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Wirteverband Basel-Stadt

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31.05.2009

Neues Tourismuskonzept für Baden-Württemberg

Profilieren, modernisieren, professionalisieren, kooperieren

Der Tourismus in Baden-Württemberg soll mit mit einem weiterentwickelten Konzept zukunftssichere Rahmenbedingungen erhalten. Das hat die Landesregierung in Stuttgart beschlossen. Touristische Kernmärkte des Landes sind die Bereiche Gesundheit & Wohlfühlen, Aktiv & Natur, Städte sowie Kultur & Genuss. Weitere Themen sind die Bereiche Bauernhofurlaub, Wintersport und Wasser.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister bestätigt die hohe Bedeutung des Fremdenverkehrs in Baden-Württemberg: "Die Tourismuswirtschaft sichert 280'000 Arbeitsplätze im Land. Dies entspricht einem Anteil tourismusabhängiger Erwerbstätiger von fünf Prozent an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen." Die direkten Umsätze aus dem Tages- und Übernachtungstourismus beziffert der Minister auf netto 13.6 Milliarden Euro.

Der baden-württembergische Tourismus sieht sich unter Nachfrage- und Wettbewerbsveränderungen einem erheblichen Wandlungsdruck ausgesetzt. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Übernachtungswachstum von 1.4 Prozent von 1997 bis 2008 lag das Land zwar unter dem Bundesdurchschnitt von 1.7 Prozent, aber vor traditionellen Urlaubsländern wie Bayern, Niedersachsen und Schleswig Holstein.

Unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise sind nach den Rekordzahlen des Vorjahres (16.5 Millionen Ankünfte, 43.6 Millionen Übernachtungen) nun im ersten Quartal 2009 die Ankünfte um 4.6 Prozent und die Übernachtungen um 5.2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr zurückgegangen.

Im Rahmen des Tourismuskonzeptes wurde eine Standortbestimmung vorgenommen. Zudem wurden die Entwicklung in den letzten elf Jahren analysiert, die vorhandenen Potenziale und Angebote untersucht und die Kernkompetenzen des Landes in Märkte klassifiziert. Schliesslich wurde eine Strategie formuliert, die den stringenten Aufbau von Destinations- und Erlebnismarken vorsieht. Davon ausgehend wurden Handlungsleitlinien für die Akteure entwickelt, an die konkrete Projekt- und Massnahmenbeispiele für Querschnittsaufgaben und ausgewählte Märkte anschliessen.

Das Konzept richtet sich an alle Akteure im Tourismus, von der Ebene der Leistungsträger bis hin zur Ebene des Landes. Da es sich aber um ein langfristig angelegtes Strategiepapier handelt, sind keine kurzfristigen Antworten auf die derzeitige Krise enthalten. Eine konsequente Umsetzung der Strategien könne allerdings die Anfälligkeit für derartige Ereignisse mindern helfen, meint Wirtschaftsminister Pfister.

Verändertes Reiseverhalten

Reisen werden künftig noch flexibler und kurzfristiger gebucht, vor allem über das Internet. Die Touristen werden noch qualitäts- und preisbewusster. Die Anzahl der Kurzreisen bleibt auf hohem Niveau, während gleichzeitig der lange Erholungsurlaub als Gegentrend wieder an Bedeutung gewinnt.

Die Touristen von morgen reisen weniger destinationsorientiert. Im Vordergrund stehen vielmehr Anlässe und Erlebsnisse. Deshalb gewinnen Marken wie Europapark oder Westweg gegenüber geografischen Zielen wie Schwarzwald oder Bodensee an Bedeutung. Im Konzept ist von einer "verstärkten Nachfrage nach multioptionalen Angeboten" die Rede. Ein Vorteil des Schwarzwalds könne es beispielsweise sein, über das bessere kombinierte Angebot für Wandern, Radfahren und Shopping zu verfügen als andere Feriengegenden.

Mehr Profilierung und Vernetzung

Die Landesregierung sieht einen erhöhten Modernisierungsbedarf für das Beherbergungsgewerbe. Aber auch andere Akteure wie Wirte, Veranstalter und Städte müssten mehr in die Qualität investieren. Den Kommunen wird empfohlen, stärker nach Alleinstellungsmerkmalen zu suchen, weil diese im weltweiten Wettbewerb immer wichtiger werden. Als positives Beispiel gilt hier die Outlet-Stadt Metzingen, die mit ihren Geschäften grosse Bekanntheit erlangt hat.

Das Image als Geniessland genüge auf Dauer nicht, weil es auch anderswo gutes Essen gebe, heisst es im Konzept der baden-württembergischen Regierung. Eine EU-Studie hat offenbart, dass nur die wenigsten Städte im Land internationale Tourismusmarken sind. Einzig Heidelberg, Baden-Baden und Stuttgart verfügen über einen entsprechenden Bekanntheitsgrad.

Der Tourismus im ländlichen Raum ist ein wesentlicher und integraler Bestandteil des Konzeptes. Der Markt von morgen müsse heute erschlossen werden, meint Peter Hauk, der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum: "Kombinierte Angebote von Natur mit Aktivurlaub, Kultur, Genuss und Gesundheit sind wachstumsstarke Bereiche." Entscheidend sei, auf sich abzeichnende Trends frühzeitig und mit den richtigen Strategien zu reagieren. Dem Erhalt und der Schaffung neuer Arbeitsplätze im ländlichen Raum wird oberste Priorität eingeräumt.

Die ländlichen Räume verfügen über grosse touristische Potenziale. Bemängelt wird die mangelnde Vernetzung zwischen den Akteuren. Man denke viel zu kleinräumig. Entwicklungsmöglichkeiten ortet das Konzept unter anderem im Rad- und Wandertourismus. Es wird angeregt, Produkte und Routen für Tages- und Kurzzeitradler zu schaffen.

Der baden-württembergische Städtetag begrüsst das neue Tourismuskonzept. Es gelte, die Kräfte zu bündeln, sich auf die Markenkerne zu besinnen und Innovationen zu fördern. Das gehe nicht ohne Kooperation zwischen den Kommunen.

Bäderland Nummer eins

Auch im Gesundheitsbereich gibt es noch ungenutztes Potenzial. Deshalb wurde eine separate Bäderkonzeption erarbeitet. Baden-Württemberg ist mit 57 höher prädikatisierten Heilbädern und Kurorten das Bäderland Nummer eins in Deutschland ist. 15 Prozent aller Ankünfte und 27 Prozent aller Übernachtungen im Bundesland entfallen auf die Bäder- und Kurorte. Die Wertschöpfung in diesen Orten liegt bei mehr als 40 Prozent der gesamten touristischen Wertschöpfung.

Die Heilbäderwirtschaft stellt mit drei Milliarden Euro Gesamtumsatz einen ausserordentlich starken Wirtschaftsfaktor im Südwesten Deutschlands dar. Allerdings sind die Gestaltungsspielräume teilweise dramatisch geschrumpft: So sind die Zeiträume kürzer geworden, in denen ein Produkt marktfähig angeboten werden kann. Trends lassen im Laufe der Zeit nach und sind nach einem gewissen Zeitraum wieder da. Dies erschwert eine kontinuierliche langfristige Entwicklung. Zudem besteht europaweit ein heftiger Wettbewerb.

Das strategische Konzept zielt auf eine noch stärkere Imageprofilierung der Heilbäder und Kurorte und eine überzeugende Darstellung ihrer Kompetenz ab. Die Infrastruktur und das Management seien zu verbessern. Der Plan sieht vor, Märkte und neue Produkte zu entwickeln, ortstypische Heilmittel wieder in Wert zu setzen und eine Image- und Markenkampagne zu starten.


 

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