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Wirteverband Basel-Stadt

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05.12.2016

Gastgewerbliche Verbände verlangen mehrstufiges Modell

Nationalrat beschliesst Umsetzung der MEI

Der Nationalrat hat die Differenzen zum Ständerat bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative behandelt. Dem Wohl der KMU wird durch den Entscheid geschadet. GastroSuisse und Hotelleriesuisse fordern deshalb dringend Nachbesserungen. Die MEI muss durch ein mehrstufiges Modell umgesetzt werden. Steuerungsmassnahmen sollen erst greifen, wenn ein Schwellenwert aus Arbeits- und Wirtschaftsindikatoren überschritten wird. Insbesondere die bürokratische Interviewpflicht überlastet personalintensive Branche administrativ und verteuert die Rekrutierung massiv.

Die Hotels und Restaurants stehen hinter dem Inländervorrang. Inländer zu rekrutieren ist einfacher, schneller und nicht teurer; die im Landesgesamtarbeitsvertrag festgelegten Mindestlöhne gelten für alle Mitarbeitenden, auch für die ausländischen.

Die gastgewerblichen Verbände fordern, dass die Arbeitskräfte-Zuwanderung durch ein mehrstufiges Modell geregelt werden soll. Wird ein Schwellenwert erreicht, soll eine Stellenmeldepflicht bei den RAV gelten. Greift diese Massnahme nicht, können auf einer zweiten Stufe weitere Massnahmen eingeführt werden.

Obligatorische Vorstellungsgespräche oder eine Begründungspflicht werden jedoch abgelehnt. Gerade in KMU-Betrieben steht oft keine eigene HR-Abteilung zur Verfügung. Weist das RAV qualitativ gute Dossiers zu, wird jeder Arbeitgeber daran interessiert sein, den entsprechenden Bewerber oder die entsprechende Bewerberin zu einem Gespräch einzuladen, die dann auch eine reelle Chance auf eine Anstellung haben.

Mangel-Indikator in Berufen als richtiger Indikator

In der Branche Gastgewerbe gibt es ganz unterschiedliche Berufe, die auch unterschiedlich nachgefragt werden. Bezüglich der Zuwanderung muss deshalb regional und auf der Ebene von Berufen gehandelt werden.

Es ist falsch, ganze Branchen in einen Topf zu werfen. Denn ein Koch mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis wird in den Bergregionen beispielsweise dringender gesucht als eine ungelernte Housekeeping-Mitarbeiterin in Zürich. Diesen Unterschieden muss Rechnung getragen werden!

Die vorgeschlagene Auslösung von Massnahmen in Abhängigkeit von der Arbeitslosigkeit in einer Branche greift deshalb zu kurz. Es müssen dringend weitere Indikatoren berücksichtigt werden wie die Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung, die Dauer der Stellensuche von Arbeitslosen oder die Dauer der Suche nach geeigneten Mitarbeitenden. Solche Indikatoren sieht bspw. das Modell des AWA Zürich vor.


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