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02.10.2009

Tourismus hat erheblichen Einfluss auf den Einzelhandel

Zusammenhang zwischen Touristenaufkommen und Ladenmieten

Welchen Einfluss hat die touristische Attraktivität einer Stadt auf die Höhe der Einzelhandelsmieten? Die Immobilienberatungsfirma Kemper's Jones Lang LaSalle hat den Zusammenhang anhand der Gästeankünfte in den hundert wichtigsten Einzelhandelsstandorten Deutschlands untersucht. Danach wirkt sich die Zahl der Ankünfte nachweislich auf die Höhe der Einzelhandelsmieten aus. Der tourismusindizierte Anstieg der Mieten zeigt sich besonders stark bei Städten mit weniger als einer Million Ankünften. Der Anteil der Gäste am Einzelhandelsumsatz einer Stadt wird auf jährlich bis zu 25 Prozent beziffert.

Die touristische Attraktivität einer Stadt ist für den Einzelhandel von hoher Bedeutung. Metropolen wie Köln profitieren von einem regen Shopping-Tourismus. Gleiches gilt für Standorte mit historischen Sehenswürdigkeiten. Nach Schätzungen des Berliner Einzelhandels stammt jährlich fast jeder vierte Euro aus der Geldbörse eines Gastes. In ähnlichem Umfang tragen Touristen zum Einzelhandelsumsatz in Hamburg bei. Im Durchschnitt der 100 für den Einzelhandel bedeutsamsten Städte in Deutschland liegt der Anteil der Gäste am jeweiligen jährlichen Einzelhandelsumsatz nach Schätzung von Kemper's bei etwa 15 Prozent.

Der Untersuchung zufolge werden in den 25 meistbesuchten Städten jeweils mindestens 425'000 Gästeankünfte pro Jahr gezählt. Elf Städte bringen es auf mehr als eine Million Ankünfte. Spitzenreiter ist Berlin mit fast acht Millionen Ankünften. Zu den Top 5 gehören auch die Metropolen München, Hamburg, Frankfurt und Köln. Die Korrelation zwischen Miethöhe und Gästeankünften unter den Top 25 ist signifikant. Bis auf wenige Ausnahmen stimmen die Top 25-Rankings nach Ankünften und Miethöhe überein. Nur in Rostock, Lübeck und Karlsruhe wird das Potenzial vergleichsweise hoher Besuchszahlen offenbar nur teilweise ausgeschöpft oder durch andere Einflussgrössen überlagert.

Touristisch attraktive Kleinstädte erzielen überdurchschnittliche Ladenmieten

Besonders deutlich ist der Zusammenhang zwischen Besucherzahlen und Miethöhe nach Angaben von Kemper's Jones Lang LaSalle in den kleineren Städten mit hoher touristischer Anziehungskraft. So weisen etwa Passau, Trier, Heidelberg, Würzburg, Regensburg und Bamberg jährlich zwischen drei und fünf Gästeankünften je Einwohner auf. Unter allen hundert Standorten können nur die Metropolen Frankfurt, München und Düsseldorf in dieser Hinsicht mitziehen. Die Mieten in den genannten Klein- und Mittelstädten sind gemessen an der Einwohnerzahl durchweg überdurchschnittlich.

Insgesamt beträgt die durchschnittliche Spitzenmiete der 25 meistbesuchten Städte 153 Euro/m2. Städte, die im Gästeranking die Plätze 25 bis 50 belegen, erzielen durchschnittlich 74 Euro/m2. Die 50 Städte mit den niedrigsten Gästeankünften liegen im Mittel bei 50 Euro/m2.

Natürlich nimmt nicht nur der Tourismus Einfluss auf das Mietniveau. Andernfalls müssten Städte wie Magdeburg, Oberhausen, Ludwigshafen oder Wolfsburg aufgrund der relativ hohen Anzahl an Gästeankünften deutlich höhere Mieten aufweisen, als es tatsächlich der Fall ist. Stattdessen überlagern hier Effekte wie eine niedrige Kaufkraft, ein wettbewerbsintensives Umfeld oder singuläre Touristenattraktionen ohne Verbindung zum innerstädtischen Einzelhandel die positive Gästebilanz.

Fazit

Die touristische Attraktivität einer Stadt hat erheblichen Einfluss auf den lokalen Einzelhandel. Umgekehrt ist der Einzelhandel ein wichtiger Teil des touristischen Serviceangebotes einer Stadt. Diese gegenseitige Wechselbeziehung hat nachweislich Auswirkungen auf die Flächennachfrage und das Mietpreisniveau. Zwar bedeuten hohe Gästezahlen nicht prinzipiell eine höhere Miete. Regionale oder lokale Besonderheiten können den kausalen Zusammenhang in Einzelfällen überlagern. Der Zusammenhang zwischen Touristenzahlen und der Höhe der Einzelhandelsmieten ist aber statistisch gesehen signifikant.

Städtebauliche Investitionen in die touristische Attraktivität fördern also indirekt auch den Einzelhandel. Umgekehrt sind die Gästezahlen für die Expansionsplanung von Handelsunternehmen eine interessante Entscheidungsgrösse.


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