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Wirteverband Basel-Stadt

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16.12.2010

Hotrec fordert Fairness von Buchungsportalen

Hotels verlieren Kontrolle über ihre Preise und Vertriebskanäle

Die Online-Distribution gewinnt für die Hotellerie in Europa zunehmend an Bedeutung und keine Branche setzt online mehr um als der Tourismus. Gleichzeitig steigen die Kosten und nimmt der Wettbewerb im Bereich Online-Vertrieb ab.

Der internationale Branchenverband Hotrec beobachtet mit Sorge eine eher sinkende Zahl relevanter Online-Buchungsportale und damit einhergehend Tendenzen zu engen Oligopolen mit Auswirkungen auf die zugrundeliegenden Geschäftsbedingungen.

Hotels in ganz Europa sind besorgt, mehr und mehr die Kontrolle über ihre Preise, Vertriebskanäle und Produkte zu verlieren. Die Konzentration auf wenige Portale wirkt wettbewerbshemmend. Als Reaktion auf steigenden Druck seitens der Vertriebspartner erachtet es die Hotellerie für notwendig, Grundprinzipien ihrer unternehmerischen Entscheidungsfreiheit in Erinnerung zu rufen.

Der überwiegend klein- und mittelständisch strukturierte Hotelmarkt sieht sich auf dem Gebiet der digitalen Distribution mit Marktverhalten konfrontiert, das mehr und mehr Hoteliers für unausgeglichen und unfair erachten. Online-Vertrieb und Online-Marketing gewinnen immer mehr an Bedeutung, auf der anderen Seite sinkt die Anzahl der relevanten Plattformen.

Bei einem Meeting der deutschsprachigen Hotelverbände zum Thema Buchungsportale wurden die Grundsteine für 20 Eckpunkte fairen Verhaltens gelegt. Nach der Erstellung der zehn Prinzipien zum Schutz vor Manipulationen und ungerechten Bewertungen auf Hotelbewertungsportalen durch die Hotrec wurde ein Arbeitspapier für Buchungsportale erarbeitet.

Um die Märkte zum Nutzen der Gäste, der Vertriebspartner und der Hotellerie offen und wettbewerbsfähig zu halten, stellt Hotrec die folgenden 20 "Eckpunkte fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen" auf:

1. Raten-, Vertriebs- und Produkthoheit verbleibt beim Hotel

2. Keine ungenehmigte Nutzung von Hotelmarken z.B. für Suchmaschinenmarketing, Domainnamen (Grabbing) und andere Formen des Online-Marketings

3. Zumindest monatliche Aktualisierung von Bildern, Logos, Inhalten, Hotelnamen und Beschreibungen, die seitens des Hotels zur Verfügung gestellt werden

4. Kein verpflichtender Zugriff auf sämtliche Hotel-Angebote (kein "full content")

5. Keine Mindestverfügbarkeit oder "Verfügbarkeit des letzten Zimmers" (Last Room Availability)

6. Keine verpflichtende Verfügbarkeitsparität

7. Keine verpflichtende Ratenparität

8. Keine intransparenten Auktionsmodelle mit Einfluss auf die Positionierung in den Ergebnislisten der Hotel-Buchungsportale ("Biasing")

9. Keine automatische Wiederauffüllung von Zimmerkontingenten jenseits der Kontrolle durch das Hotel ("Auto-Replenishment")

10. Preisklarheit und -wahrheit beim Suchmaschinenmarketing

11. Keine Einflussnahme auf Hotelprodukte durch unautorisierte Darstellung auf Auktionsportalen (z.B. Katalogkopien)

12. Angemessene Reaktionszeit für monatliche Überprüfung der "No-Shows" und Stornierungen

13. Keine Provisionszahlungen für "No-Shows", stornierte Buchungen, Steuern oder nicht im Voraus gebuchte Leistungen

14. Meta-Suchmaschinen sollten Hotel-Homepages einbeziehen und sie gleichberechtigt darstellen

15. Zusammenarbeit mit qualifizierten Channel-Management Systemen

16. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses muss über alle Vertriebskanäle eine verbindliche Einigung erzielt sein

17. Keine Veranstalter-Raten zur Paketierung ("rooms only") frei im Internet verfügbar

18. Sofern möglich wird die offizielle Sterneklassifizierung des Hotels angezeigt, eine Suchmöglichkeit nach Hotelsternen wird angeboten

19. Sofern Hotelbewertungen eingebunden werden, finden Hotrec's "10 Prinzipien" Anwendung

20. Bezeichnungen der Beherbergungskategorien gemäss Terminologienorm EN ISO 18513

Das Arbeitspapier "Eckpunkte fairen Verhaltens von Hotel-Buchungsportalen" wurde im Hotrec-Qualitätsausschuss erarbeitet und wird bei der Hotrec-Generalversammlung im Mai 2011 in Zürich zur Annahme vorgelegt.



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