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03.11.2022

Es wird ein guter Winter für den Schweizer Tourismus

Auf- und Nachholeffekte übersteuern starken Franken

Gemäss den Tourismusprognosen, welche BAK Economics im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erstellt, wird die Nachfrage nach Logiernächten in der Schweiz im Winter 2022/23 gegenüber um 1.9 Millionen Einheiten oder 13 Prozent zunehmen. Dies gilt trotz der aktuellen Herausforderungen wie der hohen Inflation oder dem starken Schweizer Franken.

Massgeblich für diese positive Entwicklung sind die Auf- und Nachholeffekte der internationalen Gäste und eine weiterhin hohe Inlandsnachfrage. Bis in den Sommer 2023 bremsen anhaltend negativ wirkende Effekte wie die restriktive Covid-Politik in China, das Wegbleiben der russischen Gäste sowie die angespannte konjunkturelle Lage die weitere Entwicklung, sodass das Vorkrisenniveau der Logiernächte erst im Winter 2023/24 wieder erreicht werden kann.

Rückkehr der ausländischen Gäste

Das seit dem letzten Winter sukzessive Wegfallen der globalen Reisebeschränkungen wirkte sich im Sommer 2022 mit einem Zuwachs von 3.6 Millionen Übernachtungen positiv auf den Schweizer Tourismus aus.

Im Unterschied zu 2021 konnten sowohl Gäste aus den Fernmärkten (+2.7 Millionen Übernachtungen) wie auch aus Europa (+1.9 Millionen) wieder vermehrt in der Schweiz begrüsst werden. In Europa dürften sich zudem die hohen Kosten und Unsicherheiten im internationalen Flugverkehr positiv auf die Nachfrage ausgewirkt haben. So überschritt die Anzahl Logiernächte im Juni und August 2022 aus Holland, Belgien, Frankreich und Deutschland sogar deutlich das Vorkrisenniveau.

Nach dem hervorragenden Sommer 2021 musste bei den Gästen aus der Schweiz zwar eine Reduktion von 1.1 Millionen Übernachtungen (minus 8%) hingenommen werden, dennoch resultierte im Sommer 2022 eine ausgezeichnete Inlandsnachfrage, die immer noch knapp ein Fünftel höher war als im 2019.

Herausforderndes makroökonomisches Umfeld

Im kommenden Winter 2022/23 werden verschiedene hemmende Faktoren die bis vor kurzem beobachtete positive Dynamik der touristischen Nachfrage abbremsen. Der durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energiepreisanstieg, die damit einhergehende Inflation und konjunkturelle Abkühlung belasten sowohl in der Schweiz als auch im Ausland die Konsumentenstimmung.

Des Weiteren führt der starke Franken dazu, dass die Schweiz insbesondere für Gäste aus der Eurozone und dem Vereinigten Königreich teurer wird. Im Umkehrschluss steigt bei Schweizer Gästen der Anreiz für Ferien im Ausland.

Zudem bestehen weiterhin längerfristige Einschränkungen, welche schon im Sommer ihre Gültigkeit hatten: Sowohl bei den chinesischen wie auch bei den russischen Gästen wird im Winter keine merkliche Erhöhung der Logiernächte erwartet. Zudem belasten hohen Flugpreise das Reisebudget für Gäste aus den Fernmärkten und dämpfen so die Nachfrage aus diesen Ländern. Auch beim Geschäftstourismus wird weiterhin von einer reduzierten Reisetätigkeit ausgegangen.

Begünstigende Faktoren überwiegen

Trotz dieses schwierigen konjunkturellen Umfelds gibt es bei der touristischen Nachfrage starke Auf- und Nachholeffekte. Zahlreiche Haushalte haben in den letzten Jahren ihre Ersparnisse erhöht und reagieren deshalb kurzfristig weniger sensibel auf Preiserhöhungen oder konjunkturelle Rückschläge als vor der Krise.

Ein weiterer positiver Faktor ist die er höhte Planungssicherheit: Die Reisenden können davon ausgehen, dass wie schon in den vergangenen Jahren auch im Falle einer abermaligen Infektionswelle in der Schweiz verhältnismässig milde Massnahmen umgesetzt würden. In den Fernmärkten wird daher mit einer Erhöhung der Nachfrage um rund 1 Million Logiernächte gegenüber dem Winter 2021/22 gerechnet.

Die Wirkung der Frankenaufwertung wird dadurch abgefedert, dass in vielen europäischen Ländern die Inflation deutlich höher ist als in der Schweiz. Touristische Dienstleistungen wie Hotelübernachtungen oder Skitickets verteuern sich dort tendenziell stärker als in der Schweiz. Dieser Effekt dürfte beinahe die negative Wirkung der Aufwertung des Schweizer Frankens aufheben. Mit einem Wachstum von 26 Prozent um 1.1 Million Übernachtungen wird die europäische Nachfrage im kommenden Winter nur noch knapp unterhalb des Vorkrisenniveaus liegen.

Der Sommer 2022 bestätigte, dass der während der Covid-Krise entstandene Trend hin zu Inlandsferien bei den Schweizern weiterhin besteht. BAK Economics geht davon aus, dass dieser Trend auch im Winter 2022/23 anhält, wenn auch etwas abgeschwächt: Im Vergleich zur starken Vorjahresperiode wird daher bei der Inlandsnachfrage nur eine Reduktion um 2 Prozent erwartet. Insgesamt wird daher im Winter 2022/23 die gute Dynamik vom Sommer zwar durch die schwierigen Umstände leicht abgebbremst, jedoch überwiegen die positiven Effekte klar. Mit total 16.5 Millionen Übernachtungen (+13% gegenüber Vorperiode) wird das Vorkrisenniveau (2019) nur knapp verpasst.

Erst 2023/24 wieder auf Vorkrisenniveau

Die genannten Belastungsfaktoren wirken sich bis in den Sommer 2023 negativ auf die touristische Nachfrage aus und verhindern eine zeitnahe Rückkehr zum alten Wachstumspfad. Das Vorkrisenniveau der Logiernächte kann deshalb erst im Winter 2023/24 erreicht werden. Die Impulse kommen dann hauptsächlich von der stetigen, allgemeinen Erholung der Nachfrage aus den Fernmärkten sowie der bereits ab Ende Sommer 2023 einsetzenden sukzessiven Rückkehr der chinesischen Gäste.

Parahotellerie gewinnt Marktanteile

Die Parahotellerie war durch das steigende Bedürfnis der Touristen nach Ruhe, Natur und Abgeschiedenheit klar weniger stark von der Krise betroffen als die Hotellerie. BAK Economics erwartet, dass ein Teil des Zuwachses zugunsten der Parahotellerie auch in den kommenden beiden Jahren bestehen bleibt.

Ob die Verschiebung der Nachfrage auch längerfristig Bestand haben wird, hängt jedoch auch von der zukünftigen Entwicklung der Angebotsqualität in der Parahotellerie ab. Für eine nachhaltig positive Entwicklung müssen die bestehenden Strukturen gezielt auf die laufend entwickelnden Bedürfnisse angepasst und die Qualität durch Investitionen erhöht werden.


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