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09.07.2022

Zuger Kantonsrat gegen 50 Prozent Bio-Vorgabe

Debatte über Essen in den Mensen

Der Zuger Kantonsrat erachtet es als unrealistisch, in Mensen einen Bio-Produkte-Anteil von 50 Prozent anzustreben, wie dies ein Postulat aus den Reihen der ALG forderte. Einig war sich der Rat aber darin: Gewünscht sind regionale, saisonale und nachhaltige Produkte.

sda. Mit 56 zu 16 folgte das Parlament dem Antrag der Regierung und beschloss, das Postulat teilerheblich zu erklären und als erledigt abzuschreiben.

Die Regierung beantragte die Teilerheblichkeitserklärung deshalb, weil die Stärkung des regionalen, saisonalen und ökologischen Ernährungsangebots in den Mensen und Cafeterien der kantonalen Institutionen bereits heute umgesetzt werde, wie Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut (Mitte) ausführte.

Die Postulanten wollten die Regierung beauftragen, Massnahmen zu prüfen, die das regionale, saisonale und ökologische Ernährungsangebot in den Mensen und Cafeterien der kantonalen Institutionen stärken. Tierische Produkte sollen «verantwortungsbewusster» eingesetzt werden.

Zudem sollten vegetarische Angebote gestärkt und «attraktiver» angeboten werden. Schliesslich wollten die Postulanten bei Mahlzeiten einen Zielwert für Zutaten aus biologischer Produktion von 50 Prozent anstreben.

«Unrealistischer» Zielwert

Diese Zielvorgabe ging den meisten Ratsmitgliedern aber zu weit. Regierungsrätin Thalmann bezeichnete sie als «unrealistisch». Mit der Teilerheblicherklärung sage das Parlament aber Ja dazu, dranzubleiben, in Mensen nachhaltige Produkte anzubieten.

Es sei aus verschiedenen Blickwinkeln sinnvoll, dass in den Mensen des Kantons nachhaltig produzierte Lebensmittel konsumiert würden, so die Regierung. Viel hänge aber direkt von der freien Wahl der Konsumentinnen und Konsumenten ab.

Für einen Grossteil sei dennoch der Preis der Produkte entscheidend für einen Kauf. Diesbezüglich hätten Bio-Produkte mit den meist deutlich höheren Preisen das Nachsehen. Gerade in den Mensen von Schulen reagierten die Kundinnen und Kunden sehr preissensitiv, sagte Thalmann. Müssten 50 Prozent Bio-Produkte angeboten werden, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf die Kosten.

FDP sprach von Bevormundung

Ziel dieses Postulats sei es, die Kunden zu bevormunden, sagte Rolf Brandenberger (FDP). Kreative vegetarische Menüs seien seit Jahren bereits Standard in der Gastronomie. Die Postulanten suggerierten, die Gemeinschaftsgastronomie und die Regierung würden ihre Verantwortung bezüglich gesunder Ernährung und Umweltschutz nicht wahrnehmen, kritisierte er.

Für SVP-Kantonsrat Martin Schuler sind die Anliegen der Postulaten ein «nicht tolerierbarer Eingriff». Bio solle nicht mit der Brechstange durchgesetzt werden. Seine Fraktionskollegin und Köchin Esther Monney sagte, sie sei «müde», über Vegi-Essen zu reden. «Proteine sind lebenswichtig.» Und die Produktion pflanzlicher Proteinlieferanten sei nicht immer nachhaltig.

Alois Gössi (SP) sagte, es komme auch darauf an, ob ein Produkt saisonal sei. Es sei wichtig, dass die Mensenbesucher weiterhin die Wahlfreiheit hätten. Er lehne einen Zwang ab.

«Keine 10 Prozent»

Auch Laura Dittli (Mitte) sagte, sie sei eine Gegnerin von Vorschriften und Verboten. Aber die Konsumenten müssten sensibilisiert werden. Sie störte sich an der Aussauge der Regierung, dass ein 50-Prozent-Anteil von Bioprodukten unmöglich sei. «Unmöglich ist gar nichts», sagte Dittli.

Mariann Hess (ALG) störte sich daran, dass aus dem Bericht der Regierung zum Postulat nicht ersichtlich sei, wie hoch der Anteil an biologischen Lebensmitteln tatsächlich sei. «Ich vermute, dass keine 10 Prozent aller eingekauften Lebensmittel biologisch sind», sagte sie.

Bild: ZFV Unternehmungen


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