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Wirteverband Basel-Stadt

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03.11.2020

Lockdown oder Slowdown?

Zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlicher Stabilisierung

Die ökonomischen und sozialen Kosten eines Lockdowns sind verheerend. Der schweizerische Mittelweg des «Slowdown» ist verträglicher. Er muss aber flankiert sein von entschiedenen Massnahmen, die wirtschaftlichen Schäden abzufedern.

Lockdown oder Slowdown? Unsere Nachbarländer haben die Frage beantwortet: Mit Restaurantschliessungen und teilweise sogar mit Beherbergungsverboten und Ausgangssperren versuchen sie, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Auch die Kantone Jura, Genf und Neuenburg gehen diesen Weg: Dort wurden alle Gastronomiebetriebe behördlich geschlossen.

Die Schweiz als Ganzes geht einen vernünftigen Mittelweg, obwohl wir im Vergleich zu anderen Ländern hohe Infektionszahlen aufweisen. Auch wenn die beschlossenen Massnahmen für viele zu einem «Quasi-Lockdown» führen, so wird bei uns doch weniger stark in die persönliche und unternehmerische Freiheit eingegriffen.

Die gesamtwirtschaftlichen Folgen eines kopflosen Shutdowns sind verheerender als beim gut-schweizerischen Kompromiss. Gemäss dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung kostet allein der November-Lockdown die deutsche Wirtschaft 19 Milliarden Euro. Wie lange und wie oft können unsere Nachbarn einen flächendeckenden Lockdown durchhalten?

Wie lange wird die Mitte der Gesellschaft rigide Vorschriften akzeptieren? Es ist illusorisch zu glauben, das Virus werde verschwinden. Wir können das öffentliche und kulturelle Leben nicht dauerhaft zum Erliegen bringen! Die Behörden schüren Ängste und sprechen Verbote aus. Dabei sollten sie Ängste nehmen und Perspektiven aufzeigen.

Klar, die Politik ist in einer schwierigen Spannungslage zwischen Gesundheitsschutz und Stabilisierung der Wirtschaft. Sie muss sich aber bewusst sein, dass ein «Slowdown» für manche Unternehmen wirtschaftlich genauso schlimm ist wie ein Lockdown. Auch wenn es manche Betriebe gibt, die wenigstens Deckungsbeiträge an die Fixkosten erzielen.

Die Schweiz muss rasch und umfassend Unterstützungsmassnahmen beschliessen. Im Frühling hiess es noch: «Wir lassen niemanden zurück.» Heute scheint man Opfer in Kauf zu nehmen. Den Strukturwandel kann und soll man nicht aufhalten. Doch hier haben wir es mit der Zerstörung von Strukturen zu tun!

Die Corona-Krise ist die grösste Bedrohung der Substanz und der Vielfalt des Gastgewerbes seit dem Zweiten Weltkrieg. Tausende von Gastronomen und Hoteliers sowie Zigtausende von Beschäftigten stehen mit dem Rücken zur Wand. Viele Betriebe werden schliessen müssen. Das wird mit Konkursen und der Gefahr von Kettenreaktionen verbunden sein.

Restaurants, Cafés und Bars mit sitzendem Publikum müssen offenbleiben UND gleichzeitig finanziell unterstützt werden. Gute Schutzkonzepte bestehen – im Gegensatz zum privaten Bereich, wohin sich Treffen und Feiern bei Sperrstunden und Betriebsschliessungen verlagern.

Wir sind in der Lage, allen Gästen die notwendige Sicherheit zu bieten! Um Schwarze Schafe sollen sich die Behörden mit angemessener Härte kümmern. Das ist auch in unserem Interesse, denn diese Einzelfälle fallen immer auf die gesamte Branche zurück.

Ein «Shutdown» ist ein «Shotdown» – psychologisch und wirtschaftlich. Der «Slowdown» ist zwar grundsätzlich weniger schlimm, doch viele bluten dennoch aus. Ob zu oder halboffen: Die Branche braucht Unterstützung! Das Gastgewerbe ist zu wertvoll, um ein Bauernopfer zu sein.

Maurus Ebneter
Präsident Wirteverband Basel-Stadt


 

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