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16.12.2011

Vom Kurhaus zur Lodge

Frutt erfindet sich neu als Tourismusdestination

Vor knapp acht Jahren ist das Kurhaus Frutt in Melchsee-Frutt abgebrannt. Jetzt ist an der gleichen Stelle das neue Viersterne-Hotel Frutt Lodge eröffnet worden – eine Blutauffrischung und eine neue Dimension für den bisher vor allem bei Familien beliebten Ferienort.

sda. Nur noch Schutt und Asche blieben vom alten Kurhaus nach dem Brand im Januar 2004. Zwei Hotelangestellte kamen ums Leben, vier Personen wurden verletzt. Brandstiftung gilt als gesichert, der Brandstifter wurde aber nicht gefunden. Ein verdächtigter portugiesischer Hotelangestellter wurde 2007 mangels Beweisen freigesprochen.

Die Sarner Generalunternehmung Eberli packte die Chance und realisierte, in Zusammenarbeit mit der alten Besitzerfamilie, für 40 Millionen Franken einen Neubau – eines der grossen Tourismusprojekte, die derzeit in der Zentralschweiz zwischen Andermatt und Luzern, zwischen Rigi und Bürgenstock realisiert werden.

Das Hotel Frutt Lodge & Spa setzt auf Melchsee-Frutt neue Massstäbe. Nach den Plänen des Luzerner Architekturbüros Lussi+Halter wurde ein modernes und grosszügiges Gebäude in die spektakuläre Hochgebirgslandschaft gestellt, wobei einheimisches Holz und althergebrachte Ornamente wesentliche Akzente setzen.

Neues Finanzierungsmodell

"Das höchstgelegene Viersterne-Hotel an einem See", nennt Direktor Ralph Treuthardt seinen neuen Betrieb auf rund 2000 Meter über Meer. Er umfasst 55 Zimmer, drei Suiten und 16 Appartements, zwei Restaurants und eine Bar. Im Sockelgeschoss ist neben dem Bad eine ausgedehnte Spa-Anlage untergebracht. Der Betrieb beschäftigt 55 Angestellte.

Ursprünglich war geplant, die Kosten – erstmals in der Schweiz – über den Verkauf der Zimmer zu finanzieren. Der Kauf ist als Investition gedacht, der Käufer kann in seinem Zimmer drei Wochen pro Jahr Ferien machen, erhält darüber hinaus aber eine anteilsmässige Gewinnbeteiligung.

Bis heute wurden zehn Zimmer verkauft. Man habe aber gemerkt, dass die potenziellen Käufer mit abstrakten Plänen oder dem Rohbau nicht viel anfangen könnten, sagt Toni Bucher von Eberli. Deshalb habe man die Aktion gestoppt und werde, nachdem das Haus nun fertig ist, im kommenden Jahr den Verkauf neu starten.

Aufrüsten für Tourismus-Wettbewerb

Das Engagement der Generalunternehmung Eberli auf Melchsee-Frutt umfasst weitere Gebäude mit Ferienwohnungen sowie Unterkünften für das Personal. Im nächsten Jahr beginnen zudem die Bauarbeiten am neuen Hotel Reinhard.

In Obwalden erwartet man von den Investitionen neue Impulse für den Ferienort mit seinen sechs Hotelbetrieben und gegen 1000 Betten (inklusive Parahotellerie) – und damit auch bessere Karten im hart umkämpften touristischen Wettbewerb.

Zur Attraktivität soll auch die neue Gondelbahn beitragen, die im kommenden Jahr in Betrieb genommen wird. Damit wird die Kapazität um 75 Prozent auf 1325 Personen pro Stunde erhöht. Die Kosten belaufen sich auf rund 30 Millionen Franken.


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