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Wirteverband Basel-Stadt

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27.01.2021

Tourismus sagt Nein zum Burkaverbot

Unverhältnismässig und unnötig

Ein breites Tourismuskomitee unter dem Dach des Schweizer Tourismus-Verbands engagiert sich gegen die Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot (Burka-Initiative). Ein Burkaverbot auf nationaler Ebene könnte dem Image der Schweiz als offenes Tourismusland schaden. Dies hätte negative Folgen für den Ferientourismus sowie für den Kongress- und Businesssektor. In der aktuellen Lage ist der Tourismus besonders darauf angewiesen, dass ihm bei der Wiederbelebung der Märkte keine Steine in den Weg gelegt werden.

Die Schweiz steht für ein offenes und tolerantes Gastland, welches anderen Kulturen aufgeschlossen gegenübersteht und seine Gäste nicht nach Merkmalen wie Geschlecht, Religion oder Herkunft beurteilt. Deshalb spricht sich das Tourismuskomitee «Nein zum Burkaverbot» klar gegen die Burka-Initiative aus.

Imageschaden für den Schweizer Tourismus

«Das Burkaverbot würde unser Image als gastfreundliches Tourismusland beschädigen», sagt Nicole Brändle Schlegel, Leiterin Arbeit, Bildung und Politik bei Hotelleriesuisse. Davon betroffen wäre nicht nur der Ferientourismus, sondern auch der Kongress- und Businesssektor. So finden hierzulande viele internationale Meetings statt. Zahlreiche internationale Organisationen haben ihren Sitz in der Schweiz. Sie setzen auf einen attraktiven Standort in einem neutralen und international vernetzten Land. Diese Vorteile dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Erholung nach der Krise wird erschwert

Der Schweizer Tourismus befindet sich in der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. «Die Wiederbelebung wichtiger Märkte verträgt in der aktuellen Krise keine zusätzlichen Hürden», sagt Barbara Gisi, Direktorin des Schweizer Tourismus-Verbands. Es ist wichtig, dass – wenn es die Lage wieder zulässt – die Märkte positiv bearbeitet und zurückgewonnen werden können.

Gäste aus den Golfstaaten sind für den Schweizer Tourismus ein wichtiger Herkunftsmarkt. Damit werden auch Abhängigkeiten gegenüber den preissensiblen europäischen Gästen reduziert. Seit 2007 sind zum Beispiel die Logiernächte von Gästen aus dem arabischen Raum um 130 Prozent angestiegen (vgl. Grafik), was auch dem guten Image der Schweiz als offenes Tourismusland zu verdanken ist. Arabische Gäste werden insbesondere für die Erholung des Städtetourismus wichtig sein.

Burkaverbot ist unverhältnismässig

Die Verankerung eines Verbots in der Bundesverfassung ist unverhältnismässig, da in der Schweiz nur sehr wenige Frauen vollverschleiert sind und auch aus den muslimischen Ländern längst nicht alle Touristinnen Ganzkörperverschleierung tragen.

Ein nationales Verbot der Verhüllung führt zu einer zusätzlichen und unnötigen Regulierung, welche in die Autonomie der Kantone eingreift. Der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrates nimmt die möglichen Probleme zur Thematik der Verhüllung auf und schlägt gezielte Massnahmen vor, um die Wahrnehmung der öffentlichen Aufgaben sicherzustellen. Das Tourismuskomitee «Nein zum Burkaverbot» sagt deshalb Ja zum indirekten Gegenvorschlag, der verhältnismässig und sinnvoll ist.


 

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