Back to Top
Wirteverband Basel-Stadt

Wirteverband Basel-Stadt


10.01.2015

Bestpreisklauseln kartellrechtswidrig und damit unzulässig

Entscheid des Oberlandesgerichts Düsseldorf

Mit Beschluss vom 9. Januar 2015 hat der 1. Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf unter Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Kühnen die Auffassung des Bundeskartellamts bestätigt, dass die zwischen der HRS Hotel Reservation Service Robert Ragge GmbH und ihren Vertragshotels vereinbarten Bestpreisklauseln kartellrechtswidrig sind. Der Senat hat deshalb die Beschwerde der HRS gegen einen Beschluss des Bundeskartellamts vom 20. Dezember 2013 zurückgewiesen, mit dem HRS die weitere Durchführung und Vereinbarung von Bestpreisklauseln untersagt wurde.

Zur Begründung führt der Senat aus, dass die von HRS praktizierten Bestpreisklauseln eine Einschränkung des Wettbewerbs unter anderem zwischen den verschiedenen Hotelportalanbietern bewirke. Dies stelle einen Verstoss gegen § 1 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) dar.

Die Hotelunternehmen seien aufgrund der Bestpreisklauseln gehindert, ihre Hotelzimmerpreise und sonstigen Konditionen gegenüber den verschiedenen Portalen sowie im Eigenvertrieb unterschiedlich festzulegen. Durch die Bestpreisklauseln seien sie nämlich verpflichtet, HRS immer mindestens die gleich günstigen Zimmerpreise und Preisbedingungen einzuräumen. Auch dürfe HRS aufgrund der Klauseln in Bezug auf die Verfügbarkeit sowie die Buchungs- und Stornierungskonditionen nicht schlechter gestellt werden, als andere Vertriebskanäle.

Die Vereinbarung einer Bestpreisklausel nehme ferner anderen Hotelportalen den wirtschaftlichen Anreiz, den HRS-Hotelunternehmen niedrigere Vermittlungsprovisionen anzubieten, um im Gegenzug die Möglichkeit zu erhalten, die Hotelzimmer über ihr Portal zu günstigeren Preisen und Konditionen als HRS anbieten zu können.

Da der vom Bundeskartellamt festgestellte Marktanteil von HRS 30% übersteige, bewirke die Bestpreisklausel eine spürbare Wettbewerbsbeeinträchtigung und sei nicht durch die einschlägige Gruppenfreistellungsverordnung (Art. 101 Abs. 3 AEUV i. V. m. Art. 3, 7 Vertikal GVO) vom Kartellverbot freigestellt. Auch seien die Bestpreisklauseln nicht aufgrund von Effizienzvorteilen nach der Legalausnahme des Art. 101 Abs. 3 AEUV zulässig.

Der Senat hat gegen seine Entscheidung die Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof zugelassen, da das Bundeskartellamt aufgrund von Bestpreisklauseln gegen weitere Hotelportalanbieter Verfahren führe und auch im europäischen Ausland Bestpreisklauseln Gegenstand von Kartellverfahren seien.

Aktenzeichen: OLG Düsseldorf, VI - Kart. 1/14 (V)


WICHTIGE PANDEMIE-INFOS


Wir setzen uns mit ganzer Kraft für das Gastgewerbe ein. Zurzeit sind wir nur beschränkt in der Lage, Einzelanfragen telefonisch zu beantworten. Sollten Sie hier nicht fündig werden, schicken Sie uns bitte ein Mail an: info@baizer.ch

MERKBLÄTTER GASTROSUISSE
Arbeitsrechtliche Fragen
Betriebsschliessung
Erwerbsausfall
FAQ Rechtsberatung
GastroSocial
Hilfspaket
Kurzarbeit  
Lohnabrechnung
Massnahmen
Pandemie
Mietzinsherabsetzung
Musterbriefe
Stornierungen
Überbrückungskredite
Veranstalter
WHO-Empfehlungen

Betriebsschliessung temporär 
Betriebsschliessung dauerhaft
BS Finanzierung Lehrverhältnisse
BS Info für Unternehmen
Grenzgänger France Justificatif
Für unsere Freunde in Deutschland

ALLE ARTIKEL ZUM THEMA

Bitte lesen Sie die Merkblätter, Artikel und Informationen, bevor Sie unseren Rechtsdienst kontaktieren.

Rundschreiben
4. April 2020
1. April 2020
30. März 2020
27. März 2020
24. März 2020
23. März 2020
20. März 2020
19. März 2020
18. März 2020
Bis zum 17. März wurden die Schreiben per Mail verschickt. 



Die Mitgliederversammlung

wird erst im September stattfinden!