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16.07.2010

Siegeszug der Aroniabeere

Osteuropäische Heilpflanze wird auch im Westen populär

Die 12mm dicke, dunkelblaue und säuerlich-herb schmeckende Aroniabeere ähnelt ein wenig einer Blaubeere und wächst an zwei Meter hohen Sträuchern. Die Aronia melanorcarpa Nero überzeugt vor allem, weil sie robust und frostecht ist sowie durch ihre Resistenz gegenüber Pilzen und Viren.

Diese Vorzüge haben nun auch deutsche Obstbauern erkannt. So finden sich in Sachsen und Nordhessen immer mehr Felder mit dieser in Deutschland noch wenig bekannten Steinobstfrucht. Bisher sind es ca. 80 bis 90 Hektar, davon etwa – 15 Hektar in Bioqualität werden hier angebaut. Verglichen mit 20'000 Hektar in der Ukraine oder 6000 Hektar in Polen ist das noch sehr wenig, aber die Nachfrage steigt.

Ursprünglich aus Nordamerika stammend, war es ein russischer Biologe und Obstzüchter, der Anfang des 20. Jahrhunderts anfing verschiedene Sorten der Aroniabeere zu züchten. Bald schon trat sie als Heilpflanze in Russland und ganz Osteuropa ihren Siegeszug an.

Die Aroniabeere hat einen der höchsten Gehalte an Anthocyanen. Dieses Flavonoid wirkt möglicherweise vorbeugend gegen Krebs. Ausserdem findet sich in den Beeren reichlich Vitamin K und Vitamin C. Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel im menschlichen Körper und Vitamin C schützt als Radikalfänger die Zellwände in Haut und Körper vor gefährlichen Sauerstoffmolekülen.

Auch in Deutschland wird die Aroniabeere als Heilpflanze geschätzt. Man nutzt sie therapeutisch oder vorbeugend. Als pure Frucht sind die Beeren jedoch nicht verzehrsfähig, da sie Blausäure enthalten, die giftig ist. Sie kann aber durch Saften oder Kochen unschädlich gemacht werden. Und so kommt die gesunde Aroniabeere getrocknet, als Saft, Tee, Sirup, Likör oder Konfitüre in den Handel.

Vor allem im Internet kann man die verschiedensten Produkte kaufen. Auch die Lebensmitteltechniker haben die besonderen Beeren für sich entdeckt. Sie gewinnen Lebensmittelfarbe aus der Aroniabeere, um zum Beispiel Fruchtgummis zu färben.

Autorin: Andrea Kornblum / aid


Nachtrag

Nach Literaturangaben enthalten rohe Aroniabeeren etwa 0.6 bis 1.2 Milligramm pro 100 Gramm an Zuckermoleküle gebundene Blausäure. Der grösste Anteil liegt wohl in den kleinen Kernen vor, die aber normalerweise nicht vollständig zerkaut werden, was die Blausäure erst freisetzen würde. Der Verzehr einer kleinen Portion frischer Beeren ist damit als unbedenklich anzusehen.

Zum Vergleich: Der Blausäuregehalt von süssen Aprikosenkernen, die als Snack angeboten werden, liegt im Mittel bei 2.4 Milligramm pro 100 Gramm. Da frische Aroniabeeren aufgrund des hohen Gehaltes an Polyphenolen - die ja den gesundheitlichen Wert dieser Früchte ausmachen - und organischen Säuren einen herb-säuerlich, adstringierenden Geschmack aufweisen, ist der Frischverzehr ohnehin kein Genuss.

Übrigens: Blausäure ist, gebundenen an Zuckermoleküle, in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Bis auf wenige Ausnahmen sind die enthaltenen Mengen dieser cyanogenen Glycoside jedoch meist so gering, dass sie für den Menschen unbedenklich sind. Unser Organismus verfügt über effiziente Mechanismen, um die daraus freigesetzten kleinen Blausäuremengen wirksam und schnell zu entgiften. Enthalten Lebensmittel höhere Gehalte an gebundener Blausäure, kann diese durch Erhitzen weitgehend minimiert werden.

Das heisst, in getrockneten Aroniabeeren, die thermisch behandelt wurden, Saft, Konfitüre usw. sind die Gehalte an (gebundener und freier) Blausäure nochmals niedriger als in den rohen Früchten.

Rüdiger Lobitz / aid


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