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19.01.2010

Was in weissem Tee steckt

Forscher finden mehr Koffein als in grünem Tee

Rot, grün, schwarz, Kräuter und Aroma – Tee gibt es in zahlreichen Sorten. Seit einigen Jahren bereichert eine neue Variante die Teelandschaft: der weisse Tee. Er gilt als besonders koffeinarm und reich an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen, den Polyphenolen.

Ebenso wie schwarzer und grüner Tee, stammt er vom Teestrauch (Camellia sinensis) ab und bezeichnet dessen noch nicht oder gerade eben geöffnete Knospen. Diese jungen Blätter sind von einem hellen Flaum überzogen, welcher sie fast weiss erscheinen lässt. Auch der Aufguss ist extrem hell und mild.

Eine allgemein akzeptierte Definition für weissen Tee fehlt jedoch. Unklar ist zum Beispiel die Herkunft: Einige Literaturquellen nennen ausschliesslich die chinesische Provinz Fujian, andere sprechen von der Produktion weissen Tees in mittlerweile fast allen Teeregionen der Erde.

Eine Untersuchung der Technischen Universität Braunschweig nähert sich dem Phänomen des weissen Tees von einer neuen Seite. Die Forscher verglichen die chemische Zusammensetzung von acht weissen und drei grünen Tees. Dabei zeigte sich, dass weisser Tee mit vier bis fünf Prozent vergleichsweise viel Koffein enthält. Der Durchschnittswert für grünen Tee liegt mit nur zwei bis vier Prozent darunter.

Dafür ist grüner Tee reichhaltiger an bestimmten sekundären Pflanzenstoffen. Zum Beispiel an Flavonolglykosiden, die das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt senken sollen. In etwa gleich hoch ist der Gesamtgehalt an Polyphenolen und der Aminosäure Theanin, welcher beruhigende Eigenschaften nachgesagt werden.

Zu beachten ist allerdings, dass die Untersuchung nur Tendenzen andeuten kann. Erst eine Auswertung von deutlich mehr Proben erlaubt konkrete Aussagen. Bis dahin bleibt die Frage, ob weiss oder grün wohl vor allem eine Geschmackssache.

Zubereitet wird weisser Tee übrigens wie grüner: Wasser aufkochen, auf etwa 80 Grad Celsius abkühlen lassen und über die Teeblätter giessen. Da der Tee nicht bitter wird, können die Blätter in der Kanne bleiben – und sogar ein zweites Mal mit heissem Wasser aufgegossen werden.

Autorin: Johanna Thelemann / aid


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