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18.11.2005

Wer leidet besonders stark unter dem Rauchverbot?

Unterhaltungsbetriebe und traditionelle Beizen sind gefährdet

Ein Rauchverbot würde nicht alle Gastbetriebe gleich hart treffen. Möglicherweise gibt es sogar einzelne Lokale, die profitieren würden (z.B. Speiserestaurants mit schlechter Lüftung, Schnellverpfleger). Für sehr viele Betriebe hätte ein Rauchverbot aber schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen.

Quartierbeizen, Dorfwirtschaften, Bars und Pubs wären am härtesten betroffen. Erfahrungen aus Irland und anderen Ländern zeigen, dass Umsatzrückgänge von 20% nicht selten sind. Ein Rauchverbot wäre der Todesstoss für viele Dorfwirtschaften und Quartierbeizen, die letzten Bastionen altschweizerischer Beizenkultur. Eine weitere soziale Verarmung wäre die Folge.

Die Tabakgegner behaupten unverdrossen, das Gastgewerbe würde unter einem Rauchverbot nicht leiden. Durch das ständige Wiederholen dieser Behauptung wird sie nicht wahr. So sieht es aus:

Die Zahl alkoholführender Gaststätten in Kalifornien sank, während alkoholfreie Restaurants um beinahe 10% und Ladengeschäfte um 16% zunahmen (California Board of Equalization).

Die Umsätze des kalifornischen Gastgewerbes wuchsen von 1998 bis 2001 um jährlich drei Prozent, was in etwa der Inflation entspricht. In den übrigen USA stiegen die Umsätze um jährlich sechs Prozent (Newsday)

Eine Befragung von zufällig ausgesuchten Bars ergab, dass 81% einen Umsatzrückgang verzeichneten (American Beverage Institute).

In New York sind die Steuereinnahmen von Restaurants angeblich um 9% gestiegen. Die Behörden verschweigen allerdings, dass 2002 und 2003 noch vom Terror-Schock geprägt waren. Es gibt leider keine amtliche Studie, die Bars separat betrachtet. Gemäss einer Verbandsstudie gingen in der Unterhaltungsgastronomie des Bundesstaats in den letzten zwei Jahren 2000 Jobs verloren, was einem Rückgang von 10.7% entspricht (Empire State Tavern Association).

In Ottawa verzeichneten die lizenzierten Gaststätten in den ersten zehn Monaten nach Einführung eines Rauchverbots auf Stadtgebiet einen Rückgang von 10.5% (Brewers of Ontario).

In den 23 Bezirken von Massachussetts, welche ein Rauchverbot einführten, nahm die Zahl der Arbeitsplätze im Gastgewebe um 21% ab (Massachussetts Restaurant Association).

In Corvalis bauten 30% der Betriebe Personal ab, kein Betrieb stellte zusätzliche Leute ein. Die Bierverkäufe gingen um 15% zurück, während in den umliegenden Gemeinden 31% mehr verkauft wurde (Oregon Departement of Health).

Nach Einführung eines Rauchverbots in Delaware gingen die Umsätze von Video-Lotterie-Terminals um 12% zurück - im Jahr zuvor stieg der Umsatz um 13% (Newszap).

Umsätze in Bingohallen und Bowling-Alleys gingen dramatisch zurück - viele Betriebe schliessen für immer (davehitt.com).

In Maine gingen die Umsätze um bis zu 30% zurück, speziell an der Grenze zu New Hampshire, wo das Rauchen in Gastbetrieben noch erlaubt ist (Maine Restaurant Association).

In Minneapolis schlossen in den ersten sechs Monaten seit Einführung des Rauchverbots 35 Lokale für immer ihre Türen, darunter der legendäre Porter's Grill, gegründet 1938 (WWCO)

In British Columbia / Kanada schlossen innert Jahresfrist 46 Betriebe mit 200 Mitarbeitern. Andere Betriebe haben zusammen schätzungsweise 700 Jobs abgebaut (National Post).

Irische Pubs und deren Getränkelieferanten beklagen Verluste von durchschnittlich 15%, in einigen Fällen bis 30%. Mehr als 200 Lokale haben innert Jahresfrist schliessen müssen (Vintners Federation of Ireland).


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