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28.09.2012

Blick hinter die Kulissen des Massentourismus

Ausstellung "Intensivstationen" im Alpinen Museum der Schweiz

Fünf Tonnen Skimüll türmen sich im ersten Stock des Alpinen Museums in Bern. So gross ist die Müllernte einer Wintersaison, die der Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner für die Ausstellung "Intensivstationen" zusammengetragen hat.

Hechenblaikner zeigt über 70 Fotografien, Videos und Objektinstallationen rund um die Hinterbühnen des Wintertourismus im Tirol. Das Alpine Museum begleitet die Schau mit zahlreichen Veranstaltungen und eröffnet die Debatte: "Wie viel Tourismus ertragen unsere Berge?"

Die Bilder von Hechenblaikner sind gnadenlos. Bierflaschen übersäte Skipisten zum Saisonabschluss-Event, klaffende Löcher für Kunstschnee-Speicherseen im hochalpinen Fels, Pistenschneisen im Bergwald so breit wie doppelspurige Autobahnen. Was Lois Hechenblaikners Fotografien auszeichnen, ist der Blick für die Hinterbühne. Lois Hechenblaikner zoomt heran, was Wintertouristen nicht sehen können und wohl auch nicht sehen wollen.

Er führt die Betrachter auf Baustellen, die sich im kurzen Bergsommer öffnen und im Winter unsichtbar bleiben. Er konfrontiert mit Müllbergen, die in Hinterhöfen lagern und deren Existenz Touristen kaum ahnen. Selbst der Gletscherpfad auf dem Stubaier-Gletscher, den einzelne Sommerwanderer gespenstisch begehen, wirkt im Nebel wie ein touristischer Betriebsunfall. Lois Hechenblaikners Bilder zwingen genau hinzuschauen, besonders dann, wenn wir am liebsten wegschauen möchten.

Blick des Insiders

Lois Hechenblaikner ist 1958 im Tiroler "Blumendorf" Reith im Alpbachtal geboren, wo er heute noch mit seiner Familie lebt. Er dokumentiert die touristische Entwicklung seiner Heimat mit dem Furor des Insiders. Selber in einem Gastronomiebetrieb gross geworden, kennt er die Spielregeln der touristischen Gastfreundschaft von innen. Sein Stallgeruch öffnet ihm Türen zu verschlossenen Getränkekellern, zu geschlossenen Gesellschaften und halbfertigen Bauplätzen.

"Baustellen", sagt Hechenblaikner, "sind in ihrem unfertigen Zustand 'ehrlicher' als das Endresultat. Skipisten muss man im Sommer sehen. Dann ragen die Elektrokabel noch aus dem Boden und wir sehen die Bagger, die aus Naturlandschaften Freizeitlandschaften bauen."

Über die Jahre schuf Hechenblaikner ein Gesamtwerk, das die Folgen der massentouristischen Aufrüstung akribisch festhält. Aus Bergen wurde Restnatur. Aus Bergdestinationen Spasskulissen und Eventbühnen. Hechenblaikner nennt sie doppelsinnig "Intensivstationen".

Das Alpine Museum der Schweiz zeigt mit "Intensivstationen" die zweite Eigenproduktion dieses Jahres. Das aktuelle Projekt lässt die künftige Ausrichtung als Plattform für zeitgenössische Bergthemen erkennen. Entsprechend begleitet das Museum die Ausstellung mit zahlreichen Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten, die den aktuellen Schweiz-Bezug herstellen und kontroverse Positionen diskutieren.

"Intensivstationen" – die Diagnose des Fotografen
Alpines Museum der Schweiz, Bern
vom 28. September 2012 bis 24. März 2013

Die Bilder von Lois Hechenblaikner sind gnadenlos: Was Wintertouristen nicht sehen können und wohl auch nicht sehen wollen. Bild zV


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