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11.09.2009

Schweizer gehen weniger oft ins Ausland einkaufen

Grenzüberschreitender Einkaufstourismus geht zurück

Die aktuelle Einkaufstourismusstudie von Coop zeigt einen deutlichen Rückgang der regelmässigen Grenzeinkäufer. Der Wert der im Ausland gekauften Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs sank von 2.1 Milliarden Franken im Jahr 2005 auf 1.8 Milliarden im aktuellen Jahr. Der Rückgang beruht vor allem auf geringeren Preisdifferenzen zwischen den Detailhändlern in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Neu ist ein Trend von in der Schweiz einkaufenden Ausländern ersichtlich.

2005 kauften 21 Prozent der Befragten regelmässig im Ausland ein. Heute sind es noch 16 Prozent. Weniger im Ausland eingekauft haben insbesondere die Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen, die Gruppe jener, die mehr als 30 Kilometer von der Grenze entfernt wohnen und die Gruppe der eingefleischten Grenzeinkäuferinnen und Grenzeinkäufer, welche weite Strecken zurück legen und viele Läden besuchen. Vor allem im Tessin haben die Einkäufe von Schweizern in Italien markant abgenommen.

Genannter Hauptgrund für den Einkauf im Ausland bleibt das Preisniveau mit 54 Prozent. Dieser wird allerdings deutlich weniger genannt als 2005. Damals haben 74 Prozent der Befragten den Preis als Hauptgrund zu Felde geführt. Mit dem Markteintritt der deutschen Discounter Aldi und Lidl sind heute viele Produkte näher zu haben, was den Rückgang der Grenzeinkäufe teilweise miterklärt.

Kleinere Preisdifferenzen

Coop schätzt, dass sich die Preisdifferenz seit 2005 im Durchschnitt um zehn Prozent verkleinert hat. Eine weitere Ursache für den beobachteten Rückgang der Preisdifferenzen sind die veränderten agrarpolitischen Rahmenbedingungen. So hat beispielsweise die vollständige Öffnung des Käsemarktes zu einer Angleichung der Preise bei Käse und nachgelagert bei anderen Milchprodukten geführt.

Häufigst nachgefragtes Produkt im Ausland ist Fleisch. Wird gestützt nachgefragt, sind es die Körperpflegeprodukte, die zuoberst stehen. Grundsätzlich waren Preissenkungen möglich, weil der Schweizer Detailhandel in den vergangenen Jahren seine durchschnittliche Produktivität enorm steigern konnte. Die Stundenproduktivität stieg in den letzten drei Jahren mit 3.4 Prozent fast fünfmal so schnell wie im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Ausländische Grenzeinkäufer in der Schweiz

Zum zweiten Mal wurden auch die Einkäufe von Ausländern in der Schweiz untersucht. Befragt wurden ausschliesslich ausländische Kunden bei Coop. Diese gehen von einem gleich hohen Preisniveau in der Schweiz aus und sie schätzen insbesondere die gute Qualität. Sie geniessen ganz offensichtlich den Einkauf in schönen Läden und estimieren die Frische sowie die grosse Auswahl. Von grosser Bedeutung für den Entscheid in der Schweiz einzukaufen, ist der nach wie vor konkurrenzlos günstige Benzinpreis.

Die vorliegende und achte Coop-Studie zum Einkaufstourismus 2009 wurde in Zusammenarbeit mit den unabhängigen Marktforschungsinstituten Isopublic und Transferplus durchgeführt. Sie setzt eine Reihe der Untersuchungen seit 1990 fort.

Die Analyse basiert auf aktuellen Marktforschungsstudien und einer gesamtschweizerischen repräsentativen Umfrage. Es wurden 1535 Grenzeinkäufer aus der Schweiz befragt. Zudem wurden insgesamt 820 Grenzeinkäufer aus dem im In- und Ausland Face-to-Face befragt, eine Kassenbon-Analyse durchgeführt und eine Hochrechnung des Kaufkraftabflusses gemacht. Ausserdem wurde ein Warenkorb von 160 Produkten zwischen Coop und den Verbrauchermärkten der umliegenden Länder preislich verglichen.


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