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Wirteverband Basel-Stadt

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15.09.2004

Tourismus braucht mehrsprachige Websites

Internetnutzung nimmt stark zu

Der Online-Reisemarkt wächst enorm schnell. Weltweit erfolgen schon fast 10 Prozent aller Hotelreservierungen online! Dieser Anteil wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich verdoppeln. Hinzu kommt, dass sich viele Touristen auf dem Web informieren und anschliessend per E-Mail, Fax oder Telefon buchen. Während jedes zehnte Schweizer Hotel noch gar keine Website hat, stellt sich für die meisten Häuser bereits die Frage nach weiterem Ausbau. Zumindest eine englische Sprachversion sollte auf jeder Tourismus-Website vorhanden sein!

Das Portal myswitzerland.com existiert in über 20 Sprachen und sogar in 42 Versionen (es gibt beispielsweise eine spezielle französische Version für Gäste aus Quebec). Auch bei Basel Tourismus ist man von den Vorzügen mehrsprachiger Websites überzeugt. Gemäss Marketingleiter Raphael Wyniger hat sich die Investition in die sechs Fremdsprachenversionen gelohnt. Der Aufwand betrug nur etwa 6000 Franken pro Sprache. Am meisten kosteten die Übersetzungen - der grafische und technische Teil war nicht sehr aufwändig. Problematischer sind gemäss Wyniger die Folgekosten, weil viele Inhalte in regelmässigen Abständen aktualisiert werden müssen. Man hat deshalb gewisse besonders änderungsanfällige Bereiche nicht in alle Sprachen übersetzt.

Beim Online-Gastronomieführer basel-restaurants.ch will man sich vorläufig mit dem Englischen als Fremdsprache begnügen. Gemäss Maurus Ebneter wäre der redaktionelle Aufwand bei den vielen Mutationen zu hoch. Die Site verzeichnet täglich über 700 Besucher, davon benutzen rund 20% die englische Version. 50% der User stammen aus der Schweiz, 11% aus den USA und 4% aus Deutschland.

Bei baseltourismus.ch benutzen 26% der weit über 2000 täglichen Besucher die englischen Pages, 14% die französische Version, aber auch Italienisch (7%) und Spanisch (6%) sind beliebt. Chinesisch und Japanisch bringen es immerhin auf je 3%. Für nächstes Jahr ist eine russische Version geplant, um auch diesen Zukunftsmarkt besser abzudecken. Sabine Horvath vom Stadtmarketing würde sich neben Deutsch und Englisch auch eine französische Version von basel.ch wünschen, muss darauf aber aus Budgetgründen verzichten. Laut Forrester Research sprechen bereits heute über 50 Prozent der Internetanwender kein Englisch. Es handelt sich dabei um eine halbe Milliarde Menschen, die in ihrer eigenen Sprache suchen. Und wenn sie diese nicht finden? Dann verlassen sie die Website...

Die meisten Basler Hotels bieten ihre Internet-Präsenz auch in Englisch an. Einzelne Häuser (z.B. Au Violon, Rochat, Du Commerce) verfügen auch über eine französische Version. Eine kostengünstige Lösung hat der Stadthof gefunden - das Haus bietet auf französisch lediglich Basis-Infos an, nicht aber den kompletten Inhalt. So entfällt die laufende Bewirtschaftung. Eine etwas spezielle Lösung hat das Euler getroffen: Dort gibt es die Website nur gerade auf Englisch!

Kein Hotel in der Schweiz geht soweit wie das Savoy Baur en Ville in Zürich, welches seine Internet-Präsenz in sieben Sprachen betreibt, unter anderem auch in Spanisch, Russisch und Japanisch. Direktor Manfred Hörger ist absolut überzeugt, dass sich die Investitionen auszahlen. Das Haus verspüre eine deutliche Zunahme von Buchungen aus Südamerika, Russland und Japan. Der Gast erwarte keineswegs, dass der mündliche Kontakt in seiner Sprache erfolgt, meint Hörger: "Die Gespräche erfolgen meist auf Englisch."

Bei den Basler Restaurants sind einsprachige Websites die Regel, englische Versionen aber keine Seltenheit. Die Walliser Kanne, das Schützenhaus und das Spitzenlokal Stucki Bruderholz sind sogar dreisprachig auf dem Web. Noch weiter gehen die Restaurants Hong Kong (Italienisch) und Jasmine House (Chinesisch). Bei den Basler Museen gibt man sich vorwiegend zwei- bis dreisprachig. Das Puppenhausmuseum verfügt sogar über eine japanische und italienische Version. Leider gibt es auch immer noch einige grosse Tourismusunternehmen, die ihre Website nur auf Deutsch anbieten, z.B. der Zolli oder die Basler Personenschiffahrtsgesellschaft.



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