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16.06.2016

Ein Patent für Food Trucks

Xavier Lopez fördert Austausch zwischen Restaurants und Imbisswagen

Gleich lange Spiesse für Food Trucks und Restaurants: So lautet das Ziel der "Swiss Food Truck Association". Der Präsident im Gespräch.

Gegenwärtig tuckern die Food Trucks noch in einer Gesetzeslücke vor sich hin. Städte, die wohl vom Ausmass des Phänomens überrascht wurden, brauchen Zeit, um entsprechende Gesetze zu erlassen. Im vergangenen März ergriffen deshalb mehrere Lausanner Food Trucks die Initiative und gründeten die Swiss Food Truck Association (SFTA). Xavier Lopez ist Initiator und Präsident der Organisation. Der 30-Jährige besitzt ein F&B-Unternehmen in Lausanne und lebt das "Abenteuer" Food Truck seit 2014.

GastroJournal: Warum haben Sie die Foodtruck-Vereinigung gegründet?

Xavier Lopez: Derzeit gibt es in der Westschweiz keine Gesetze für die Food Trucks. Das ist unhaltbar. Denn bereits heute gibt es zwei verschiedene Sorten von mobilen Restaurants: Diejenigen, welche die Regeln der Gastronomie respektieren, und eben die anderen. Wir wollen ernst genommen werden und fördern deshalb Food Trucks, die den Richtlinien entsprechen.

Werden die Food Trucks nicht ernst genommen?

Nein. Wir werden als fahrende Händler betrachtet und nicht als Gastronomen. Doch das liegt auch am Beruf. Die Leute glauben, dass sie mit einem Food Truck das grosse Geld machen können. Diese Denkweise zirkuliert auch in der traditionellen Gastronomie: Da sich der finanzielle Aufwand beim Kauf eines Kleinbusses in Grenzen hält, zögern die Leute hier weniger. Das ist ein Problem. Denn wenn ein Food Truck Schwierigkeiten hat, insbesondere im Bereich der Hygiene, verlieren alle Food Trucks an Glaubwürdigkeit und werden somit bestraft.

Sind die kantonalen Vorschriften nicht klar?

Nein. In Lausanne weiss beispielsweise niemand so genau, wo fehlende Informationen einzuholen sind. Es gibt keine Plattform, die Informationen und Vorschriften für die Food Trucks vereint. So brauchen mobile Gastronomen zum Beispiel eine Bewilligung der Gemeinden, um ihren Bus auf privatem Grund abstellen zu können. Diese holen aber nur wenige ein, da kaum jemand weiss, dass das obligatorisch wäre.

Was unternimmt Ihre Vereinigung, um dies zu ändern?

Die SFTA will jene Food Trucks begünstigen, die ihre Sache gut machen. Um Mitglied zu werden, muss jeder Food Truck mehrere Bedingungen erfüllen. Erstens muss die Küche von einem kantonalen Lebensmittelinspektor überprüft werden. Dieses Vorgehen ist heute zwar nicht obligatorisch, scheint uns jedoch unumgänglich.

Zweitens muss jedes Food-Truck-Unternehmen seine Mitarbeitenden normgerecht deklarieren. Auch ist ein Berufsdiplom für unsere Mitglieder unabdingbar und ihr Verpflegungsangebot muss in einer Produktionsküche zubereitet werden, das die Hygienevorschriften einhält. Des Weiteren sollen lokale Produkte bevorzugt werden. Die Vereinigung soll ein Qualitätslabel für die Food Trucks sein.

Ausserdem sind wir dabei, für unsere Mitglieder ein hygienegerechtes Produktionslokal einzurichten, wo sie ihre Speisen unter besten Bedingungen zubereiten können. Nebst all dem ist auch eine Webseite in Planung, die alle Mitglieder erfasst und relevante Informationen für die Besitzer eines Food Trucks aufführt, insbesondere in Bezug auf geltende Vorschriften und Gesetze. Die Seite soll auch dazu dienen, die Gäste über die verschiedenen Food Trucks und ihre Angebote zu informieren.

Wie läuft derzeit das Zusammenspiel mit den Restaurants?

Zu Beginn waren die Gastronomen Gesprächen gegenüber nicht sehr offen eingestellt. Doch mit der Vereinigung wollen wir den ersten Schritt machen und auf sie zugehen. Ich verstehe ihre Probleme und Bedenken. Ich bin selber in erster Linie Gastronom und weiss, dass sie nicht Unrecht haben, wenn sie sich beschweren.

Wie viele Mitglieder zählt die Vereinigung?

Wenige. Im Moment werten wir die Kandidaturen aus. Doch haben sich heute bereits mehr als zehn Food Trucks bei uns beworben. Einige aus dem Waadtland, andere aus Genf und sogar einzelne aus der Deutschschweiz. Zum Teil erfüllen sie die auferlegten Normen nicht, doch wir lassen ihnen sechs Monate Zeit, um unseren Anforderungen gerecht zu werden.

Grundsätzlich ist die SFTA also eine Art Verband für mobile Gastronomen?

Ganz genau. Das soll aber nicht heissen, dass wir mit existierenden Gastronomieverbänden konkurrenzieren wollen. Vielmehr haben wir Branchenverbände für eine Zusammenarbeit kontaktiert, unter anderem GastroVaud. Längerfristig wünschen wir uns für die Food Trucks eine obligatorische Ausbildung und ein Patent, damit ein jeder die Grundlagen des Berufs beherrscht.

GastroJournal / Romain Wanner

Xavier Lopez (rechts) hat die Swiss Food Truck Association gegründet. Bild: Romain Wanner / GastroJournal


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