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Wirteverband Basel-Stadt

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28.06.2017

Zwischen Realismus und Optimismus

Abwartende Stimmung bei Österreichs Tourismusunternehmern

Bereits zum dritten Mal steht die Gemütslage der österreichischen Tourismusunternehmer im Mittelpunkt einer Deloitte-Analyse. Die Befragung wurde auf ganz Österreich ausgeweitet und bietet so einen umfassenden Einblick in die Stimmung der Branche.

Im Rahmen des Tourismusbarometers 2017 haben 230 österreichische Unternehmer Fragen zu folgenden sechs Kernbereichen beantwortet: Wirtschaftliche Lage des Tourismus, regionales Umfeld und regulatorische Rahmenbedingungen, Geschäftsentwicklung, Mitarbeiter, Investition und Finanzierung sowie Online-Vertrieb im Beherbergungssektor.

Zusätzlich wurden die Touristiker zum aktuellen «Hot Topic» der Studie befragt, bei dem das Thema Betriebsübergaben von familiengeführten Tourismusunternehmen aufgegriffen wurde. Insgesamt weist der Tourismusindex 2017 mit einem Gesamtwert von 2.99 (Schulnotensystem) auf eine abwartende Stimmung hin.

Zuversicht vorherrschend

Im Vergleich zum Vorjahr wird die wirtschaftliche Gesamtsituation mit einem Wert von 2.71 (Vorjahreswert 2.77) als quasi unverändert angesehen. Auch wenn für die zukünftige Entwicklung keine grossen Sprünge erwartet werden, so wird dem Tourismus doch eine konstant gute Lage prognostiziert.

Mehr als die Hälfte der befragten Touristiker sind mit ihrem erzielten Umsatz der vergangenen Wintersaison zufrieden bzw. sehr zufrieden. Die grösste Zufriedenheit ist dabei unter den Salzburger Tourismusunternehmen zu finden, die geringste unter den Wienern. Was den Sommer angeht, zeichnet sich ein optimistisches Bild, die Unternehmen rechnen mit mehr Gästen und einem Umsatzanstieg.

Drückende Abgabenlast

Unter den Begriffen regionales Umfeld und regulatorische Rahmenbedingungen sind jene Faktoren zusammengefasst, die sich zwar auf die Entwicklung des Betriebs auswirken, allerdings durch die Betriebsführung selbst nicht oder nur bedingt beeinflussbar sind. Dazu zählen Aspekte wie die Mitarbeiterverfügbarkeit, die allgemeine Kostensituation, die Steuer- und Abgabenlast sowie der Mitbewerb.

Die drückende Steuer- und Abgabenlast wird dabei mit einer Gesamtnote von 4.2 als die grösste Hürde wahrgenommen, dicht gefolgt von der Kostensituation (3.9). «Die hohen Steuern und Abgaben bereiten den Touristikern weiterhin Kopfzerbrechen. Es braucht dringend Entlastungen, um den Betrieben das Wirtschaften zu erleichtern», fordert Andreas Kapferer. Im Vergleich dazu wird der Mitbewerb als verhältnismässig unproblematisch gesehen.

Fachkräftemangel weiterhin aktuell

War der Fachkräftemangel schon im Vorjahr eine grosse Herausforderung, so hat sich die Situation heuer weiter zugespitzt. Den grössten Mitarbeiterbedarf gibt es dabei im Servicebereich, dicht gefolgt von der Küche.

«Die Lehrlingsknappheit wird österreichweit zu einer wachsenden Belastung. Das kann zu einer Zuspitzung der ohnehin schon prekären Lage führen», fügt Kapferer hinzu. «Dörfliche Kooperationen wie Angebots- und Personalsharing sind Möglichkeiten, den akuten Mitarbeitermangel zu umschiffen.»

Erschwerte Finanzierung

Mehr als ein Drittel der Befragten empfindet es im Vergleich zum Vorjahr schwieriger bis deutlich schwieriger Finanzierungszusagen zu erhalten. Dies führt zu einem Investitionsrückstau, 30% traten heuer von ursprünglich geplanten Vorhaben zurück.

«Viele Tourismusunternehmer klagen über Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Unsere Beratungspraxis zeigt ein differenzierteres Bild, aber offensichtlich gibt es Handlungsbedarf», erklärt Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte Tirol.

Dieser Entwicklung steht die Investitionszuwachsprämie als positive Gegenmassnahme gegenüber. Aufgrund der starken Nachfrage im Jahr 2017 wird es diese Förderung auch 2018 wieder geben.

Trend zu Direktbuchungen

Aus der Studie geht hervor, dass Online-Buchungsplattformen einen wesentlichen Vertriebskanal für Beherbergungsunternehmen darstellen. Trotzdem geht der Trend zu Direktbuchungen, wobei es in Sachen Digitalisierung noch deutliches Optimierungspotenzial gibt.

Schwierige Betriebsübergaben

Als Schwerpunktthema wurde in diesem Jahr die Betriebsübergabe von familiengeführten Unternehmen im Tourismusbereich gewählt. Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen belasten oft persönliche Konflikte den reibungslosen Übergang. Das Hinzuziehen eines externen Beraters kann sich bei der Konfliktlösung als hilfreich erweisen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreichs Tourismusunternehmer gefasst in die Zukunft blicken. Als anpassungsfähige Realisten sind sie sich ihrer eigenen Stärken bewusst und begegnen den täglichen Herausforderungen und der Zukunft ihrer Branche mit Besonnenheit und Optimismus.


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