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15.02.2012

Berlins Tourismusstrategie geht auf

Bis 2020 die 30-Millionen-Marke im Visier

Mehr als 22 Millionen Übernachtungen und fast zehn Millionen Gäste – der Tourismus in Berlin hat 2011 neue Rekordzahlen erreicht. Damit behauptet sich Berlin erfolgreich im internationalen Städte- und Kongresstourismus und hat die Position als Top-3-Reiseziel in Europa – hinter London und Paris und vor Rom – weiter gefestigt. Neue Wirtschaftsimpulse wird der neue Flughafen bringen.

"Das Interesse am Reiseziel Berlin ist ungebrochen", sagt Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz im Rahmen einer Pressekonferenz. Der Tourismus sei einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für Berlin und gewinne weiter an Gewicht. Dieser Bereich verzeichnet einen Bruttoumsatz von rund neun Milliarden Euro und hat einen hohen Beschäftigungseffekt – 230'000 Personen leben in Berlin vom Tourismus.

Grosses Potenzial für die Stadt sieht von Obernitz in der neuen Infrastruktur für Berlin-Besuche: "Der Flughafen BER mit vielen neuen Flugverbindungen wird die Tourismuswirtschaft weiter stärken. 30 Millionen Übernachtungen im Jahr 2020 hält die Branche für realistisch."

Häufig kommt erst der Tourismus, dann die Investoren: "Der Tourismus transportiert das positive Image Berlins in die Welt und bereitet dadurch das Fundament für die weitere Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Der Senat wird den Tourismus deshalb in den kommenden Jahren intensiv unterstützen", ergänzt die Senatorin. Besonderes Augenmerk wird auf den Tagungs- und Kongressmarkt gelegt.

Burkhard Kieker, Geschäftsführer von "Visit Berlin", zum Wachstumskurs der deutschen Hauptstadt: "Mehr als 22 Millionen Übernachtungen zeigen, dass die Welt gern nach Berlin kommt. Trotz wirtschaftlicher Krisen in anderen europäischen Ländern reisten wieder mehr internationale Gäste nach Berlin. Die Stadt zeigt sich krisenresistent."

Vom Flughafen BER erhofft er sich einen Sprung für die Destination: "Der BER ist eine wichtige Etappe auf Berlins Weg zurück zur Weltstadt. Neue Langstrecken-Verbindungen werden dazu beitragen, eine noch erfolgreichere Tourismus-und Kongress-Metropole zu werden." Das Drehkreuz werde insbesondere die Chancen Berlins bei der Bewerbung für internationale Grossveranstaltungen verbessern.

Berlin spielt neben London und Paris souverän in der Liga der grossen drei europäischen Städtedestinationen. Mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von sieben Prozent blickt Berlin innerhalb der letzten fünf Jahre europaweit sogar auf das grösste Wachstum bei den Übernachtungen zurück. Das hat die Strategieberatung Roland Berger ermittelt. Hierzu wurden 24 Hauptstädte in Europa verglichen.

Berlin überzeugt mit einem Tourismuskonzept, das in den letzten Jahren konsequent verfolgt wurde, wie die aktuelle Studie "European Capital City Tourism" bestätigt. "Berlin zeigt eindeutig, dass es sich zu einem der wichtigsten Tourismus- und Kongresszentren Europas entwickelt hat. Das verdankt die deutsche Hauptstadt einer durchdachten Tourismusstrategie", so Dr. Vladimir Preveden, Partner von Roland Berger. Bezüglich des Anteils internationaler Gäste habe Berlin allerdings noch Nachholbedarf.

"Seit Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in Berlin gestiegen: 2011 waren es über 1.5 Millionen mehr Übernachtungen als 2010", sagt Prof. Dr. Ulrike Rockmann, Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. "Neben den Besuchern aus Deutschland wird Berlin bei internationalen Gästen immer beliebter. 41 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland. Die höchsten Zuwachsraten weisen Besuchergruppen aus Island, Indien, Russland und Brasilien auf." Rockmann ergänzt, dass Gäste aus Grossbritannien Berlin am zahlreichsten besuchten, gefolgt von Niederländern, US-Amerikanern und Italienern.

Wachstumspotenzial für die Stadt steckt vor allem in den sogenannten BRIC-Märkten (Brasilien, Russland, Indien, China), die von "Visit Berlin" intensiv bearbeitet werden. In diesen Ländern ist eine neue reisefreudige Mittelschicht entstanden, die künftig noch stärker für Berlin begeistert werden soll.

Den Besuchern stehen inzwischen 120'800 Betten zur Verfügung, 7.5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die durchschnittliche Hotelbetten-Auslastung lag mit 51.2 Prozent leicht über dem Vorjahresstand von 51 Prozent. Jeder Übernachtungsgast gibt während seines Berlin-Besuches pro Tag durchschnittlich 197 Euro aus – für das Hotelzimmer, beim Abendessen, im Museum oder beim Shopping.

Dossiers: MICE | Tourismus
Permanenter Link: https://www.baizer.ch/aktuell?rID=3287


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