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Wirteverband Basel-Stadt

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25.01.2017

Mehrwertsteuerbereinigt 45 Prozent teurer

SKS vergleicht Kleiderpreise in der Schweiz und Deutschland

Eine aktuelle Preiserhebung der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) zeigt: Identische Kleider von Esprit, H&M, Mango, Vero Moda und Zara kosten in der Schweiz im Schnitt über 31% mehr als in Deutschland, mehrwertsteuerbereinigt sind es sogar rund 45%. Kunden aus der Schweiz können jedoch nicht bei den günstigeren deutschen Online-Shops bestellen. Eine Volksinitiative soll für mehr Einkaufsfreiheit sorgen.

Kleider sind in der Schweiz trotz deutlich tieferer Mehrwertsteuer durchschnittlich 31.4% teurer als in Deutschland, wie ein aktueller Preisvergleich der Stiftung für Konsumentenschutz zeigt. Der «Schweiz-Zuschlag» variiert je nach Anbieter stark: Die grössten Preisunterschiede finden sich bei H&M (44.5%), gefolgt von Esprit (38.8%), Mango (28.8%), Zara (25.8%) und Vero Moda (19.4%).

Für den Vergleich wurden die Online-Preise, inklusive Mehrwertsteuer, von 150 Bekleidungsstücken berücksichtigt. Mehrwertsteuerbereinigt beträgt der durchschnittliche Aufschlag in der Schweiz gegenüber Deutschland sogar 44.8%.

Bei allen fünf untersuchten Anbietern können Kunden aus der Schweiz zwar die deutschen Websites von Esprit, H&M, Mango, Vero Moda und Zara aufrufen, doch bestellen können sie nur über die Schweizer Website zu deutlich höheren Preisen.

Dieser Umstand ist SKSG-Geschäftsleiterin Sara Stalder ein Dorn im Auge: «Wenn die Schweiz Anbietern aus dem Ausland erlaubt, in der Schweiz Online-Geschäfte zu machen, so muss von diesen Anbietern verlangt werden, dass sie die Konsumentinnen und Konsumenten aus der Schweiz nicht diskriminieren.»

Aus diesem Grund sammelt die SKS – zusammen mit diversen Arbeitgeberverbänden und weiteren Partnern – Unterschriften für die eidgenössische Volksinitiative «Stop der Hochpreisinsel – für faire Preise». Die Fair-Preis-Initiative sieht unter anderem vor, dass Nachfrager aus der Schweiz beim Einkauf im Online-Handel nicht mehr diskriminiert werden.

«Das Beispiel Kleiderpreise zeigt, dass es eine solche Regelung dringend braucht. Am Schweiz-Zuschlag hat sich in den letzten fünf Jahren leider nichts geändert – für identische Kleider bezahlen Schweizer Kundinnen und Kunden je nach Stichtag immer zwischen 25 und 31% mehr als in Deutschland», so Sara Stalder.

Die Preiserhebung wurde im Zeitraum vom 12. bis 19. Dezember 2016 in den Schweizer und deutschen Internetportalen von Esprit, H&M, Mango, Vero Moda und Zara durchgeführt. Analysiert wurden insgesamt 150 Bekleidungsstücke aus den Kategorien Herren, Damen und Kinder/Baby. Die Sortimentsauswahl (z.B. Jacken, Hosen, Pullover, Hemden) wurde angemessen berücksichtigt. Es wurde der Umrechnungskurs vom 19. Dezember 2016 angewendet (CHF 1.0704 für 1 Euro).

Schweizer Detailhändler im Wettbewerb behindert

Erst kürzlich zeigte der jährliche Warenkorb-Vergleich der Konsumentensendung Kassensturz, dass die Schweizer Detailhändler die Währungsvorteile, die der Eurosturz von 2015 gebracht hat, zwar nicht vollständig, aber relativ gut an die Konsumenten weitergegeben haben. Das Preisgefälle zwischen Deutschland und der Schweiz hat sich dennoch noch einmal verschärft. Die Unterschiede sind zum Teil massiv: So ist beispielsweise ein Multipack Tempo Taschentücher in der Schweiz 133% teurer.

Die Schweizer Detailhändler klagen darüber, dass sie viele Produkte zu überhöhten Einstandspreisen erhalten. Noch bevor überhaupt (lohnintensive) Kosten in der Schweiz anfallen, sind die Preise für Migros, Coop oder Denner völlig überrissen – zum Teil sind ihre Einstandspreise sogar höher als die Verkaufspreise in den deutschen Läden.

So geht es nicht nur den Händlern, sondern auch zahlreichen KMU-Betrieben, die auf Lieferungen von Halbfabrikaten oder Rohstoffen angewiesen sind. Marktmächtige Lieferanten erschweren aktiv den Preiswettbewerb und betreiben Kaufkraftabschöpfung. Das wird von der Fair-Preis-Initiative bekämpft.


 

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