger Wien. "Mit der Wertschöpfung in vor- und nachgelagerten Brachen ist der Städtetourismus ein entscheidender Faktor für die europäische Wirtschaftsentwicklung."

Die Studie teilt die europäischen Städte in drei Clustergruppen nach verschiedenen Kriterien ein. Dazu gehören z.B. die Anzahl der Übernachtungen pro Besucher und die Relevanz als Kongressstadt. Das erste Cluster umfasst Grossstädte mit mehr als zehn Millionen Übernachtungen pro Jahr: Hier belegen Istanbul, Amsterdam und Paris die ersten Plätze, Wien erreicht hinter London Rang fünf in der Spitzengruppe.

In diesem Cluster geben Städte wie Paris, Amsterdam und Prag Grund zur Sorge: "Die Tourismusdichte ist in diesen Ballungszentren extrem hoch", erklärt Preveden. "Das Verhältnis von Übernachtungen im Vergleich zur Einwohnerzahl ist nicht mehr balanciert. Und dies könnte in Zukunft zu Spannungen zwischen Tourismusentwicklung und Lebensqualität der Einwohner führen."

Brüssel und Dubrovnik führen ihre Cluster an

Im zweiten Cluster rangieren Städte zwischen zwei und zehn Millionen Übernachtungen pro Jahr. Brüssel liegt hier auf Rang eins vor allem wegen der Relevanz als Kongressstadt und der optimalen Fluganbindung. Auf Platz zwei befindet sich Kopenhagen, gefolgt von Zürich.

Das dritte Cluster mit Städten, die weniger als zwei Millionen Übernachtungen pro Jahr verzeichnen, führt Dubrovnik vor Luxemburg und Lausanne an. Dubrovnik zeigt dabei das grösste Wachstum bei Übernachtungen. "Dubrovnik hat seine Grenzen des Touristenwachstums im Verhältnis zur Grösse der Stadt erreicht", warnt Preveden. "Der Adriahafen wird zudem durch den hohen Zustrom an Kreuzfahrttouristen belastet."

London und Paris führend bei Gesamtzahl an Übernachtungen

Istanbul ist der überraschende Gesamtsieger in Cluster eins. Die Stadt am Bosporus vereint moderne europäische Standards mit asiatischem Flair, verfügt über eine hohe Erreichbarkeit und vorteilhaftes Klima. "Es ist bemerkenswert, dass Istanbul eine Führungsposition bei den Übernachtungen und Bettenkapazitäten einnimmt", sagt Preveden. "Gleichzeitig ist die Tourismusdichte sehr niedrig. Das zeigt, dass noch immer erhebliche Wachstumsmöglichkeiten für die kommenden Jahre bestehen."

London (57 Millionen Übernachtungen) und Paris (36 Millionen) führen das erste Cluster in Bezug auf die Gesamtzahl an Übernachtungen deutlich an. Allerdings wachsen beide Grossstädte am wenigsten im Vergleich zu anderen aufstrebenden Tourismuszentren. Mit deutlichem Abstand folgen dann Rom (25.4 Millionen Übernachtungen) und Berlin (24 Millionen).



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