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Wirteverband Basel-Stadt

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22.06.2018

Glamping ist voll angesagt

Luxus-Camping: von Angebot und Nachfrage

Der Glamour-Camper liebt Abenteuer und macht gerne neue Erfahrungen, ohne dabei auf Komfort zu verzichten.

Durchsichtige Kugeln mitten in der Natur, «Nester» hoch oben auf Bäumen oder Tipis am Waldrand: Um Gäste anzusprechen, sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt – und das stösst auf Begeisterung.

Im letzten Jahrzehnt erlebten Campingferien eine kleine Revolution. Vergessen sind Plastikzelte und Gasrechauds und auch das Mitnehmen von Kleiderbergen im Falle einer Wetteränderung: Denn jetzt kommt Glamour-Camping, Glamping genannt.

Die angelsächsischen Länder stehen am Ursprung dieses Trends, der gemäss Experten für einen regelrechten Lebensstil steht. Glamping entstand 2007 in Grossbritannien und breitete sich schnell in den USA und in Europa aus. «Diese Unterkünfte vereinen Nähe zur Natur, Komfort und Umweltschutz und bieten manchmal gleichzeitig Dienstleistungen im Wellnessbereich oder Exkursionen an», fasst das Walliser Tourismus Observatorium in einem Artikel zusammen.

Der Erfolg dieses Konzepts kommt nicht von ungefähr. Statistiken belegen, dass sich Camping-Ferien im Allgemeinen auf Erfolgskurs befinden – insbesondere in unserem Land. 2017 verzeichnete der Touring Club Schweiz (TCS) 530 000 Logiernächte, was einer Zunahme von 8 Prozent entspricht. Die Glamping-Unterkünfte waren fast die gesamte Hauptsaison ausgebucht.

Der einfache Zugang zu diesen Angeboten, die sich gleichermassen an Familien wie auch an Rentner richten, und der Komfort in unmittelbarer Naturnähe werden sehr geschätzt. «Glamping-Angebote eignen sich ausgezeichnet, um die bedeutendsten Vorzüge der touristischen Schweiz hervorzuheben: die Natur, die Qualität und der Komfort. Immer mehr Gewicht erhält zudem das Erleben einer aussergewöhnlichen Erfahrung», erklärt Véronique Kanel, Mediensprecherin bei Schweiz Tourismus.

Es gibt also genug Gründe für Fachleute, sich für dieses Thema zu interessieren. Gemäss einer kanadischen Studie, die kürzlich von Chaire Tourisme Transat und Réseau de veille en Tourisme durchgeführt wurde, ist Glamping ein Nischenmarkt mit Potenzial. «Vermehrt suchen Reisende einen umweltfreundlichen Kompromiss zwischen dem Camping, das einen direkten Kontakt zur Natur ermöglicht, und der klassischen Hotellerie, die für Komfort steht. Die «Glamper» erwarten Qualitätsleistungen: bequeme Betten, eine komplett ausgestattete Küche, private Sanitäranlagen, und dies alles in direkter Verbindung zur Natur.»

Das Beherbergen von Glamping-Gästen bringt zudem mehrere Vorzüge mit sich. «Diese Touristen sind weniger vom Wetter und von Preisanpassungen abhängig. Auch handelt es sich um Gäste, die, um von einer solchen Erfahrung profitieren zu können, bereit sind, einen angemessenen Preis zu zahlen», sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS. Gemäss dem Spezialisten handelt es sich bei Glamping-­Touristen hauptsächlich um Städter, die «eine spielerische Erfahrung nicht weit weg von zu Hause machen wollen».

Die ausgefallenen und vielseitigen Angebote bringen nicht nur neue Gäste, sie erneuern auch die Art und Weise der Geschäftsführung. «Wir erledigen alle anstehenden Aufgaben, jedoch mit viel mehr Freiraum. Unsere Pods wurden 2013 errichtet und seither verlief keine Saison wie die andere. Wir können uns insbesondere im Bereich der Aktivitäten jedes Jahr neu erfinden, da unser Arbeitsumfeld viel Platz für Kreativität lässt. Es ist daher möglich, neue Räume zu schaffen, von denen jeder Platz für ein anderes Universum bietet», sagt Emilien Sommier, Direktor von Whitepod im Wallis.

Doch Vorsicht, dass man sich dabei nicht verzettelt. Wer ein solches Konzept umsetzen will, braucht einen guten Standort und Aktivitäten, die den Gästen ein starkes Naturerlebnis ermöglichen. Diese sind gemäss kanadischen Experten wichtiger als soziale Aktivitäten, wie sie regelmässig auf Internetseiten von traditionellen Campings angeboten werden.

In diesem Punkt verkompliziert sich jedoch die Situation in der Schweiz. Denn gemäss Oliver Grützner weist unser Land diesbezüglich noch einen gewissen Rückstand auf. «Solche Projekte sind schwer umsetzbar, da sich die Infrastrukturen in Naturschutzgebieten befinden. Ausserdem sind die Kosten für den Bau und für Arbeitskräfte bei uns erhöht.

In der Schweiz werden viele Projekte durch Privatpersonen initiiert. In Frankreich sind es oftmals grosse Ketten, welche die Investitionsmittel einbringen. Der TCS ist in der Schweiz die einzige Fachorganisation, welche die nötigen Kapazitäten besitzt.»

Zwischen Realitätsflucht und Einschränkungen muss Glamping in der Schweiz noch seinen Weg finden. Doch mit Bestimmtheit lässt sich sagen, dass diese Art von Beherbergung gute Zukunftsaussichten hat.

Johanne Stettler / GastroJournal


 

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