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25.07.2003

Alkohol an Jugendliche: Kein Kavaliersdelikt!

Jugendschutzbestimmungen ernst nehmen

Im folgenden Interview äussert sich Kurt Ehret, Leiter der Gewerbepolizei Basel-Stadt, zur Situation im Gastgewerbe und zum Jugendschutz.

Herr Ehret, wie beurteilen Sie das Basler Gastgewerbe?

Im allgemeinen kann ich dem Hotel- und Gastgewerbe in Basel ein gutes Zeugnis ausstellen. Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Wirteverband Basel-Stadt und dem Basler Hotelierverein. Leider gibt es immer wieder einzelne Schwarze Schafe, die sich vorsätzlich nicht an die Vorschriften halten. Wir stellen aber fest, dass es oft gerade diese Betriebe sind, die sich auch nicht besonders lange am Markt halten.

Das Kantonsblatt ist immer noch voller Publikationen...

Ja, auch wir stellen mit Besorgnis fest, dass die Fluktuation der Bewilligungsinhaber stark zunimmt. Wir haben heute fast doppelt so viele Bewilligungswechsel wie vor fünf Jahren! In Einzelfällen wechselt der Bewilligungsinhaber im gleichen Betrieb bis zu vier Mal pro Jahr. Da läuten bei uns die Alarmglocken!

Wie sieht es mit neuen Betrieben aus?

Bei den Neueröffnungen hat sich das Wachstum nach einer stürmischen Phase etwas beruhigt. Dies hat wohl damit zu tun, dass immer mehr Leute erkennen, dass Wirten ein hartes und riskantes Gewerbe ist. Bei den meisten Projekten sind erhebliche Investitionen nötig, was unter anderem mit bau-, feuer- und gesundheitspolizeiliche Vorschriften zu tun hat. Die Finanzierung scheint momentan etwas schwierig zu sein.

Welche Probleme beschäftigen Sie momentan am meisten?

Der Jugendschutz gestaltet sich zunehmend schwierig. Nicht selten werden sogar Kinder im Alter von 10 bis 14 mit einer Alkoholvergiftung ins Spital eingeliefert. In vielen Fällen ist der besorgniserregende Zustand dieser Jugendlichen auf Alcopops zurück zu führen. Diese Modegetränke haben keine Geschmackbarriere, enthalten aber doch beachtliche Mengen von Alkohol. Persönlich beschäftigt mich die Frage, wieso viele junge Leute sich überhaupt so regelmässig und massiv betrinken. Schaffen wir es nicht mehr, den Jugendlichen sinnvolle Inhalte zu vermitteln? Die Gewerbepolizei konzentriert sich aber natürlich darauf, wie sich die Minderjährigen den Alkohol beschaffen.

Konsumieren die Jugendlichen diese Alcopops in Bars und Restaurants?

Ich muss fairerweise sagen, dass die meisten Probleme im Detailhandel bestehen, doch kann ich auch für das Gastgewerbe keine Entwarnung geben. Es kommt auch hier regelmässig zu Beanstandungen, sei es auf Anzeige hin oder nach offiziellen Kontrollen. Wir ermitteln vermehrt auch verdeckt. Trendlokale verhalten sich gegenüber Jugendlichen übrigens oft sehr strikt, weil die jungen Teenager gar nicht zum Zielpublikum dieser Bars und Discos gehören. Probleme tauchen oft an Orten auf, wo man diese gar nicht unbedingt erwarten würde.

Was sind die genauen Konsequenzen, wenn ein Wirt Alkohol an zu junge Gäste abgibt?

Wenn offensichtliche Verstösse vorliegen, kommt es zu einer Verzeigung, denn Alkoholabgabe an Jugendliche ist kein Kavaliersdelikt! Es ist mit mehreren Tausend Franken Busse zu rechnen. Im Wiederholungsfall droht der Bewilligungsentzug, im Extremfall sogar Haft.

Was können Wirte tun? Schliesslich sieht man nicht jedem Gast an, wie alt er ist.

Der Wirt und sein Servicepersonal sind berechtigt, im Zweifelsfall einen amtlichen Ausweis zu verlangen. Es ist zu beachten, dass die meisten "Radierungen" nicht von Dürrer sind, sondern auf Schülerausweisen. Diese werden sehr oft gefälscht. Alcopops unterliegen im übrigen wie Spirituosen gewissen Handelsbeschränkungen: Sie dürfen beispielsweise von Restaurationsbetrieben nicht "über d'Gass" verkauft werden.

Und noch ein Schlusswort...

Die Schwarzen Schafe möchte ich an dieser Stelle nicht ansprechen, sind diese doch eine Minderheit, mit der wir uns separat beschäftigen müssen. Ich möchte die vielen guten Basler Wirte bitten, sich auch weiterhin konsequent an die Bestimmungen des Wirtschaftsgesetzes zu halten. Restaurateure haben eine Vorbildfunktion, auch gegenüber dem Handel.


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