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20.08.2010

Kein Shoppen am Wochenende in der unteren Altstadt

Berner Stadtrat sagt knapp Nein

Die untere Altstadt von Bern soll nicht in die kantonale Liste der Tourismusgebiete aufgenommen werden. Dies beschloss der Stadtrat knapp. Bei einem Ja hätten Geschäfte auch am Wochenende ganztags geöffnet werden dürfen.

sda. Allerdings hätte letztlich der Kanton entschieden, weil es für die Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten eine Änderung des kantonalen Gesetzes über Handel- und Gewerbe (HGG) braucht. Mit der Aufnahme der Kram- und der Gerechtigkeitsgasse in die entsprechende Verordnung könnten Ladengeschäfte dort am Samstag und Sonntag von 6 Uhr bis 22.30 Uhr offen haben.

Die rot-grün dominierte Stadtregierung unterstützte den Vorstoss von Henri-Charles Beuchat (CVP). Allerdings müsse die Anpassung der Ladenöffnungszeiten mit dem Arbeitsrecht vereinbar sein. Der zuständige Gemeinderat Reto Nause warb jedoch erfolglos dafür, ein deutliches Zeichen an den Kanton zu senden.

Bern sei touristisch in die Nationalliga A aufgestiegen in den letzten zehn Jahren. Eine Lockerung der Öffnungszeiten fördere die Teilzeitarbeit und sei ein guter Impuls für Beschäftigung. Kulisse und Konsum sei nun einmal die gewünschte und erfolgversprechende Kombination im Städtetourismus.

Wenn Bern irgendwann den Sprung in die Champions League schaffen wolle, so Nause, dann brauche es offene Ladengeschäfte im touristischen Kernbereich der unteren Altstadt. Bei Ablehnung des Vorstosses bestehe die grosse Gefahr, dass der Kanton keine Legitimation mehr sehe für die Gesetzesänderung.

Debatte am Ideologiegraben

Doch der Trick über die Erklärung zur Tourismusregion funktionierte nicht. Der Rat lehnte Beuchats Vorstoss unter Namensaufruf mit 33 zu 27 Stimmen ab. Sechs Räte enthielten sich der Stimme.

Es war das Resultat einer Debatte am sprichwörtlichen Ideologiegraben. Links-grün verdammte den reinen Konsum- und Geldgedanken hinter dem Vorstoss, die Bürgerlichen warben für einen liberalen Umgang mit den Ladenöffnungszeiten und damit für Bern als attraktiven Touristenmagneten.

Berns Gewerbe müsse vom Unesco-Bonus mehr profitieren können. Seit der Eröffnung des Bärenparks seien die Kram- und Gerechtigkeitsgasse am Wochenende voll von ausländischen Touristen, gab Motionär Beuchat zu bedenken. Diese müssten den Besuch der neuen Attraktion mit einem Einkaufsbummel kombinieren können.

Kein Freizeitpark

Die untere Altstadt sei kein Freizeitpark, kritisierte Christine Michel (GB). Thomas Göttin (SP) prognostizierte, ein solcher Schritt würde den Druck auf die Löhne und die kleinen Geschäfte weiter erhöhen.

"Niemand muss, aber wer will, muss können", versuchte der Grünliberale Claude Grosjean diese Zweifel vergeblich auszuräumen. Die Forderung gehe zu weit, zudem sei der Stadtrat dafür gar nicht zuständig, wandte sich die grosse Mehrheit der GFL/EVP-Fraktion gegen die CVP-Motion.

Jimy Hofer (SVP+-Fraktion) wiederum fragte die Ratslinke, wieso sie denn als Atheisten den Sonntag so hoch hielten: "Zwei Tage frei pro Woche ist gut, wann, das ist doch nicht so wichtig." Bern lebe nicht nur vom Touristenbrot, der Erfolg der Motion würde nur weitere Gelüste wecken, wandte Rolf Zbinden (PdA) vor dem Öffnen der Büchse der Pandora ein.


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