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Wirteverband Basel-Stadt

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05.03.2017

Neuer Gästerekord in Freiburg

Kürzere Aufenthaltsdauer, weniger Ausländer

Für das Jahr 2016 ziehen die Tourismusverantwortlichen von Freiburg im Breisgau eine positive Bilanz. Im vergangenen Jahr kamen so viele Übernachtungsgäste wie noch nie in die Stadt, allerdings blieben sie kürzer.

Der Freiburger Reiseverkehr, also die Summe aus Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Campingplätzen und der Jugendherberge, verzeichnete für das Jahr 2016 insgesamt 761’200 Gäste, was einem Plus von 0.8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit erzielte die Hotellerie einen Zuwachs von 0.3 Prozent auf insgesamt 1.092 Millionen Übernachtungen. Im Bereich der Pensionen, Campingplätze und Jugendherbergen gab es hauptsächlich aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse weniger Übernachtungen.

Im gesamten Reiseverkehr stabilisiert sich die Anzahl der Übernachtungen in Freiburg mit 1.438 Millionen damit fast auf Vorjahresrekord von 1.448 Millionen. Der Ausländeranteil ist um 2.1 Prozent zurückgegangen, wofür als Ursache massgeblich die internationale Krisensituation ausgemacht werden kann. Dieser Trend ist bundesweit spürbar, jedoch wird der Rückgang durch inländische Gäste mehr als wettgemacht.

FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann: «Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Bei den Übernachtungszahlen ist aus unserer Sicht kaum noch Wachstum möglich. Die Kapazitätsgrenze ist bei den Hotels erreicht. Freiburg ist in den letzten Jahren in allen Bereichen stark gewachsen, nur im Bereich der Hotelkapazitäten ist die Infrastruktur für die Gäste nicht mitgewachsen. Daher freuen wir uns über die grossen Investitionen in den Zuwachs von ca. 760 Zimmern.»

Die Zahl der Tage und Wochenenden, an denen Freiburg ausgebucht ist, nimmt zu. So hat Freiburg im baden-württembergischen Vergleich die höchste Bettenauslastung. In 2016 betrug die Auslastung in der Freiburg Hotellerie 57.1 Prozent, in Heidelberg 55.9 Prozent, in Stuttgart 52.4 Prozent, in Baden-Baden 48.9 Prozent und landesweit 43.6 Prozent. Kleinere Häuser sowie Privatzimmer gehen nicht in die Statistik ein.

Dem Bettenzuwachs von 7 Prozent in der Freiburger Hotellerie in den letzten zehn Jahren steht ein Übernachtungszuwachs um 25 Prozent im gleichen Zeitraum gegenüber. Freiburg liegt damit im Bundesvergleich auch bei der Auslastung der angebotenen Hotelzimmer direkt hinter Hamburg und München auf Platz drei.

Die überdurchschnittlich hohe Zimmerauslastung in der Freiburger Hotellerie hat dazu geführt, dass in- und ausländischer Investoren im ersten Halbjahr von 2017 vier grosse Hotels in Freiburg eröffnen werden: Hampton by Hilton, Wyndham Super 8-Hotel Freiburg, Holiday Inn Express und Motel One.

Des Weiteren wird das Hotel Rheingold nach dem Umbau eine Kapazität von 150 Zimmer haben. In Planung sind auch ein weiteres Privathotel auf dem Güterbahnhof-Areal mit 60 Zimmer sowie das Resort Luisenhöhe und die Erweiterung des Hotels am Stadtgarten mit 30 Zimmern.

Anders als in den Vorjahren war das Ausland nicht Wachstumsmotor: Der Ausländeranteil an Übernachtungsgästen ist aufgrund der internationalen Sicherheitslage, um 2.1 Prozent zurückgegangen, was aber durch einen steigenden Gästeanteil aus Deutschland ausgeglichen werden konnte. Eine Entwicklung, die auch in anderen Städten zu beobachten war: So ist in Heidelberg beispielsweise der Anteil an ausländischen Übernachtungsgästen um 4.6 Prozent gesunken.

Neben dem Aspekt der Sicherheit und der nationalen und internationalen medialen Aufmerksamkeit aufgrund der beiden Mordfälle, wurde der Freiburger Tourismus auch stark durch Wetterkapriolen geprägt. Kälte, Starkregen und Unwetter begrenzten die Reiselust in die sonnigste Stadt Deutschlands und beeinflussten insbesondere die negative Entwicklung im Campingbereich.

Am stärksten abgenommen haben die Besuche aus China: Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang um 25.5 Prozent auf 11’496 Übernachtungen zu beobachten. Die Liste der zehn bedeutendsten Herkunftsländer der Freiburger Übernachtungsgäste führt nach wie vor die Schweiz als Spitzenreiter mit insgesamt 127’492 Übernachtungen an, gefolgt von Frankreich mit 41’514 Übernachtungen. Auf Platz drei befindet sich Spanien mit 34’528 Übernachtungen. Aus Italien sind 32’780 Übernachtungen zu verzeichnen, dicht gefolgt von den Niederlanden mit 32’659 Einheiten.

Es folgen das Vereinigte Königreich (32’659), die USA (31’262), die arabischen Golfstaaten (25’726), Russland (14’733). Mit 14’035 Übernachtungen verdrängt Israel China (einschliesslich Hongkong) vom zehnten Platz im Jahr 2016.

2016 konnte erfolgreich der Freiburger Buchungsservice für Hotelzimmer und Ferienwohnungen etabliert werden, den die FWTM mit der Freiburger Hotellerie ins Leben gerufen hat. Hierzu gehört unter anderem die Vermittlung von Unterkünften bei telefonischen Buchungsanfragen, bei Onlinebuchungen über freiburg.de und auch bei Kongress- und Gruppenreservierungen.

Von den vier neuen Hotels, die in 2017 in Freiburg eröffnet werden, sind bereits Wyndham Super 8-Hotel Freiburg und Hampton by Hilton die Vertragspartnerschaft mit dem Freiburger Buchungsservice eingegangen. Motel One hat eine Teilnahme angekündigt.

Die Vermittlung von Unterkünften an Kongressteilnehmer und Gruppen erfolgt durch das Freiburg Convention Bureau der FWTM. So hat das Convention Bureau beispielsweise die Hotelbuchung für rund 700 Teilnehmern am 28. Ordentlichen Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vom 6. bis 10. Mai 2017 in der Messe Freiburg übernommen. Hierfür wurden Zimmer bei 20 Freiburger Hotels gebucht und ein Umsatz von 370’000 Euro erzielt.

Franziska Pankow, FWTM-Abteilungsleiterin Tourismus, Convention Bureau & Events: «Die Umsatzzahlen des Convention Bureau zeigen, welche Bedeutung das Messe- und Kongressgeschäft für die Hotellerie und Gastronomie in Freiburg hat: Es ist nicht nur ein bedeutender Image- sondern auch Wirtschaftsfaktor.»

Auch für das Jahr 2017 rechnet die FWTM aufgrund der guten, konjunkturellen Wirtschaftslage und gut gebuchter Kongress- und Messehallen sowie eines vollen Veranstaltungskalenders mit einem hohen Besucheraufkommen.

Die FWTM entwickelt derzeit zusammen mit dem Institut Projekt M und in Abstimmung mit dem Tourismusbeirat ein Tourismuskonzept zur strategischen Weiterentwicklung des Freiburg-Tourismus hinsichtlich zukünftiger Infrastruktur- und Marketingmassnahmen. Das Tourismuskonzept wird Mitte des Jahres fertiggestellt. Eine Gästebefragung wird ermitteln, welche Dienstleistungen die Freiburger Gäste erwarten und welche Angebote sie besonders nutzen.

Eine wichtige Massnahme, die bereits in Angriff genommen wurde und bis Juli 2017 umgesetzt wird, ist eine neue touristische Webseite für Freiburg, in die auch das städtische Buchungsportal intergiert sein wird. Die Webseite wird sich stärker als bisher an den Anforderungen moderner Kommunikation und an den Informations- und Servicebedürfnisse der Gäste ausrichten.

FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann: «Wir warten dringend auf das Urteil zur Bettensteuer, damit wir das Tourismuskonzept auch finanziell umsetzen können.»


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