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Wirteverband Basel-Stadt

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29.04.2013

Cleverer Schachzug von Feldschlösschen

Preisabschläge bei Rhäzunser und Arkina

Feldschlösschen senkt per 1. Mai 2013 die Preise der selbst produzieren Mineralwasser. "Rhäzünser und Arkina zukünftig in der Gastronomie 30% günstiger", heisst es etwas reisserisch im Untertitel einer Medienmitteilung. Grundsätzlich ist das eine erfreuliche Nachricht, doch schauen wir genauer hin.

Einmal abgesehen davon, dass es "für die Gastronomie günstiger" und nicht "in der Gastronomie günstiger" heissen müsste, weil die Wirte ihre Verkaufspreise immer noch selber festlegen: Wie ist es möglich, dass etablierte Produkte plötzlich 30 Prozent billiger werden?

Tobt ein Preiskrieg der Wasserhersteller? Erhalten die Wirte ein grosszügiges Geschenk? Sind die Kosten für Abfüllung, Vermarktung oder Verteilung gesunken? Oder waren die beiden Mineralwasser bisher einfach viel zu teuer resp. die Margen von Feldschlösschen viel zu hoch?

In der Medienmitteilung schweigt sich Feldschlösschen über die Gründe, die die Abschläge möglich oder erforderlich machten, weitgehend aus. Auf Nachfrage erklärt Bettina Sutter von der Unternehmenskommunikation, man wolle die Schweizer Gastronomie unterstützen, die in einem schwierigen Umfeld tätig sei. Zudem soll der Absatz von Schweizer Mineralwasser gefördert werden.

Sutter bestätigt, dass die Preisabschläge nur für "direkt belieferte Gastronomiekunden" gelten. Kunden konzernfremder Getränkehändler werden also nicht vom Abschlag profitieren. Vor dem Hintergrund, dass Carlsberg-Feldschlösschen der grösste Getränkeproduzent und gleichzeitig auch mit Abstand der grösste Getränkehändler des Landes ist, läuft das auf eine Wettbewerbsbehinderung für die kleinen und mittleren Grossisten hinaus, die durch solche Methoden an die Wand gedrückt werden. Einmal mehr erweist sich die vertikale Integration der Handelsaktivitäten als problematisch.

Werden die Glasflaschen (35, 50 und 100cl) von Rhäzunser, Arkina grün und Arkina blau tatsächlich fast einen Drittel günstiger? Nicht wirklich, denn es handelt sich neu um Nettopreise! Die bisher auf den beiden Marken gewährten Rückvergütungen, die für die meisten Wirte zwischen 10 und 18 Prozent liegen, entfallen. Effektiv beträgt die Einsparung also 12 bis 20 Prozent. Weil auch die bisherigen Aktionen (etwa drei Mal pro Jahr 10 Rappen billiger) wegfallen, schmilzt der spektakulär angekündigte Abschlag auf 2 bis 10 Prozent zusammen.

Das ist natürlich immer noch erfreulich und hilft sicher vielen Restaurantbetreibern, Preiserhöhungen auf Teilen ihres Sortimentes zu vermeiden, die aufgrund der Kostensteigerungen beim Personal eigentlich notwendig wären. Allerdings hätte man der Korrektheit halber die Tatsache, dass Rückvergütungen, Sofortrabatte und Aktionen wegfallen, in der Medienmitteilung erwähnen müssen.

Möchte Feldschlösschen dem Schweizer Gastgewerbe wirklich helfen, so müssten die Preisabschläge beim Bier erfolgen – und nicht beim Mineralwasser, wo der Konzern hinter Nesté Waters (Henniez, San Pellegrino, Perrier, Vittel), Coca-Cola (Valser), Danone (Evian, Volvic) und Eptinger nur eine Nebenrolle spielt. Dennoch darf man gespannt sein, wie die Mitbewerber im Mineralwasserbereich reagieren werden, die ihre Produkte nicht mit dem Gerstensaft quersubventionieren können.

Auf jeden Fall ist die Preissenkung ein cleverer Schachzug. Das Bier hat Feldschlösschen mit Lieferverträgen unter Kontrolle und liefert es selber. Das Geschäft mit alkoholfreien Getränken holt man dank Tiefpreisen, bei denen die unabhängigen Getränkehändler schlicht nicht mithalten können. Und die Weitergabe der happigen Währungsgewinne auf den Importprodukten des Konzerns lässt weiterhin auf sich warten.


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