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Wirteverband Basel-Stadt

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05.09.2014

Nicht auf grosse Städte beschränkt

Konflikte wegen Nachtlärm

Um Nachtleben und die damit verbundenen Konflikte ist es am 12. Kongress zur urbanen Sicherheit in Zürich gegangen. Dabei zeigte sich: Nicht nur Grossstädte sehen sich mit derartigen Problemen konfrontiert. Sie entstehen überall, wo Menschen dort ausgehen, wo andere schlafen wollen.

Eine Stadt könne nur dann funktionieren, wenn sie auch Lärmzonen oder Lärmzeiten zulasse, sagte die Kulturjournalistin Sieglinde Geisel, die für ein Buch über das Thema gründlich recherchiert hat. Im Gegenzug müsse es Zonen und Zeiten geben, in denen man vor Lärm "einigermassen sicher ist".

Lärm entstehe im Kopf, so Siegel. Aus diesem Grund sei es von Mensch zu Mensch unterschiedlich, welches Geräusch in welcher Lautstärke er als Lärm empfinde. Am schlimmsten sei, wenn sich jemand dem jeweiligen störenden Geräusch ohnmächtig ausgeliefert fühle.

Geisel plädierte für Kommunikation. Sie sei manchmal wirkungsvoller als blosse Grenzwerte. Gerade bei Konflikten im Nachtleben sei es wichtig, die Anwohnerinnen und Anwohner anzuhören. So könne der Lärm seine Allmacht verlieren.

Schon nur angehört zu werden, wenn man leide, mache vieles erträglicher. Denn zum Phänomen Lärm gehörten immer zwei: einer der das Geräusch verursache, und ein anderer, in dessen Kopf es zu Lärm verwandelt werde. Zur Lösung des Konflikts müssten beide einen Beitrag leisten.

Erfahrungsberichte aus verschiedenen grösseren und kleineren Städten bekräftigten diese Theorie. Dabei geht es nicht allein um Lärm. Auch gewalttätige Auseinandersetzungen, Vandalismus und Abfallberge sind Begleiterscheinungen von Nachtleben und übermässigem Alkoholkonsum.

Zusammenspiel von Prävention und Repression

Überall hat sich gezeigt: Auf einer einzigen Schiene lässt sich nichts erreichen. Es braucht ein Zusammenspiel von Prävention, Sensibilisierung, Austausch und Repression. Wie Andreas Ledermann, Leiter der Abteilung Sicherheit und Gesundheit der Stadt Wädenswil sagte, ist es ein fundamentaler Irrtum, dass sich die Probleme mit einem Sicherheitsdienst lösen liessen.

So hat sich etwa in Chur das Verhältnis von Prävention und der früher fast ausschliesslich angewandten Repression auf etwa 50 zu 50 verschoben, wie der Kommandant der Churer Stadtpolizei, Ueli Caluori, sagte. Ein strenges Alkoholkonsumverbot habe einige Verbesserungen gebracht. Zudem habe man gute Erfahrungen gemacht mit dem Netzwerk "Churer Nachtleben".

Es umfasst die verschiedensten Akteure – von Jugend- und Kulturorganisationen über Gastronomie und Hausabwarte bis hin zu Stadtrat und Polizei. Sie haben Gelegenheit zu regelmässigem Austausch und besprechen, welche Massnahmen ergriffen werden sollen. Erfolgreich ausgewirkt haben sich solche Arbeitsgruppen auch in anderen Gemeinden.

Manche Städte unternähmen grosse Anstrengungen, des Problems Herr zu werden, sagte Geisel. Man müsse aber klar sehen: Ein Ausgehquartier oder ein Kneipenviertel lasse sich nun mal nicht in eine stille Dorfstrasse verwandeln. Würde man ein solches Ansinnen durchsetzen wollen, so würde man eine Stadt ersticken.

Der Kongress in Zürich wird von der Konferenz der Städtischen Sicherheitsdirektoren, der Schweizerischen Vereinigung der Polizeichefs und von Experten der urbanen Sicherheit organisiert.


 

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