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Wirteverband Basel-Stadt

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31.10.2012

Käsefreihandel verbessert Qualität und Wettbewerbsfähigkeit

Exporte ohne Emmentaler verdoppelten sich

Die gegenseitige Liberalisierung des Käsehandels zwischen der Schweiz und der EU förderte die Qualität und Innovation in der Käsewirtschaft, führte zu steigenden Exporten, erhielt die positive Handelsbilanz und vergrösserte das Sortenangebot. Eine anhaltende Abschottung des Käsemarktes hätte zu keiner besseren wirtschaftlichen Situation geführt als mit Freihandel. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Evaluationsstudie des Forschungsinstituts BAK Basel.

Seit dem 1. Juni 2007 ist der Käsehandel zwischen der Schweiz und der EU vollständig liberalisiert. Vorangehend wurden während fünf Jahren (2002-2007) die Zölle und die Exportsubventionen gegenseitig schrittweise abgebaut.

Dieser Kernpunkt des bilateralen Agrarabkommens mit der EU sollte die strategische Erfolgsposition der schweizerischen Milchwirtschaft stärken. BAK Basel hat im ersten Semester 2012 im Auftrag des BLW die Auswirkungen der Liberalisierung evaluiert.

Die inländische Käseproduktion nahm auch mit der Liberalisierung des Käsehandels und des damit verbundenen stärkeren Wettbewerbs zu. So produzierten die inländischen Betriebe im vergangenen Jahr mit rund 182'000 Tonnen gut 21'000 Tonnen mehr Käse als 2003. Dieser Zuwachs stammt praktisch vollständig von den Frisch- und Halbhartkäsen.

Gestiegen ist ferner das Angebot an verschiedenen Sorten, was einer der Gründe für den zunehmenden Käsekonsum ist. Der Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz stieg seit 2000 um 12% auf 21.44 kg und nahm damit deutlich stärker zu als in den umliegenden Ländern.

Gesamthaft wurde die Wettbewerbsfähigkeit der Käsewirtschaft gestärkt. Konsumentinnen und Konsumenten profitierten von einem grösseren Angebot und tendenziell sinkenden Preisen.

Positive Handelsbilanz

In den 90er-Jahren sanken die Käseexporte ohne Fertigfondue aus der Schweiz in die EU um rund 12'000 Tonnen und betrugen 2003 noch 40'100 Tonnen. Die Schweiz verlor in dieser Periode Marktanteile in der EU.

Mit Beginn der schrittweisen Marktöffnung gegenüber der EU erfolgte erfreulicherweise eine Trendumkehr. Seit 2003 stieg die Exportmenge in die EU durchschnittlich wieder um 2.9% pro Jahr und deren monetärer Wert um 2% pro Jahr.

Die Schweiz führte 2011 gut 50'100 Tonnen Käse ohne Fertigfondue im Wert von 421 Millionen Franken in die EU aus und importierte aus der EU 48'900 Tonnen im Wert von 361 Millionen Franken.

Mit der Liberalisierung sind die Käseimporte aus der EU gestiegen, und zwar seit 2003 um 5.5% (Menge) und 2.9% pro Jahr (Wert). Hauptsächlich wurden vermehrt preislich günstige Frisch- und Weichkäse eingeführt. Die mengenmässig wichtigsten Lieferländer sind Italien, Frankeich und Deutschland, die zusammen über 80% erreichen.

Erfreulich ist die Beobachtung, dass der Import von Schweizer Käse in die EU in den vergangenen vier Jahren stärker gewachsen ist als der gesamte Käseimport in die EU. Die Schweiz steigerte damit vor allem in Deutschland, Frankreich und Österreich ihre Marktanteile wieder.

Die Käsehandelsbilanz der Schweiz mit allen Ländern (Exporte minus Importe) zeigte seit 2003 zwar durchschnittlich höhere Wachstumsraten beim Import als beim Export, aber sie blieb trotzdem positiv und lag 2011 bei rund 11'000 Tonnen bzw. 164 Millionen Franken. In 2010 und 2011 hat der starke Schweizer Franken die Wachstumsdynamik beim Export gebremst.

Die Entwicklung der Emmentaler Exporte unterscheidet sich diametral vom gesamten Trend: Von 2003 bis 2011 brach die Exportmenge um 32% ein, während dessen alle anderen Käsesorten zusammen um fast 100% im Export zulegten.

Dank der Marktöffnung konnte der Rückgang beim Emmentaler, der im Übrigen bereits vor dem Freihandel zu Vorzugskonditionen in die EU exportiert werden konnte, vor allem mit Frisch- und Halbhartkäsesorten mehr als kompensiert werden.

Wirtschaftliche Vorteile aus dem Käsefreihandel

Einfache Simulationen lassen den Schluss zu, dass sich ohne Käsefreihandel der negative Trend bei den Schweizer Käseexporten der 90er-Jahre fortgesetzt hätte, die Importzunahme tiefer ausgefallen und der Käsekonsum nicht derart stark gewachsen wäre. Das Institut BAK Basel zieht den Schluss, dass eine fortgeführte Abschottung des Käsemarktes die wirtschaftliche Situation des Sektors auf jeden Fall nicht verbessert hätte.

Sowohl die Export- als auch die Importmenge von Käse haben mit dem Freihandel zugenommen. Für die Schweiz entscheidend ist, dass das seit den 90er-Jahren bestehende Absatzproblem des Emmentalers im Export durch die seit 2003 um 100% gestiegene Exportmenge von anderen Käsesorten in die EU mehr als kompensiert werden konnte.

Der Käsefreihandel hat ausserdem die Zunahme der Käseproduktion im Inland begünstigt, die Konsumenten von einem grösseren Angebot zu tendenziell tieferen Preisen profitieren lassen und die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche gestärkt.


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