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19.03.2010

Erhält Konstanz ein Konzert- und Kongresshaus?

Bürgerentscheid über Grossprojekt direkt am Bodensee

Die deutsche Bodensee-Grenzstadt Konstanz entscheidet am 21. März 2010 mit einem Bürgerentscheid über das Grossprojekt eines Konzert- und Kongresshauses. Es soll 48 Millionen Euro – also 72 Millionen Franken – kosten und direkt am Seeufer und an der Schweizer Grenze stehen.

sda. Oberbürgermeister Horst Frank will das KKH mit Hotel und Parkhaus auf der letzten stadtnahen Freifläche direkt am Bodenseeufer bauen lassen, auf dem Areal "Klein Venedig". Es käme damit unmittelbar an die Schweizer Grenze zu stehen. Eine Parkhauszufahrt soll gar über Kreuzlingen erfolgen.

Das Zentrum soll im grössten Saal 1200 Menschen Platz bieten und für Veranstaltungen aller Art dienen. Die Gegner befürchten eine hohe Verkehrsbelastung und eine Fehlinvestition angesichts leerer Kassen.

25-Prozent-Hürde

Sie verballhornen die Abkürzung KKH denn auch zu "Konkurs- und Regresshaus". Rund 60'000 Stimmberechtigte sind am Sonntag aufgerufen, über das KKH und seinen umstrittenen Standort abzustimmen.

Dabei muss die Stimmenzahl der obsiegenden Seite mindestens 25 Prozent aller Stimmberechtigten – nicht nur der tatsächlich Stimmenden – ausmachen. Nur dann ist laut baden-württembergischem Recht der Abstimmungsentscheid bindend.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich die 82'000 Einwohner zählende Stadt solch ein Mammutprojekt überhaupt leisten kann. Und ob der Standort "Klein Venedig" für den Komplex mit Hotel und Parkhaus geeignet ist.

"Pralinenschachtel" auf Altlasten?

Vorgeschlagen ist ein Entwurf des österreichischen Architektenteams Dietrich Untertrifaller. Das Haus soll nach Passivhaus-Standard errichtet werden und in goldfarbenes Metallblech gekleidet werden. Das hat ihm bereits Übernamen wie "Schmuckschatulle" und "Pralinenschachtel" eingebracht.

Dass das KKH wirklich ein Schmuckstück für die Stadt wird, bezweifeln die Gegner. Sie befürchten einen Verkehrskollaps, weil die Zufahrt über den Bahnhofsplatz und weiter über die vielbefahrenen Bahngleise führen muss.

Zudem stellen sie die Frage nach dem Bauuntergrund. "Klein Venedig" diente bis vor fünfzig Jahren als Abfalldeponie. Konstanz füllte mit seinem Kehricht an dieser Stelle das Seeufer auf und legte darauf – wie auch das benachbarte Kreuzlingen – Grünanlagen an. Falls darauf gebaut wird, könnten Altlasten zum Vorschein kommen.

2003 schon einmal abgelehnt

Schon 2003 hatten die Bürger einmal das Wort. Sie lehnten den damaligen Entwurf mehrheitlich ab, erfüllten aber nicht das Quorum für Bürgerentscheide von 30 Prozent. Inzwischen ist dieses auf Grund einer Gesetzesänderung auf 25 Prozent gesunken.

Sollten die Bürger dieses Mal für das Grossprojekt stimmen, ist dessen Erfolg noch keineswegs garantiert. Andere Städte in der Region wie Friedrichshafen, Bregenz oder Singen haben längst Zentren für Grossveranstaltungen. Denen müsste Konstanz dann einen Teil der Besucher abspenstig machen.

Nachtrag vom 21. März 2010
In Konstanz wird es kein Konzert- und Kongresshaus geben. Das Projekt wurde mit einer Zweidrittel-Mehrheit deutlich abgelehnt.

Dossier: MICE
Permanenter Link: https://www.baizer.ch/aktuell?rID=2089


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