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02.10.2016

Hotelboom in Hannover

Ketten lassen sich von tiefer Auslastung nicht abschrecken

Der Hotelstandort Hannover ist hart umkämpft. Dennoch zieht es immer mehr Ketten in Deutschlands grössten Messestandort. Bis 2018 kommen über tausend neue Zimmer auf den Markt.

Die Zimmerauslastung in Hannover ist mit rund 59 Prozent verhältnismässig tief. Ausserhalb der Messezeiten bleiben oft viele Betten leer. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt lediglich 1.7 Nächte. Doch der lokale Hotelmarkt ist in Bewegung: Bis 2018 kommen zu den bestehenden 13'600 Zimmern mindestens 1050 Einheiten dazu.

Erst kürzlich hat der Design-Budget-Anbieter Prizeotel in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein Haus mit 212 Zimmern eröffnet. Anfangs 2017 wird die Low-Budget-Kette "Star Inn" aus Regensburg ein Hotel mit 179 Zimmern in Betrieb nehmen. Und der Immobilienkonzern Bauwo plant am Hermesplatz ein 55 Meter hohes Hotel mit 228 Zimmern.

Die Göppinger Dobler-Gruppe beabsichtigt, in einem alten Verwaltungsgebäude der Deutschen Post ein Boardinghouse zu eröffnen. Dazu wird das Gebäude aus den Siebzigern in den Rohzustand zurückversetzt, um Industrieloft-Charme zu erzeugen. In jedem der 395 Zimmer ist eine Kochnische vorgesehen, die von den Gästen wahlweise als Minibar oder zur Selbstversorgung genutzt werden kann. Unter dem Label "Cookotel" sollen vor allem junge Geschäftsleute und Monteure angesprochen werden.

Vor einem Jahr hat die Maritim-Kette den Verkauf des Maritim Grand Hotels gegenüber dem Neuen Rathaus in Hannover bekannt gegeben. Eröffnet wurde das Haus mit seinen 280 Zimmern als "Intercontinental" im Jahr 1965. Mit der geplanten Sanierung durch den neuen Eigentümer entsteht die Chance, den Standort in prominenter Lage deutlich aufzuwerten und neu zu positionieren. Derzeit läuft ein Architektenwettbewerb.

Die Lindner-Gruppe aus Düsseldorf gab bekannt, dass sie in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein Haus mit 143 Zimmern eröffnen will. Sie verhandelt mit dem Projektentwickler Hanseatic, um eine Immobilie am Aegidientorplatz zu übernehmen.

Wie viel Wachstum verträgt es?

Es ist unklar, wie die neuen Kapazitäten vom Markt absorbiert werden. Positiv stimmt das langfristige Wachstum Hannovers. Die rund 90 Hotels auf Stadtgebiet verzeichnen pro Jahr 2.1 Millionen Übernachtungen. Gegenüber 1999 entspricht das fast einer Verdoppelung. Ein Impulsgeber dieser rasanten Entwicklung war die Weltausstellung Expo 2000, die zwar damals mit 18 Millionen Besuchern weit unter den Erwartungen blieb.

Der Tourismus ist Hannover ist nach wie vor stark abhängig von Geschäftsreisenden, Messe- und Kongressbesuchern. Die Stadt zieht jedoch immer mehr Freizeittouristen an, vor allem im Sommer und bei Events. Hier besteht noch Potential. Wachstumschancen ergeben sich auch durch eine Internationalisierung der Gästestruktur. Momentan stammen lediglich 22 Prozent der Hotelgäste aus dem Ausland.

Die Individualhotellerie Hannovers ist nach wie vor stark. Aushängeschilder sind unter anderem Kastens Hotel Luisenhof, das Grandhotel Mussmann, das Grand Palace, der Kaiserhof und das Congresshotel am Stadtpark. Inhabergeführte Häuser werden allerdings zunehmend durch Grossbetriebe der Markenhotellerie ersetzt.

Vor Ort tätig sind unter anderem die Ketten Maritim (527 Zimmer beim Flughafen), Radisson Blu (250 Zimmer bei der Messe), Wyndham (222 Zimmer), Crowne Plaza (201), Ramada (179), Courtyard by Marriott (149 Zimmer am Maschsee) und Sheraton (147 Einheiten). Die französische Accor-Gruppe ist mit insgesamt über 1300 Zimmern in zehn Hotels der Marken Mercure, Novotel und Ibis vertreten. Gut im Markt etabliert haben sich auch Anbieter wie Dormero (293 Zimmer), Leonardo (178), InterCity (148), Première Classe (74) und B&B (73 Zimmer).

Trotz des riesigen Angebots scheinen die Investoren an den Hotel- und Tourismusstandort Hannover zu glauben. Es ist zu hoffen, dass sie dies aufgrund seriöser Analysen und nicht wegen des Anlagenotstands im Nullzins-Umfeld tun.

Die "Bauwo" plant in Hannover ein fünfzehnstöckiges Hotel-Hochhaus.


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