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Wirteverband Basel-Stadt

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26.02.2017

Tourismus hofft auf Ende des Abschwungs

Kommen die Chinesen zurück?

Der Schweizer Tourismus leidet seit der Aufgabe des Mindestkurses vor gut zwei Jahren bekanntlich stark: die Gästezahlen sinken kontinuierlich. Nun scheint ein Ende des Abschwungs in Sicht. Für die Verantwortlichen des Branchenverbandes Schweiz Tourismus gibt es jedenfalls zahlreiche Indikatoren für eine Bodenbildung und entsprechend hoffen sie auf eine sanfte Erholung im laufenden Jahr.

awp. Die Zahlen für 2016 zeigen vor allem noch die Auswirkungen der Terroranschläge auf die Reisefreudigkeit generell in Europa. Gerade aus China gab es massive Rückgänge von 18% bei den Logiernächten in der Schweiz.

"Europa wird in China immer noch als Gesamterlebnis gebucht. Das Traumziel ist und bleibt Paris und wird dann beispielsweise mit der Schweiz und Italien kombiniert. Entsprechend deutlich haben wir die Rückgänge hierzulande gespürt", sagte Schweiz Tourismus-Direktor Jürg Schmid.

Frankenstärke bleibt

Auch der starke Franken ist und bleibt ein Thema in der Branche. "Besonders in den Köpfen ist der teure Franken noch verankert. Wenn man dann aber mal genau schaut, sind die Preise in der Schweiz doch um 10-12% zurückgekommen", sagte Schmid. Hinzu komme, dass sich die Anbieter einiges einfallen liessen und für die Gäste Pakete schnürten. "In vielen Regionen sind im Sommer beispielsweise die Bergbahnen inklusive", so der Verbandschef.

Eine gehörige Portion Hoffnung liegt aber auch auf der Rückkehr der chinesischen Touristen. Die Entwicklung in China gehe derzeit stark in Richtung Individualreisen. Das könne eine Chance für die Schweiz sein, da sich bei einer höheren Verweildauer der Gäste auch bessere Margen ergäben. "Allerdings müssen wir uns wohl von früheren Wachstumsraten verabschieden", räumt Schmid ein.

Auch im Bereich Incentive- und Geschäftsreisen sowie bei Meetings und Kongressen könne die Schweiz ihren Status als sicheres Land etwas abseits der grossen weltpolitischen Bühne nutzen. "Kleinheit kann auch eine Chance sein", meint Schmid dazu.

Generell setze man weiter auf das Erlebnis Schweiz – Preisdumping habe sich ohnehin nicht als nachhaltige Strategie erwiesen. Die Schweiz sei noch nie billig gewesen. Man müsse die Qualitäten nun auch wieder mit einem gewissen Selbstbewusstsein nach aussen tragen. Entsprechend wolle man sich auch auf eine nicht so preissensitive Klientel konzentrieren. Eine Möglichkeit hier sei beispielsweise die stärkere Bearbeitung der skandinavischen Märkte.

Wintergeschäft mit schwerem Start

Zufrieden zeigt sich der Tourismusverband indes mit der aktuellen Wintersaison. "Der Start war zwar schwierig und auch die Lage der Feiertage war ungünstig", erklärte Schmid. Dann habe es aber eine kräftige Verbesserung gegeben – ein schneereicher Januar habe alle versöhnt. Auch für den Februar sehe es bislang gut aus. Entsprechend erwartet Schweiz Tourismus für die Wintersaison ein Plus gegenüber dem Vorjahr.

Die Bergbahnen seien zudem auf die späte Lage der Osterzeit eingestellt. Nach dem aktuellen Stand werden – je nach Frühlingstemperaturen – wohl an Ostern noch schweizweit in 66 Gebieten die Bahnen in Betrieb sein. "Dann muss man nur die Lust am Schnee solange hoch halten", so Schmid.

Hoteliers kämpfen mit Kosten

Für die Hoteliers bleiben der starke Franken und die hohen Kosten die grösste Herausforderung. Das hat die jüngste Umfrage des Verbands Hotelleriesuisse bei seinen Mitgliedern ergeben. Bei der Preisentwicklung gibt es derweil Licht am Ende des Tunnels – trotz des Drucks durch den starken Franken. Immerhin 62% der befragten Hotels konnten ihre Winterpreise 2016/17 im Vergleich zum Vorjahr halten. In der Saison davor seien es nur 49% gewesen.

Ebenfalls vor Probleme werden die Hotelbetreiber durch den Fachkräftemangel gestellt. Hier gebe es aber mittlerweile Beispiele für Mitarbeiter-Sharing nach dem Motto "Im Sommer am See, im Winter im Schnee".

Grössere Sorgen gibt es wegen der Knebelverträge von Online-Buchungsplattformen. Als Hotelier müsse man auf diesen Plattformen trotz teils überrissener Konditionen vertreten sein, da ein Grossteil der Übernachtungen über dieses Medium gebucht werde. Teilweise gebe es sogar Preisvorschriften für die hoteleigene Website. "Diese Eingriffe in die unternehmerische Freiheit sind absolut inakzeptabel", sagte Hotelverbandschef Andreas Züllig. Die Nachbarländer hätten bereits mit Verboten solcher Konditionen reagiert, nun müsse auch die Schweiz handeln.

Trotz der Widrigkeiten gehen viele Betriebe von einer leichten Entspannung aus. Züllig zeigt sich von der Haltung der Hoteliers in diesem immer noch schwierigen Umfeld beeindruckt. Eine grundsätzliche Stabilisierung sei allerdings erst mittelfristig zu erwarten.

Dagmar Morawitz / awp


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