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Wirteverband Basel-Stadt

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20.11.2015

142 Airbnb-Listungen pro Quadratkilometer

Schleichende Industrialisierung der "privaten" Zimmervermietung

Die "Sharing Economy" hat sich von ihrer Ursprungsidee entfernt. Die schleichende Industrialisierung von Kurzzeit-Vermietungen ist eine Tatsache. Hotelverbände fordern nun vehement gleiche Wettbewerbsbedingungen und einen besseren Verbraucherschutz.

Allein in Paris gibt es 35'000 Angebote auf der Website von Airbnb. Davon werden 20 Prozent von "Multi-Ownern" angeboten, die mehr als ein Zimmer oder eine Wohnung vermieten. Mehr als ein Drittel aller Angebote in Paris können an über 120 Tagen des Jahres gebucht werden und generieren fast drei Viertel der Umsätze. Der Vermieter "Fabien" hat 142 Angebote, "Anne-Sophie" deren 21 "Patrice" zwar nur ein Angebot, aber einen Umsatz im Monat August von 30'095 Euro.

In Berlin wuchs das Angebot von Airbnb von 11'701 Angeboten im Februar 2014 auf 13'802 Angebote im Juli 2014 und erreichte im Oktober 2015 einen Wert von 15'373 Angeboten. Der Vermieter "Frank und Florian" hat 40 Zimmer im Angebot, "Ben" hat 37 Angebote und "Ava" deren 32.

In Rom bot Airbnb im Oktober 2015 auf seiner Website 18'456 Unterkünfte an. Im Jahr 2009 waren es lediglich 45. Der Anbieter "Boris" vermietet 83 Zimmer und Wohnungen, "Bettina" 80, "Emiliano und Maria" 75 und "Matteo" 60.

In Amsterdam stieg die Zahl der Airbnb-Angebote von 2400 im Jahr 2012 auf 11'500 in 2015 und steht mittlerweile für 830'000 Übernachtungen. Die grössten Anbieter in der holländischen Hauptstadt sind "Douwe & Niki" (107 Angebote), "Michiel" (87), "Jorrit & Dirk" (81), "Myra" (47) und "Jolanda" (44 Angebote).

In Barcelona hat Airbnb 2015 insgesamt 14'539 Angebote. Wenn man bedenkt, dass die Grundfläche von Barcelona 101.9 Quadratkilometer beträgt, entsprechen diese 142 Airbnb-Listungen pro Quadratkilometer. Auch hier gibt es viele Multi-Owners: "Oscar & Diego" (73 Angebote), "Lina & Luka" (51), "Barcino" (45), "Oxis" (45) oder "Itziar" (42 Angebote).

Die Grossanbieter auf Airbnb sind nichts anderes als Hoteliers. Doch die Verbraucher kennen die wahren Identitäten hinter den freundlichen Host-Profilen nicht? Sie wissen nicht, dass das Versprechen einer authentischen Erfahrung oft gefälscht ist.

Die schleichende Industrialisierung der Kurzzeit-Vermietung birgt nicht nur klare Risiken für die Konsumenten, sondern befördert auch einen unlauteren Wettbewerb zum Nachteil der professionellen Gastgeber und wird negative Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation im Gastgewerbe haben.

Es ist an der Zeit, dass die Vermietungs-Plattformen Verantwortung übernehmen und sich als Unternehmer über die Folgen und Risiken ihres Geschäftes bewusst sind und in einem klaren und fairen Rechtsrahmen agieren.

Als Reaktion auf die aktuelle Situation rufen die wichtigsten europäischen Fachorganisationen im Gastgewerbe ihre jeweiligen Regierungen und die EU-Institutionen dazu auf, einen klaren und fairen Wettbewerbsrahmen gegenüber dem Hotelsektor zu schaffen.

Nationale Hotelverbände aus sechs bedeutenden europäischen Tourismusmärkten haben anlässlich der "Airbnb Open" in Paris Regierungen und EU-Institutionen aufgefordert, sich der Auswirkungen der unkontrollierten Industrialisierung der Kurzzeit-Vermietung anzunehmen. Die Branchenverbände forderten gleiche Wettbewerbsbedingungen und präsentierten gemeinsame Vorschläge, die auf dem 10-Punkte-Plan der Hotrec für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Entwicklung in der sogenannten "Sharing Economy" basieren:

1. Integration privater Kurzzeit-Vermietungen in die bestehende Gesetzgebung
2. Registrierungs- und Genehmigungsprozesses für Vermieter
3. Aufnahme privater Kurzzeit-Vermietungen in die Beherbergungsstatistik
4. Massnahmen zur Kontrolle von Sicherheit und Gefahrenabwehr
5. Einhaltung aller steuerlichen Verpflichtungen
6. Verifizierung der Gästedaten nach den Schengen-Anforderungen
7. Sicherstellung von Arbeitnehmerrechten
8. Wahrung der Lebensqualität in den Stadtteilen
9. Klare Trennung zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien
10. Kontrolle der Ausbreitung privater Kurzzeit-Vermietungen


 

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