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Wirteverband Basel-Stadt

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13.12.2017

Der Handel bittet zu Tisch

Handelsgastronomie in Deutschland

Einst waren Handel und Gastronomie sauber voneinander getrennt. Auf der einen Seite hat der Handel Lebensmittel für die Zubereitung zu Hause verkauft, auf der anderen Seite haben Restaurants Speisen und Getränke vor Ort angeboten. Längst hat der Handel die Vorteile von gastronomischen Angeboten entdeckt und dringt mit unterschiedlichen Formaten in den Bereich der Gastronomie ein.

Unsere Gesellschaft ist mobiler geworden, das verfügbare Einkommen der Konsumenten ist gestiegen, der Trend zur Urbanisierung hält an, und gleichzeitig wohnen immer mehr Menschen in kleineren Haushalten – alles Voraussetzungen, die den Ausser-Haus-Verzehr begünstigen. Das blieb auch dem Einzelhandel nicht verborgen, der sich ein immer grösseres Stück dieses Kuchens abschneidet.

In Deutschland beträgt der handelsgastronomische Umsatz jährlich bereits über 9 Milliarden Euro, wie eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens EHI zeigt. «Handelsgastronomie findet branchen- und flächenübergreifend statt und es wird einiges ausprobiert. Das Ziel ist, die Frequenz auf der Fläche zu erhöhen, die Verweildauer der Kunden zu verlängern und ein möglichst angenehmes Umfeld zu schaffen», beschreibt Olaf Hohmann, Mitglied der EHI-Geschäftsleitung, die Entwicklung.

Im deutschen Handel findet das konzeptionelle Zusammenspiel von Handel und Gastronomie aktuell bei etwa 33’000 Verkaufsstellen statt. Über die Hälfte, nämlich 5.2 Milliarden Euro bzw. 56 Prozent des handelsgastronomischen Umsatzes generiert der Lebensmitteleinzelhandel an ca. 25’000 Standorten, davon drei Milliarden in der Vorkassenzone, zwei Milliarden mit To-go-Convenience und 200 Millionen Euro durch Gastronomie auf der Handelsfläche.

Den zweiten Platz im Ranking nehmen mit zwei Milliarden Euro die bundesweit 480 Shopping-Center ein, gefolgt von den rund 5000 handelsgastronomisch relevanten Tankstellen mit einer Milliarde Euro. In rund 500 Möbelhäusern mit angeschlossenem Restaurant, Café und/oder Imbiss werden ca. 400 Millionen Euro umgesetzt und bei den 150 Warenhäuser liegt der Bruttoumsatz bei rund 240 Millionen Euro. Baumärkte und Gartenfachmärkte haben etwa 1800 Standorte mit gastronomischen Angeboten wie Imbissen oder Cafés. Ihr gastronomischer Bruttoumsatz beläuft sich auf etwa 360 Millionen Euro.

Der Textilhandel und der Buchhandel verzeichnen trotz ihrer hohen Anzahl an Filialen aktuell noch die niedrigsten Handelsgastronomie-Anteile. Grosse Buchhandlungen erzielen mit ca. 100 relevanten Standorten rund 5 Millionen Euro, während Textilhändler in etwa 100 relevanten Standorten ein geschätztes Bruttoumsatzvolumen von 50 Millionen Euro erreichen.


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