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Wirteverband Basel-Stadt

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21.02.2015

Feldschlösschen bewegt sich – ein bisschen

Preisabschläge bei Importbieren viel zu gering

Die Feldschlösschen Getränke AG reagiert auf die Euroschwäche und senkt die Preise für 55 Importartikel rückwirkend per 1. Februar 2015. Die rasche Reaktion ist löblich. Bei einer langfristigen Betrachtung entpuppen sich die Abschläge aber als höchst bescheiden. Noch immer behalten Feldschlösschen – und zahlreiche andere Importeure – massive Währungsgewinne zurück.

"Preisvorteile, die sich... auf gewissen importierten Produkten ergeben, gibt das Unternehmen Feldschlösschen – wie auch schon früher – seinen Kunden weiter", heisst es in einem Brief an die Gastronomiekunden, welchem eine Liste von Abschlägen beiliegt. Der "Euro-Rabatt" belaufe sich auf "durchschnittlich 7% unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Rabatte und Rückvergütungen", so Feldschlösschen.

Ausserdem werden letzten November per 1. März 2015 angekündigte Preiserhöhungen bei den Produkten Corona, Guinness Draught, Kilkenny, Smithwicks, Staropramen und San Miguel nicht vollzogen. Genauer gesagt: Sie werden "aufgrund der aktuellen Situation" auf den 1. September 2015 verschoben...

Wir haben die Preisabschläge nachgerechnet. Von insgesamt 55 Artikeln wird kein einziger um mehr als 5.6% gesenkt, bei mehr als der Hälfte liegt die Senkung unter 5%, zum Teil sogar deutlich. Im Durchschnitt wird der Listenpreis um 4.6% gesenkt. Wie Feldschlösschen auf 7% kommt, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht erhalten einige Kunden höhere Reduktionen als andere.

So lobenswert das rasche Reagieren des Branchenführers ist: Die Preisreduktionen sind viel zu gering – vor allem vor dem Hintergrund, dass es zwischen 2010 und heute kaum Abschläge gab, obwohl der Euro vor fünf Jahren noch bei 1.50 lag. Es gab in diesem Zeitraum sogar mehrere Aufschläge auf Importartikel!

Ein Liter Schneider Weisse kostete 2008 bei einem durchschnittlichen Eurokurs von 1.62 noch 3.80 Franken. Seit 1. Februar 2015 verkauft Feldschlösschen den Liter – nach der "Preissenkung" – für 3.98 Franken. Im Verhältnis zum bisherigen Preis von 4.20 Franken ist das ein Fortschritt. Langfristig gesehen, ist die Entwicklung jedoch fragwürdig.

Das Fassbier von Stella Artois hatte 2007 bei einem Eurokurs von durchschnittlich 1.61 einen Listenpreis von 3.03 Franken pro Liter. Nun wurde der Preis auf 3.43 "gesenkt", obwohl der Euro einen Drittel tiefer liegt. Auch hier ist die Preisentwicklung in der langfristigen Optik schlicht nicht nachvollziehbar.

Mit solchen Beispielen konfrontiert, schrieb Feldschlösschen: "Bitte beachten Sie..., dass Währungsdifferenzen nur einen Teil des Preises von Importprodukten ausmachen. Ein grosser Teil der Wertschöpfung findet... bei diesen Produkten in der Schweiz statt (...) und fällt in Schweizer Franken an."

Und weiter: "Während dieser Periode haben wir mehrere Preisanpassungen von unseren Lieferanten erhalten und... gleichzeitig... mehrere Millionen in die Verkaufspunkte und Markenarbeit investiert. Alle unsere Gastronomiekunden haben sehr von den absatzfördernden Massnahmen profitiert und sind mit den Resultaten extrem zufrieden." Aus Sicht der Gastronomen seien die Produkte "mit unserem Support noch immer sehr interessant für die Kunden" – die Marktleistung definiere sich nicht nur über den Preis alleine.

Wir lassen die untenstehenden Zahlen sprechen. Irgendjemand schöpft hier gewaltig Kaufkraft ab: die ausländischen Hersteller, der Carlsberg-Konzern – oder beide.



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