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Wirteverband Basel-Stadt

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11.02.2010

Teures Salz aus fernen Ländern

Werbung hält nicht, was sie verspricht

Aus Afrika, Asien, Kanada und anderen Ländern werden die unterschiedlichsten Salzsorten nach Deutschland importiert. Anders als das klassische Kochsalz, tragen sie exotisch klingende Namen wie "Hawaiian Black Salt", "Australien Murray River Salt" oder "Sel-Himalaya". Doch der grösste Unterschied zu herkömmlichem Salz scheint der Preis zu sein: 1000 Gramm kosten je nach Sorte bis zu 20 Euro. Deshalb stellt sich die Frage, ob sich die Anschaffung eines solchen "exotischen" Salzes auch lohnt.

Die Werbung preist die Naturbelassenheit und die Herstellungsverfahren der Salze an. Besonders aus medizinischer Sicht sollen die Salze nützlich sein. So wird behauptet, das Salz aus dem Himalaja sei die "Quelle ewiger Jugend". Und selbst Beschwerden wie Akne, Übergewicht, Kreislaufprobleme und Leberschäden könne dieses Salz heilen. Die Wirkungen sollen unter anderem auf dem hohen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen sowie einer besonderen Kristallstruktur beruhen.

Schon ein kleines Rechenbeispiel lässt erkennen, dass derartige Heilversprechen nicht stimmen können: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Salzaufnahme von fünf bis maximal sechs Gramm pro Tag. Es ist gesetzlich geregelt, dass Salz aus mindestens 97 Prozent purem Salz bestehen muss. Auf die restlichen wertgebenden Inhaltsstoffe, wie Mineralstoffe und Spurenelemente, entfallen folglich nur etwa 150 Milligramm pro Tag. Ob diese geringe Menge eine Genesung oder Verjüngung bewirken kann, ist aus wissenschaftlicher Sicht fraglich.

Auch die besondere Struktur der Salze ist nicht belegt, denn alle Salze sind sehr ähnlich aufgebaut. Sie bestehen chemisch gesehen zu mindestens 97 Prozent aus Natrium-Kationen und Chlorid-Anionen. Die restlichen drei Prozent können auch hier wenig zu einer veränderten Kristallstruktur beitragen.

Die in Europa hergestellten Speisesalze sind häufig mit Jod, Fluorid und Folsäure angereichert. Jod kann Schilddrüsenerkrankungen vorbeugen. Fluorid schützt Zähne und Zahnfleisch. Durch den Zusatz von Folsäure können Missbildungen bei Neugeborenen vermieden werden. Aus gesundheitlicher Sicht sind deshalb diese angereicherten Salze zu empfehlen.

Auch unter ökologischen Gesichtspunkten ist es nicht sinnvoll, ein Salz, das hier in guter Qualität verfügbar ist, über lange Strecken zu importieren. Mit Blick auf Ökologie, Gesundheit und Preisbewusstsein gewinnt das hiesige Speisesalz deshalb eindeutig den Vergleich mit den teuren Import-Salzen.

Autorin: Julia Güttes / aid


 

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