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Wirteverband Basel-Stadt

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25.12.2009

75 Jahre Flirt und Abenteuer am T-Bügel

Der weltweit erste Skilift mit Romantikfaktor stand in Davos

Am 24. Dezember 1934 setzte sich in Davos der weltweit erste Bügel-Skilift in Bewegung. Während die Schweizer Erfindung damals auf einen Romantik-Bonus zählen konnte, werden solche Anlagen heute aus Komfortgründen durch Sessellifte ersetzt.

sda. Die Entwicklung des Zürcher Ingenieurs Ernst Gustav Constam hatte zunächst einen J-förmigen Bügel, den sich eine einzige Person unter das Gesäss klemmen konnte. Der 270 Meter lange Lift am Bolgenhang des Jakobshorns war sofort ein Erfolg und verbuchte in der ersten Saison 70'000 Schleppfahrten.

Schon auf den zweiten Winter hin hatte der Davoser Skilehrer Jack Ettinger die simple, aber bahnbrechende Idee, den J-Bügel durch einen T-förmigen Doppelbügel zu ersetzen. Der sogenannte "Anker" verdoppelte die Kapazität des Liftes und bereicherte ihn um einen Romantikfaktor. Über Jahre wurde der Ankerlift als "Sie-und-er-Lift" beworben.

Nostalgiker geraten ins Schwärmen

Reifere Semester schwärmen noch heute von den Flirt-Möglichkeiten und vielen netten Begegnungen am Doppelbügel. Auf den modernen 6er-Sesselliften hingegen hülle man sich meistens in Schweigen. Die Kleingruppengrösse der kurzzeitigen Zwangsgemeinschaft hemme die Kontaktfreude.

Viele ältere Skilehrer schwören ebenfalls auf den Bügellift, da er die tatsächlich auf den Skis verbrachte Zeit verlängere und die Koordination trainiere. Als Nebeneffekt bekommen Ungeübte allerdings auch ein Training in Konfliktbewältigung.

Mikado aus Skis, Stöcken und Gliedmassen

Ob Kinder oder gestandene Ehepaare, über die Position des Bügels, der Füsse oder die Frage, wer nun wen an den Trasseerand drückt, lässt sich viele hundert Höhenmeter lang angeregt diskutieren – bis zur erlösenden Bergstation oder dem Moment, wo das streitende Duo vom unaufhaltsam bergwärts strebenden Bügel in ein lustiges Mikado aus Skis, Stöcken und vielen Gliedmassen verwandelt wird.

Liftfahren will eben gelernt sein. Erwachsene Anfänger finden sich oft schon am Einstieg überrascht auf dem Boden wieder – nach dem Versuch sich auf den Anker zu setzen. Kinder bekunden eher mit dem "Entsorgen" des schweren Bügels beim Ausstieg Mühe und entschweben hin und wieder über die Plastikstangen am Ende der Liftspur.

Kein Wunder, wird in Skischulen "sicheres Liftfahren" Gross und Klein schon in der zweiten von sechs Klassenstufen beigebracht. Für Skilehrer sind die Lift-Lektionen eine unerschöpfliche Quelle an Anekdoten. Zu den Dauerbrennern gehört das verspätete Erscheinen zum Mittagessen, weil es die Klasse ausgerechnet zur Mittagszeit erst im dritten Anlauf zum Bergrestaurant hochschafft.

Spannung und Schmerzen

Spannend wird es, wenn der Bügellift die halbe Kinderklasse über die gesamte Liftlänge verteilt im Tiefschnee zurücklässt und die erfolgreiche Klassenhälfte im beissenden Wind bei der Bergstation ausharren muss.

Eine echte Herausforderung stellt der Bügellift für Snowboarder dar. Zum Einsteigen müssen sie einen Fuss aus der Bindung nehmen und bei langen Liften drückt der Bügel schmerzhaft gegen den Oberschenkel. Zudem zeigen sich Boarderpärchen je nach Stehposition auf den "Sie-und-er-Liften" ganz unromantisch den Rücken.

Viele Skigebiete haben nicht zuletzt wegen des Snowboard-Booms die Ankerlifte durch Sessellifte ersetzt. Lange Bügellifte sind aus grossen Skigebieten nahezu verschwunden. Moderne Sesselbahnen punkten neben dem Komfort mit grösserer Kapazität und Geschwindigkeit, sowie der Unabhängigkeit von Schnee.

Der Bügellift lebt weiter

Dennoch machen Bügellifte immer noch rund die Hälfte der 1800 Seilbahnanlagen in der Schweiz aus. Ein grosser Teil steht in tiefgelegenen Skigebieten der Voralpen, für die sich wegen der Schneeunsicherheit Investitionen in Sessellifte nicht lohnen. In den Alpen haben Ankerlifte aus Kostengründen vor allem in kleinen Gebieten eine Zukunft.

Auch in Anfängerzonen sind Schlepplifte ideale Lösungen und in Fun-Parks. Ausgerechnet die trendbewussten, jungen Freestyle-Fahrer und -Fahrerinnen werden noch lange in den Genuss der altmodischen Sie-und-er-Romantik kommen.

Autorin: Jara Uhricek / sda

1934 wurde ein neues Skilift-Zeitalter eingeläutet. (Bild: davos.ch)


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