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Wirteverband Basel-Stadt

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04.04.2016

Mehr oder weniger gesund als Fleisch?

Insekten auf dem Teller

Essbare Insekten sollen als hochwertige Eiweissquelle eine gute Alternative zu Fleisch sein. So einfach ist es offenbar nicht, lässt eine internationale Studie vermuten. Offenbar sind die Tiere in ihrer Nährstoffzusammensetzung sehr unterschiedlich.

Viele Insektenarten enthalten im Vergleich zum Fleisch von Rind, Schwein und Huhn mehr Energie, Natrium und gesättigte Fettsäuren. Das ist für Menschen in Industrieländern weniger vorteilhaft. Ihr Problem ist eher Überernährung und nicht Unterernährung. Auf der anderen Seite sind die Sechsbeiner reich an Mikronährstoffen, sodass ihr Verzehr Mangelernährung in Entwicklungsländern entgegenwirken kann.

Britische und japanische Wissenschaftler prüften mit Hilfe von verschiedenen Modellen die ernährungsphysiologische Qualität. Dazu sammelten sie umfangreiche Daten zu den Nährwertprofilen von Rind, Schwein und Geflügel und sechs auf dem Markt erhältlichen Insektenarten. Anhand der Energiezufuhr und dem Gehalt von zwölf relevanten Nährstoffen wurden Punkte auf einem "Gesundheitsindex" vergeben.

Beim Szenario einer Überernährung stellte keines der untersuchten Insekten eine "gesündere" Alternative zu Fleisch dar. Für unterernährte Menschen dagegen waren Grillen (Acheta domesticus), die Larven eines Rüsselkäfers (Rhynchophorus phoenicus) und Mehlwürmer (Tenebrio melitor) "gesündere" Lebensmittel als Rind oder Geflügel.

Es ist zum Beispiel bekannt, dass die Larven des Rüsselkäfers einen hohen Gehalt an den essenziellen Aminosäuren Lysin und Leucin haben. Keine der sechs Insektenarten war in diesem Nährwertmodell weniger "gesund" als Fleisch. Noch steht die Forschung auf diesem Gebiet am Anfang, sodass weitere Untersuchungen folgen werden. Das Thema ist vielschichtig, und in der aktuellen Studie wird lediglich das Nährstoffprofil berücksichtigt.

Weltweit werden mehr als 1900 Insektenspezies gegessen. In erster Linie sind es Käfer und Raupen, aber auch Heuschrecken, Termiten und Libellen. In vielen Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und in Australien zählen sie teilweise zu den Grundnahrungsmitteln. In Europa haben viele Menschen Ekel vor den Krabbeltieren, während bei anderen die Lust auf kulinarisches Neuland überwiegt.

Die Erzeugung von essbaren Insekten hat im Vergleich zur Nutztierhaltung eine günstige Umweltbilanz, obwohl die technische Umsetzung hinsichtlich Hygiene, Ernte und Lagerung noch viele Fragen offen lässt.

Heike Kreutz / aid


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