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Wirteverband Basel-Stadt

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01.06.2013

Bewegt sich der Markt – oder werden Importe abgewürgt?

Coca-Cola 50cl PET aus Schweizer Produktion für 78 Rappen

CCA Angehrn sorgt mit günstigem Coca-Cola aus Spanien für Aufsehen. Prodega kontert mit einer Aktion von Coca-Cola aus Schweizer Produktion, wie man sie noch nie gesehen hat. Was steckt dahinter?

Markenprodukte kosten in der Schweiz meist sehr viel mehr als in anderen Ländern. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des Mehrpreises kann oft nicht durch die höheren Kosten hierzulande erklärt werden. Die ungerechtfertigten "Schweiz-Zuschläge" verschwinden nur dort, wo es einen intensiven Wettbewerb gibt, z.B. bei der Unterhaltungselektronik, die bei uns nicht selten billiger angeboten wird als im Ausland.

Der Normalfall sieht anders aus: Weil viele Konzerne ihre nationalen Vertriebssysteme vor Wettbewerb schützen, gelingt es ihnen, in der Schweiz höhere Preise durchzusetzen und Kaufkraft abzuschöpfen. Während die Konsumenten zunehmend mit den Füssen abstimmen und im benachbarten Ausland einkaufen, ist das für Unternehmen kaum möglich.

Wenigstens scheint es, als ob der Getränkebereich langsam in Bewegung kommt. So gelangt beispielsweise sehr viel importiertes Red Bull auf den Schweizer Markt, was dazu führt, dass es fast dauernd Aktionen gibt – nicht nur mit Importware, sondern auch mit Red Bull aus dem offiziellen Schweizer Kanal.

Noch vor kurzem lagen die Aktions-Abholpreise einer Dose Red Bull bei über CHF 1.40. In letzter Zeit gibt es fast laufend Sonderangebote für weniger als CHF 1.30. Vermehrter Wettbewerb bringt die Preise also unter Druck.

Auch Einweg-Bierflaschen und Dosenbiere werden vermehrt zu attraktiven Aktionspreisen angeboten. Das gilt leider nicht für Fassbier und Mehrweg-Flaschen für die Gastronomie, doch immerhin ist im Moment kaum mit Preiserhöhungen zu rechnen.

Sehr erfolgreich wehrt sich bisher Coca-Cola gegen die Konkurrenz durch Importe. Zwar gibt es einzelne Import-Aktionen (z.B. durch Feldschlösschen und Pistor), doch mit einer Ausnahme – 200 Basler Wirte beziehen Coca-Cola aus Deutschland – keine regelmässigen Angebote.

Vermutlich werden erst die Regelmässigkeit, die Häufigkeit und die überregionale Verfügbarkeit von Importangeboten wirklich Druck auf die überhöhten Preise von Coca-Cola in der Schweiz erzeugen. Ein Meilenstein auf diesem Weg ist die Aktion von CCA Angehrn. Erstmals führt ein bekannter Abholgrosshändler ein Sonderangebot mit importiertem Coca-Cola 50cl PET durch. Es handelt sich um spanische Ware mit Zusatzetiketten für die korrekte Kennzeichnung in der Schweiz.

Der Preis von 79 Rappen liegt deutlich unter dem in der Schweiz üblichen Preis von CHF 1.04. Was ist nun passiert? Der Konkurrent Prodega unterbietet CCA mit Coca-Cola aus Schweizer Produktion zu einem Preis von 78 Rappen. Das sind 15 Rappen weniger als der bisher tiefste Aktionspreis!

Man reibt sich die Augen: Wie ist es plötzlich möglich, "Schweizer" Coca-Cola so billig zu verkaufen? Bietet Prodega seinen Kunden einfach ein "verrücktes Geschenk" an, wie uns ein ranghoher Firmenvertreter schrieb? Oder steckt gar Schweizer Abfüller von Coca-Cola hinter dieser Aktion?

Wir wissen es nicht. Offenbar gibt es Kreise, die den Abverkauf von günstiger Importware möglichst stören wollen. Den Unruhestiftern soll es verleiden, Coca-Cola zu importieren. Herrscht dann wieder Ruhe, können die hohen Schweizer Preise weiterhin am Markt durchgesetzt werden. Schliesslich waren die 78 Rappen nur eine einmalige Aktion – ein "verrücktes Geschenk".

Maurus Ebneter


 

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