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Wirteverband Basel-Stadt

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24.09.2014

Durchzogene Aussichten

KMU-Studie der Fachhochschule St. Gallen beziffert die Misere

Gastgeber sehen im Markt mehr Gefahren als Chancen, dabei gäbe es durchaus Handlungsspielraum.

Wie geht es den Schweizer kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)? Dieser Frage ging die Fachhochschule St. Gallen nach. Die Analyse ist umfassend und zeigt diverse Handlungsempfehlungen auf.

Doch zuerst zur Ausgangslage. Die 1255 KMU aus den unterschiedlichsten Branchen sehen sich einem erheblichen Konkurrenzdruck ausgesetzt. Beispielhaft erwähnt die Studie das Gastgewerbe: Verstärkt werde der Druck durch "gut informierte und anspruchsvolle Kunden sowie vereinzelt durch relativ niedrige Eintrittsbarrieren".

Der starke Franken sowie zahlreiche Auflagen und Regulierungen erschwerten das (Über-)Leben. Die Einstiegsbarrieren seien ¬allgemein gering. «Für einige Konkurrenten gelten teilweise sogar andere Regeln wie beispielsweise für einen Bauernhof mit angeschlossenem Restaurant», hält die Studie fest.

Auf diese Entwicklung können die KMU nur reagieren, indem sie ihre "Steuergrössen", so genannte Hebel, gezielt einsetzen. Möglichkeiten, den Hebel anzusetzen, sieht das Gastgewerbe bei der Kundengewinnung, begünstigt durch die verstärkte Mobilität. Damit erhöht sich das Einzugsgebiet für potenzielle Kunden.

Der Bedeutung der Mitarbeitenden sind sich die Gastgeber durchaus bewusst, "was in einer Branche, wo der Mensch als Dienstleistungspersönlichkeit im Mittelpunkt steht, auch nicht überrascht", wie es in der Studie heisst. Allerdings sei erstaunlich, dass trotz dieser Erkenntnis unterdurchschnittlich wenig in die Mitarbeiterrekrutierung und deren Ausbildung investiert werde.

Bei den Finanzen sind die Defizite das grösste Problem. Die negativen EBIT-Margen decken in den meisten Fällen nicht einmal die Kapitalkosten, 77 Prozent der gastgewerblichen KMU weisen einen "Return on Investment" (ROI) von weniger als 4 Prozent auf. Das erschwert den Gastgebern, neue Kredite zu erhalten.

Die Studie hält hingegen fest, "dass die Branche nicht strukturell defizitär ist, sondern dass es zu viele Marktteilnehmer gibt und ein grosser Teil der Hotelinfrastruktur zu klein, zu alt oder ineffizient geführt wird".

Über diese Begründung lässt sich zwar streiten. Doch unbestritten ist die Tatsache, dass das Gastgewerbe die Messgrössen aus der Prozessperspektive wenig nutzt. Effizienz, Prozessqualität und Wertschöpfung werden kaum angeschaut, wodurch auch wenig an den Hebeln Geschäftsprozesse, Geschäftsmodell und Kernkompetenzen Hand angelegt werde. Dabei würden optimierte Prozesse und Produktionsabläufe die Effizienz erhöhen.

Die Studie hält den KMU den Spiegel vor. Bei der Folgerung daraus fehlen allerdings konkrete Handlungsanweisungen. Die Studienverfasser retten sich mit allgemein gültigen Aussagen: "Die Branche muss sich vor allem über gleichbleibend gute Qualität sowie innovative Geschäftsmodelle auszeichnen." Empfehlungen wie "Effizienzsteigerung", "Kooperationen" zur Umsatzsteigerung oder "neue Märkte" erschliessen sind zwar richtig, doch helfen sie den einzelnen Betrieben nicht weiter.

Marco Moser / GastroJournal


 

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