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Wirteverband Basel-Stadt

Wirteverband Basel-Stadt


14.02.2012

Günstige Fassbiere für die Gastronomie

In Deutschland und Frankreich eine Selbstverständlichkeit

Je mehr die etablierten Brauereien an der Preisspirale beim Fassbier drehen, desto mehr hallt aus der Gastronomie der Ruf nach preiswerten Alternativen. In Deutschland und Frankreich ist man diesbezüglich schon wesentlich weiter als in der Schweiz.

Mit jeder Preisrunde nimmt der Ruf in der Gastronomie nach günstigem, aber hochwertigem Fassbier zu. Während es in der Schweiz mit Ausnahme des vom Wirteverband Basel-Stadt importierten "Maximilians" keine günstigen Alternativen für den Offenausschank gibt, ist man in Deutschland schon lange weiter. "Billigbiere" kennt man dort nicht nur im Einzelhandel: Es gibt Firmen, die für Getränkefachhändler und Gastronomen Eigenmarken in Fässer abfüllen.

Bereits 1993 kam Johannes Oostendorp die Idee einer preiswerten Alternative zu den überregionalen Fassbiermarken. Er selbst, damals noch als Gastronom im Kölner Raum ansässig, konnte die riesigen Preisunterschiede zwischen Fass- und Flaschenbier nicht nachvollziehen. Nach eingehenden Recherchen und Kalkulationen kam er zu dem Schluss, dass ein preiswertes Fassbier Marktchancen hätte.

Heute verkauft Oostendorp über seinen Fassbier-Discounter bierkontor.de in Essen sieben eigene Sorten (unter anderem Alt, Schwarzbier, Weizen). Deren Abholpreise bewegen sich zwischen 94 Cents und 1.08 Euro pro Liter. Zum aktuellen Kurs sind das 117 bis 135 Rappen. Markenbiere wie Warsteiner, Bitburger und Veltins kann man für 1.70 bis 1.75 Euro pro Liter abholen, also für etwa CHF 2.15.

Zu den Pionieren gehört auch Heinz Frühschulz in Witten an der Ruhr (fassbier-direkt.de). Anfang der 90er-Jahre war es auch in Deutschland so, dass die Brauereien akribisch darauf achteten, ihre Fassbierpreise hoch zu halten. Frühschulz wurde klar, dass er eine Brauerei finden musste, die bereit und in der Lage war, qualitativ hochwertiges, jedoch günstiges Fassbier herzustellen.

Weil der Biergeschmack in Deutschland je nach Region stark variiert, lässt Frühschulz sich von zwei Brauereien beliefern. Die ausgewogenen, feinen Sorten stammen aus Oberfranken, die eher herben Biere aus Rheinland-Pfalz. Heute hat Frühschulz Kunden in ganz Deutschland und in Holland.

Auch die "Getränke Südpfalz GmbH" vertreibt preiswerte Fassbiere über den Getränkehandel und direkt in die Gastronomie. "Da die grossen Brauereien von Jahr zu Jahr die Fassbierpreise für die Gastronomie immer weiter erhöhen, bieten wir eine echte Alternative zu den Markenbieren", heisst es auf der Website fassbier24.com. Im Angebot stehen ein untergäriges Pils, ein obergäriges Hefeweizen, ein naturtrübes Kellerbier und ein "Premium Export".

Alle Biere werden von einer süddeutschen Brauerei abgefüllt, die auf eine lange Brautradition zurück blicken kann. Sie werden nach Reinheitsgebot gebraut und sind geschmacklich den teuren "Fernsehbieren" nicht unterlegen. 50-Liter-Fässer haben je nach Sorte und Abnahmemenge Rampenpreise zwischen 30 und 50 Euro, also umgerechnet 75 bis 125 Rappen pro Liter.

Die üblichen Zusatzleistungen der Brauereien werden allerdings nicht kostenfrei erbracht. So gibt es keinen Aussendienst, kein Sponsoring und keine Rückvergütungen. Gläser, Bierdeckel, Werbetafeln und Speisekarten werden nur gegen Aufpreis angeboten.

Joachim Herrmann führt einen Bier-Discounter in Duisburg (fassbier-discount.de), bei welchem man auch Markenbiere im Fass kaufen kann. Der Rampenpreis von Heineken beträgt 2 Euro pro Liter, derjenige von Carlsberg 1.43 Euro. Weizenbiere kosten zwischen 1.50 und 1.83 Euro pro Liter.

Lieferungen sind ab sechs Fässern möglich. Es kostet beispielsweise 50 Euro, zwölf Fässer bis 50 Kilometer ausserhalb von Duisburg zu liefern. Je nach Fassgrösse sind das 8 bis 21 Cents pro Liter. In Duisburg selber ist die Lieferung kostenlos!

Auf Franken umgerechnet, kommt ein Liter Heineken inklusive Lieferung bis 50 Kilometer auf 2.76, ein Liter Carlsberg auf 1.89 und ein Liter Weizenbier auf 2.05 bis 2.46. Die Listenpreise in der Schweiz betragen: Heineken CHF 4.05, Carlsberg CHF 3.99 (ab Mai) und Schneider Weisse genau 4 Franken.

In Deutschland kann man sich Heineken also 31.8 Prozent günstiger liefern lassen als in der Schweiz. Carlsberg liegt 52.6 Prozent unter dem schweizerischen Listenpreis. Selbst bei einer Rückvergütung von 15 Prozent (kleine Wirte erhalten nicht so viel) kostet das Fassbier von Carlsberg in der Schweiz immer noch CHF 3.39 netto und damit 79.4 Prozent mehr als in Deutschland!

Das teuerste Weizenbier (Schöfferhofer) kostet bei fassbier-discount.de 38.5 Prozent weniger als der Listenpreis von Schneider Weisse in der Schweiz. Das günstigste Weizenbier (Maisels) liegt preislich gar 48.7 Prozent darunter. Bei Erdinger und Franziskaner sind es 39.2 resp. 46.5 Prozent.

Wen wundert es, dass in Deutschland die Abholmärkte auf den Zug aufgesprungen sind? So führt Edeka eine Eigenmarke namens "Ratskrone" und Metro verkauft ebenfalls Fassbiere.

Ab 80 Cents pro Liter

Auch in Frankreich hat sich ein grosses, hart umkämpftes unteres Preissegment bei den Fassbieren gebildet. Man spricht von "bières premier prix" (gemeint ist die unterste Preisklasse). Deren Anbieter verzichten auf Investitionen, Darlehen und Extra-Dienstleistungen.

Nicht nur kleine Wirte holen sich in Frankreich das Offenbier in Abholmärkten. Die zur Carrefour-Gruppe gehörenden Profimärkte "Promocash" verkaufen in ihren rund 140 Filialen das elsässische Fassbier "Mosbräu" in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Bei Metro kostet der Liter Offenbier "Gilbert" 1.16 Euro, also etwa CHF 1.45. Bei Aktionen sind es sogar nur 1.05 Euro. Im Angebot stehen sieben Sorten – von "blonde" und "ambrée" bis zu ""abbaye" und "danoise". Ab vier Fässern pro Monat ist Leitungsreinigung gratis. Ausschankanlagen und Kohlensäure können ebenfalls günstig über Metro bezogen werden!

Grössere Betriebe in Frankreich können sich Fassbiere des unteren Segments sogar für 80 oder 90 Euro-Cents pro Liter ins Haus liefern lassen.


 

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