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Wirteverband Basel-Stadt

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18.03.2013

Grenzwerte für Antibiotika deutlich überschritten

Belastetes Truthahnfleisch aus Rumänien

Mitte 2012 wurden fast zwanzig Tonnen tiefgefrorenes Putenfleisch aus Rumänien nach Nordrhein-Westfalen verbracht und weiterverarbeitet, das den zulässigen Grenzwert für Antibiotika deutlich überschreitet. Dies bestätigte das NRW-Verbraucherschutzministerium.

In zwei Eigenkontrollproben wurde ein Gehalt von 1832 Mikrogramm je Kilogramm Fleisch (µg/kg) und 2771 µg/kg des Reserve-Antibiotikums Enrofloxacin festgestellt, obwohl eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des rumänischen Exporteurs vorlag. Gemäss EU-Verordnung ist die Rückstandshöchstmenge für den pharmakologisch wirksamen Stoff Enrofloxacin von 100 μg/kg in den vorliegenden Proben mehrfach überschritten worden.

Eine akute Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr des belasteten Fleisches besteht nach derzeitigem Wissensstand nicht. Allerdings besteht der Verdacht, dass durch den massiven Einsatz von Antibiotika in der Tiermast das Entstehen und das Wachstum von multiresistenten Keimen begünstigt werden.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen hat im Juni 2012 eine Handelsfirma aus Münster bei einem rumänischen Lieferanten etwa 19.5 Tonnen Putenbrust roh/tiefgefroren erworben. Diese Ware wurde direkt an einen Weiterverarbeiter im Kreis Warendorf geliefert. Dort wurde die Ware unter anderem zu Grosspackungen von 2.5 kg "Putenbrust, gebraten, Tandoori, mariniert, in Streifen" weiterverarbeitet und an Caterer und Zwischenhändler in mehrere Bundesländer sowie nach Österreich und Grossbritannien ausgeliefert.

Durch zwei Eigenproben eines Kunden und des Verarbeitungsunternehmens selbst Ende Februar und Anfang März wurden die Belastungen festgestellt und den zuständigen Behörden gemeldet. Eine Sperrung der noch vorhandenen Ware beim Unternehmen in Münster erfolgte am 7. März 2013. Beim Weiterverarbeiter im Kreis Warendorf war keine Ausgangsware mehr vorhanden.

Ob der rumänische Lieferant noch andere Fleischverarbeiter mit ebenfalls möglicherweise belastetem Fleisch beliefert hat, ist derzeit nicht bekannt. Derzeit werden Lieferlisten ausgewertet. Es ist davon auszugehen, dass ein Grossteil der Ware bereits verzehrt wurde.


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