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Wirteverband Basel-Stadt

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16.11.2016

Gastgewerbe will mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten

Baden-Württembergs Unternehmer leiden unter starren Regelungen

Baden-Württembergs Gastronomen und Hoteliers leiden unter Bürokratie und starren Arbeitszeitzeitregelungen. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga appelliert an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, sich im Interesse der Tourismuswirtschaft für mehr Flexibilität einzusetzen.

In seiner Rede vor rund 350 Gästen hob der Verbandsvorsitzende Fritz Engelhardt beim Landesdelegiertentag des Verbandes in Donaueschingen die Rolle des Gastgewerbes als Job- und Integrationsmotor in Baden-Württemberg hervor. So habe die Branche in den letzten sechs Jahren mehr als 25'000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Mit einem Ausländeranteil von 38 Prozent bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten leisteten Gastronomie und Hotellerie zudem einen beachtlichen Beitrag, um Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ins Arbeitsleben und damit in die Gesellschaft zu integrieren.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann ergänzte: "Die Mitgliedsbetriebe des Dehoga arbeiten mit ihren Teams jeden Tag mit viel Herzblut, mit Ideen und Tatkraft, mit Innovationen und Investitionen daran, dass Baden-Württemberg ein beliebtes Reise- und Geniesserland ist. Sie tragen damit auch zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen in vielen anderen Bereichen bei."

Engelhardt plädierte im Beisein des Ministerpräsidenten aber auch für die Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes an die Europäische Arbeitszeitrichtlinie. Statt der aktuell geltenden starren 10-Stunden-Obergrenze pro Arbeitstag solle die EU-Regelung gelten, die eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden festschreibt.

"Niemand soll in der Summe länger als bisher arbeiten", betonte Engelhardt. In einer gastgesteuerten Dienstleistungsbranche müssten die Unternehmen jedoch flexibel auf Lastspitzen reagieren können, ohne gegen Gesetze zu verstossen, so der Verbandschef.

"Was soll der Gastronom tun, wenn die Feier im Lokal länger dauert? Die Gäste heimschicken oder 15'000 Euro Bussgeld riskieren?" Auf die aktuelle Rechtslage reagierten immer mehr Wirte im Land mit kürzeren Öffnungszeiten und mehr Ruhetagen – laut Engelhardt eine problematische Entwicklung für die Tourismuswirtschaft im Land.

Ministerpräsident Kretschmann erklärte, dass die grünschwarze Landesregierung den Wunsch von Unternehmern und Beschäftigten nach mehr Flexibilität unterstütze und entsprechend im Koalitionsvertrag verankert habe: "Wir möchten den Wünschen der Beschäftigten nach mehr Arbeitszeitsouveränität auf der einen Seite und den Flexibilitätsanforderung der Arbeitgeber auf der anderen Seite Rechnung tragen. Wir wollen vorhandene Hürden abbauen, wozu wir passgenaue Arbeitszeitregelungen brauchen, die den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Betriebe und ihrer Beschäftigen entsprechen", sagte Kretschmann.

Mit rund 30'000 mittelständischen Betrieben, mehr als 250'000 Erwerbstätigen und ca. 11 Milliarden Euro Jahresumsatz zählt das Hotel und Gaststättengewerbe zu den grossen mittelständischen Branchen im Land. Hotellerie und Gastronomie sind Hauptleistungsträger der wachsenden Tourismuswirtschaft in Baden-Württemberg.


 

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