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21.10.2022

Energiekrise belastet die Wirtschaft

KOF sieht trotzdem keine Rezession in der Schweiz

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) wird gemäss KOF-Konjunkturprognose in diesem Jahr um 2.3% steigen. Für das kommende Jahr erwartet die KOF einen Anstieg des realen sporteventbereinigten Bruttoinlandprodukts von 1%. Für Europa ist die Unsicherheit über die Gasversorgung im Winter stark gestiegen. In ihrem Basisszenario geht die KOF dennoch davon aus, dass es hier zu keiner wesentlichen formalen Rationierung kommt.

Durch den Ukraine-Krieg sind die Energiepreise weltweit stark gestiegen, was wiederum die Inflation in vielen Ländern befördert hat. Die weiterhin vorhandenen Lieferprobleme und das Pandemiegeschehen in China befeuern diese Preisentwicklung zusätzlich.

Zwar ist die Inflation in der Schweiz im internationalen Vergleich niedriger, doch bremst sie auch hier die Kaufkraftentwicklung. Unter diesen Umständen steigt gemäss Prognose der KOF das reale BIP (bereinigt um grosse Sportanlässe) in diesem Jahr um 2.3%, im kommenden Jahr um 1% und im Jahr 2024 um 1.7%.

Die Schweizer Wirtschaft kann demnach im Basisszenario der KOF eine technische Rezession mit zwei negativen Quartalsveränderungen in Folge umgehen. Im Verlauf des Jahres 2023 wird die Konjunktur langsam Tritt fassen und sich dann im Jahr 2024 normalisieren.

Unsicherheit über die Gasversorgung

Speziell für Europa und insbesondere für Deutschland hat die Unsicherheit über die Gasversorgung im kommenden Winter zugenommen. In ihrem Basisszenario geht die KOF allerdings davon aus, dass es zu keiner wesentlichen formalen Rationierung kommt. Durch Lieferungen aus anderen Ländern, Einsparungen und Nutzung der Gasspeicher kann im günstigen Fall – der hier im Basisszenario unterstellt ist – eine solche formale Rationierung durch die Politik vermieden werden.

Gleichwohl zeigt sich der Mangel in den gestiegenen Preisen und macht bereits manche Geschäftsmodelle unrentabel. Die KOF hat zusätzlich zum Basisszenario zwei negativere Szenarien mit schärferen Energiekrisen erstellt (siehe unten).

Inländischer Konsum ist wichtige Stütze der Schweizer Konjunktur

Bei den privaten Konsumausgaben ebben die Sondereffekte, ausgelöst durch die Beruhigung der Pandemie, im Herbst ab. Die Konsumenten üben sich nun wieder etwas in Zurückhaltung. In den nächsten zwei Quartalen wird der private Konsum insbesondere aufgrund der Nachfrage nach Dienstleistungen weiter zunehmen.

Zwar sind die Realeinkommen unter Druck. Doch wird dies hinsichtlich der Konsumentwicklung durch eine weitere Rückführung der immer noch hohen Sparquote abgefedert. Und ein höheres Bevölkerungswachstum kommt noch hinzu. Damit wird der inländische private Konsum in den kommenden Quartalen – im Gegensatz etwa zu Deutschland – eine wichtige Stütze für die Konjunktur in der Schweiz.

Hausse auf dem Arbeitsmarkt lässt langsam nach

Bis in den Spätsommer hinein war die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sehr positiv, die Arbeitslosenquote sank auf deutlich niedrigere Werte als im Vorkrisenjahr 2019. Im Spätherbst dürfte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt aber drehen. Angesichts der trüben Konjunkturperspektiven kommt der Beschäftigungsaufbau während zwei Quartalen zwischenzeitlich zum Erliegen.

Die Arbeitslosenquote steigt im Verlauf des Jahres 2023 leicht, sie verbleibt aber auf einem im historischen Vergleich tiefen Niveau in der Nähe der niedrigen Werte des Jahres 2019. Im Jahresmittel resultiert eine Arbeitslosenquote gemäss Konzept der International Labour Organization (ILO) von 4.2% in diesem und 4.1% im nächsten Jahr.

Der Preisdruck dürfte ab Mitte nächsten Jahres abnehmen

Die Schweizer Inflationsrate ist im Sommer auf 3.5% gestiegen und damit auf den höchsten Wert seit knapp 30 Jahren. Da die internationale Konjunktur sich merklich abkühlt, geht die KOF von keinen zusätzlichen sprunghaften Preissteigerungen bei Erdölprodukten oder Industriemetallen aus. Daher werden in den kommenden Monaten zwar weiterhin Inflationsraten über 3% beobachtet, sie sollten aber nicht über 3.5% steigen.

Ab Mitte nächsten Jahres dürfte der Preisdruck dann deutlich nachlassen, so dass die Inflationsrate Ende 2023 wieder unter 2% liegen sollte. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird in den nächsten Monaten den Leitzins weiter anheben und zum bevorstehenden Jahreswechsel ein Niveau von 1% anpeilen. Ende 2023 wird sie dann aber bereits wieder beginnen, die Leitzinsen in kleinen Schritten zu senken.

Kaufkraftverluste können ausgeglichen werden

Eine Folge der hohen Inflation ist, dass sich die Schweiz in einem intensiven Lohnherbst befindet. Im vergangenen Jahr haben die Lohnbezüger die Preisanstiege von diesem Jahr nicht in ihre Lohnforderungen eingepreist. Deswegen verringerten die steigenden Konsumentenpreise in diesem Jahr die Kaufkraft der Löhne.

Gemäss der aktuellen Prognose der KOF dürften die in diesem Jahr erlittenen Kaufkraftverluste dann im kommenden Jahr durch höhere Nominallöhne ausgeglichen werden. Trotz der unerwartet hohen Teuerung kommt es über die Jahre 2022 und 2023 betrachtet nicht zu einem Rückgang der Reallöhne.

Konkret prognostiziert die KOF, dass die Löhne gemäss dem schweizerischen Lohnindex (SLI) sowohl in diesem Jahr wie auch im nächsten Jahr nominal zwar deutlich zulegen. In der Prognose geht die KOF von 2.1% in diesem Jahr und 2.7% im nächsten Jahr aus. Nach Abzug der erwarteten Jahresteuerungen resultieren daraus allerdings kaum Reallohngewinne.

Negativszenario 1: Das erste Negativszenario unterliegt der Annahme, dass es ab Oktober 2022 zu einer vollständigen Unterbrechung der Erdgas- und Erdöllieferungen aus Russland in die EU kommt. Dabei können lediglich 25% der wegfallenden Gasimporte aus Russland durch Gaslieferungen aus anderen Ländern sowie durch Substitution und andere Sparmassnahmen mittels alternativer Energieträger kompensiert werden. Damit fällt rund 4% der in der EU verfügbaren Energiemenge weg. In diesem Szenario kommt es zu einem merklichen Rückgang der Wertschöpfung im Winterhalbjahr. Durch die bereits aufgebauten Gasreserven kommt die Gasmangellage vor allem zu Beginn des neuen Jahres zu tragen. Demnach dürfte die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2022 sporteventbereinigt um 2.1% wachsen, jedoch im Jahr 2023 um 0.4% schrumpfen. Damit sinkt das Wachstum, verglichen mit dem Basisszenario, im Jahr 2023 um 1.4 Prozentpunkte.

Negativszenario 2: Im zweiten Negativszenario werden alle Annahmen des Negativszenarios 1 unterstellt sowie die Annahme, dass die Stromproduktion der französischen Kernkraftwerke bis Anfang 2023 auf dem Niveau des Sommers 2022 verbleibt. Dem Strommangel in Frankreich begegnet die Schweiz mit Sparmassnahmen oder Verbrauchseinschränkungen, so dass dieser keine stark negativen Auswirkungen auf die Produktion haben wird. Dennoch kommt es zu einem weiteren deutlichen Anstieg der Energiepreise, was in energieintensiven Branchen weiter auf die Produktion drückt und der Inflation weiteren Auftrieb verleiht. Zudem verschlechtert sich die Wirtschaftslage in den Nachbarländern und die grössere Unsicherheit vermindert die Investitionen. Das Bruttoinlandprodukt geht in Europa um weitere 0.8 Prozentpunkte zurück. Im Jahr 2023 sinkt somit das Schweizer BIP um 1% – im Vergleich zum Basisszenario entspricht das einem Rückgang um 2 Prozentpunkte.

Auch die Negativszenarien der KOF decken nicht alle schwelenden Abwärtsrisiken ab. Es konzentriert sich auf einen Mangel an Energie. Ein weiteres Risiko ist die Corona-Entwicklung insbesondere in China, die zu erneuten empfindlichen Störungen der globalen Lieferketten führen könnte.


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