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Wirteverband Basel-Stadt

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06.06.2013

Zukunftsoptionen für die alpine Hotellerie

Kostenniveau als zentrale Herausforderung

Ein Positionspapier von Hotelleriesuisse beleuchtet die Zukunftsoptionen für die alpine Hotellerie in der Schweiz. Zu den Erkenntnissen gehört, dass die Komplexität für die Unternehmen stark zunimmt. Die Tourismusbranche hat ihre Hausaufgaben zu machen und Strukturen anzupassen. Die Marktpotentiale können aber nur ausgeschöpft werden, wenn es gelingt, das problematische Kostenniveau zu senken.

"Das Kostenniveau und die eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten in der Schweiz haben ein Ausmass erreicht, das es dem Ferientourismus verunmöglicht, in den wichtigsten europäischen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben", schreiben die Autoren. Resultat sei, dass Hotelprojekte nicht mehr ohne Querfinanzierung realisiert werden könnten.

Laut Hotelleriesuisse schrumpft die bestehende Ferienhotellerie um jährlich 1 Prozent. Die Zweitwohnungsinitiative werde den Trend beschleunigen, falls die bisher praktizierte Querfinanzierung von Hotels durch den Verkauf von Zweitwohnungen und Bauland ersatzlos entfallen sollte.

Trotz des ungünstigen ökonomischen Umfelds sprechen viele Gründe dafür, dass neue Potentiale für den Tourismus im Seen- und Berggebiet bestehen. Wie in den 80er-Jahren bei der Uhrenbranche, bestehe die Möglichkeit, sich neu zu erfinden und wieder wettbewerbsfähig zu werden, schreibt Hotelleriesuisse. Ohne einschneidende Massnahmen sei eine Revitalisierung aber nicht möglich.

Die Veränderungen im Reiseverhalten hin zu mehr Kurzaufenthalten statt klassischer Ferienwochen im Alpenraum, gepaart mit dem globalen Wettbewerb im Feriengeschäft infolge tiefer Transportkosten, stellen hohe logistische und marketingtechnische Anforderungen an die Leistungsträger. Hotelleriesuisse fordert die stark fragmentierten Tourismusunternehmen im Seen- und Berggebiet auf, ihre Strukturen und Geschäftsmodelle rasch anzupassen.

Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen, müssten zusätzliche Energien in die verstärkte Marktbearbeitung fliessen. Es brauche aber auch eine stärkere Kooperation und gegenseitige Integration der Tourismusanbieter in den Ferienorten. "Dadurch entstehen handlungsfähige und damit wettbewerbsfähige Unternehmen, welche attraktivere Produkte anbieten und auf der Kostenseite wesentliche Synergien nutzen können, die heute in der Schweiz brach liegen", heisst es im Positionspapier.

Die Kooperation und Integration müsse durch die Unternehmen selber erfolgen. Der Staat solle mit seinen Förderinstrumenten und gesetzlichen Vorgaben entsprechende Anreize schaffen und die lokale Infrastrukturplanung unterstützen. Zudem solle er mit dem Abbau von unnötigen Regulierungen und Handelshemmnissen die Wettbewerbsverzerrung entschärfen.

Es gelte, "handlungsfähige Unternehmen und Destinationen hervorbringen, die bei Investitionen, Produktentwicklung und Angebotssteuerung stärker zusammenarbeiten". Die Autoren schlagen gemeinsame Managementgesellschaften in Tourismusorten vor. Sie fordern zudem eine tragfähige Raumentwicklung und eine hotelgerechte Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative.

Zu den wichtigen Faktoren zählt Hotelleriesuisse auch eine starke Landeswerbung sowie "exportgerechte Beschaffungskosten". Die Hochkosteninsel und mit ihr die Agrarpolitik seien wesentliche Bremser für die Entwicklung der Tourismuswirtschaft, die auf freien und transparenten internationalen Märkten im Wettbewerb bestehen müsse.

Als besonders problematisch bezeichnet der Verband die Lage für das Gastgewerbe im Nahrungsmittelbereich, der einen wesentlichen Anteil der Vorleistungskosten ausmacht. Hoteliers möchten auch künftig qualitativ hochstehende Schweizer Lebensmittel beziehen können, jedoch zu marktgerechten Einkaufspreisen.

Die grösste Wirkung und damit auch eine erhebliche Erleichterung an der Kostenfront würde der Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der EU im Agrar- und Lebensmittelbereich bringen. Langfristiges Ziel sei es deshalb, die entsprechenden Verhandlungen fortzusetzen und abzuschliessen.


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