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10.10.2016

Rico Zandonella ist "Koch des Jahres"

Franck Giovannini verteidigt 19 Punkte bei Gault-Millau

Rico Zandonella vom Rico's in Küsnacht ist "Koch des Jahres 2017". Franck Giovannini vom Hôtel de Ville in Crissier VD erhält auf Anhieb die Höchstnote 19. Aus Basler Sicht bemerkenswert: Felix Suter vom Schlüssel in Oberwil ist Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz.

Schauplatz Küsnacht bei Zürich. Horst Petermann hat hier jahrzehntelang Küchengeschichte geschrieben und 2011 seinen Freund Rico Zandonella zum Nachfolger bestimmt. Fast sechs Jahre später steht der fröhliche Tessiner ganz oben: Der Gault-Millau ehrt ihn als "Koch des Jahres 2017" (18 Punkte).

Gault-Millau-Chef Urs Heller: "Rico hat uns alle verblüfft. Er hat die Karte umgekrempelt, die Gästestruktur verjüngt, die Preise gesenkt. Von Gourmet-Tempel keine Spur. Sein Restaurant ist Lifestyle pur. Unverändert ist nur der Anspruch der kleinen Brigad. Gekocht wird frech, aber mit einem Höchstmass an Fleiss und Präzision. Rico Zandonella hat die Zeichen der Zeit erkannt."

Schauplatz Crissier VD. Die unter Gourmets meistgestellte Frage in den letzten Monaten: Wie gut kocht Franck Giovannini? Ist er nach Frédy Girardet, Philippe Rochat und Benôit Violier tatsächlich der vierte grosse Chef in diesem weltberühmten Restaurant?

"Giovannini ist hervorragend", so Urs Heller. "Wir haben ihn immer wieder und in verschiedenen Jahreszeiten besucht. Wir haben nicht den geringsten Zweifel und überreichen die Höchstnote 19." In aller Stille allerdings. Das gebietet der Respekt vor seinem Freund und Vorgänger Benoît Violier, der im Januar aus dem Leben geschieden ist.

Sechs Schweizer Köche bilden mit 19 Punkten die "Champions League" der Schweizer Küche: Andreas Caminada (Schauenstein, Fürstenau GR), Peter Knogl (Les Trois Rois, Basel), Bernard Ravet (L'Ermitage de Bernard Ravet, Vufflens-le-Château), Philippe Chevrier (Domaine de Châteauvieux, Satigny GE), Didier de Courten (Terminus, Sierre) und Franck Giovannini (Hôtel de Ville, Crissier). Sie haben ihr Rating souverän verteidigt, sind erstklassige Ausbildner.

Aufsteiger des Jahres

In der Deutschschweiz ehrt der Gault-Millau gleich zwei Küchenchefs als "Aufsteiger des Jahres" und zeichnet sie mit 18 Punkten aus: Der Waadtländer Laurent Eperon ist so etwas wie der "grosse Unbekannte" in Zürich, drängt nie ins Scheinwerferlicht, sorgt aber im "Baur au Lac" für eine klassische und dennoch freche Küche. Er hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und erntet jetzt dafür den verdienten Applaus.

Felix Suter zeigt im Schlüssel in Oberwil BL, dass man es auch ohne Sponsor, mit kleiner Brigade und gar ohne Speisekarte (!) an die Spitze schaffen kann. Suter wird für seinen Mut belohnt: Er hat nach erfolgreichen Jahrzehnten in Flüh SO den Standort gewechselt und ist jetzt vor den Toren Basels nochmals durchgestartet.

In der Romandie steigt einmal mehr ein Koch aus Fribourg-Bourguillon aufs Podest: 18 Punkte für Aufsteiger Alain Bächler vom "Des Trois Tours". Im Tessin wurde Andrea Bertarini von der "Conca Bella" in Vacallo als "Aufsteiger des Jahres" und mit 17 Punkten ausgezeichnet. Auch er ein Mann der leisen Töne, aber mit viel Talent. Apropos Tessin: Othmar Schlegel (Castello del Sole, Ascona), der Beste im Kanton, meldet sich altershalber ab. Er ist "Aussteiger des Jahres".

Die "Entdeckungen des Jahres"? Der Luzerner Silvio Germann führt Andreas Caminadas Filiale "Igniv" im Grand Resort Bad Ragaz. Seine Performance ist beeindruckend, er steigt mit der hohen Note 16 ein. Die "16" erhält auch die "Entdeckung in der Romandie": Romain Paillereau, der neue Chef in der idyllisch gelegenen "Pinte des Mossettes" in Cerniat FR.

Eine starke Frau und 100 Winzer

Auch die Weinjury von Gault-Millau war intensiv am Testen. Das Ergebnis: Adriana Novotná vom Grand Hotel Kronenhof in Pontresina ist "Sommelier des Jahres". Die beeindruckenden Walliser Winzer Axel und Jean-François Maye werden für ihr Lebenswerk als "Ikonen" ausgezeichnet. Die beste Schweizer Weinkarte schreibt Stephan Nitzsche im 17-Punkte-Restaurant "Einstein" in St. Gallen. Zum vierten Mal listet der Gault-Millau zudem die "100 besten Schweizer Winzer".

Wohin zieht es die Genussraucher? Beispielsweise nach Basel ins elegante "Les Trois Rois". Dort ist die Küche hervorragend und die "Smoker’s Lounge" von ausgesuchter Eleganz. Der Gault-Millau und Davidoff wählen 19-Punkte-Chef Peter Knogl zum "CigarMan of the Year".

Der Gault-Millau fand sein "Hotel des Jahres 2017" in den Bergen: "The Chedi Andermatt". Samih Sawiris hat viel Geld und Herzblut in dieses Projekt investiert und kann jetzt die erste Ernte einfahren. Das Resort vibriert, die Architektur fasziniert, die Küche – mit starkem asiatischem Touch – verblüfft.

Für viele Reisende gilt die "Villa Feltrinelli" am Gardasee als Europas schönstes Resort: Viel Geschichte, viel Luxus, erstklassige Küche. Der Luzerner Markus Odermatt ist in der "Villa" seit 14 Jahren der Boss. Gault-Millau ehrt ihn als "Star im Ausland".

Der Gault-Millau empfiehlt dieses Jahr 818 Adressen. 63 Restaurants sind neu dazugekommen. 101 Chefs haben zugelegt, 33 wurden zurückgestuft. Über 1000 Restaurantbesuche waren nötig, um für den Guide die richtige Auswahl zu treffen.

Gault-Millau zeichnet Rico Zandonella als "Koch des Jahres 2017" aus.


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