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Wirteverband Basel-Stadt

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31.05.2018

Mitmachen und mitverdienen

Chancen und Herausforderungen der Essenslieferung

Mehr Umsatz, neue Zielgruppen, zusätzliches Marketing: Die Vorteile von Food Delivery scheinen endlos. Profitieren tut aber nur, wer mit der richtigen Marge rechnet.

Vor rund zwei Jahren gab es einen regelrechten Boom: Food Delivery war plötzlich in aller Munde. Während sich langjährige Lieferdienste zu diesem Zeitpunkt endlich etabliert hatten, wagten neue Firmen den Markteintritt, um sich ein Stück des wachsenden Kuchens zu sichern.

Die steigende Nachfrage hat auch mit der demografischen Entwicklung zu tun: In der heutigen Leistungsgesellschaft bleibt den Menschen weniger Zeit zum Einkaufen und Kochen. Viele setzen deswegen auf Komfort und bestellen sich das Essen nachhause. Unterstützt wird das durch ihre digitale Affinität: Da die Menschen häufig online sind, steigt ihre Bereitschaft, über das Internet etwas zu bestellen.

Für Restaurants kann dies durchaus eine Chance sein: Lieferdienste bieten ihnen neue Zielgruppen und Erlöspotenziale. Ausserdem wächst der Markt für das Liefergeschäft kontinuierlich und beträgt derzeit rund 1 Milliarde Franken. Viele Betriebe haben sich daher dazu entschieden, ihr Essen auszuliefern, weil sie dieses Zusatzgeschäft sonst der Konkurrenz überlassen würden.

Das bringt die Lieferdienste in eine mächtige Position, was auch in der Schweiz zu beobachten ist: Hier wird der Markt derzeit von wenigen grossen Anbietern dominiert. Umso wichtiger ist es als Gastronomiebetrieb, die Bedingungen einer Partnerschaft unter die Lupe zu nehmen.

Generell gibt es zwei Arten von Services: einerseits die reinen Bestellplattformen (zum Beispiel takeaway.com oder foodarena.ch), welche die Gerichte nur an die Kunden vermitteln – die Lieferung wird in diesem Fall vom entsprechenden Restaurant übernommen. Oder aber die Komplettlösungen, die eine Bestellplattform und einen Kurierdienst vereinen (zum Beispiel Mosi’s oder eat.ch).

Für Restaurants ist letzteres eine interessante Option, da sie auf eine bestehende Infrastruktur setzen und sich weiterhin um ihr Kerngeschäft kümmern können. Das Outsourcen der Lieferung ist aber entsprechend mit Kosten verbunden: Je nach Anbieter und Dienstleistung ist mit Provisionen zwischen 10 und 40 Prozent zu rechnen.

Einige Betriebe haben sich deswegen entschieden, ihren eigenen Lieferdienst zu lancieren: So hat die Restaurant-Kette Lily’s eigens Fahrradkuriere engagiert, die ihre Gerichte in der Stadt Zürich ausliefern. Für diesen Zweck wurde auch eine eigene Software erstellt sowie eine wiederverwendbare Lunchbox, in der alle Gerichte transportiert werden.

Auch die auf italienische Küche spezialisierten Marken «Dieci» und «Vapiano» setzen auf einen eigenen Kurierdienst, der für sie zudem ein wichtiges Marketingtool ist: Denn die Fahrer mit dem Restaurant-Logo fallen unterwegs auf.

Diese Option dürfte sich aber vor allem für Gastronomiegruppen lohnen, die Synergien nutzen können. Denn der Aufwand eines eigenen Kurierdienstes ist nicht zu unterschätzen, insbesondere weil das Geschäftsmodell ein ganz anderes als das der klassischen Gastronomie ist.

Unter anderem stellt sich die Frage, wie die Abholung der Gerichte in den Restaurantbetrieb integriert werden kann und ob genügend Kapazitäten für den zusätzlichen Vertriebskanal vorhanden sind. Auch das Liefergebiet muss eingegrenzt und die Qualität der Speisen während dem ganzen Transport sichergestellt werden.

Fakt ist, dass Food Delivery für Restaurants ein interessanter Zusatzverdienst sein kann. Der umsatzstärkste Tag ist dabei ganz klar der Sonntag, wenn die Geschäfte geschlossen und der Kühlschrank zuhause leer ist. Aber auch werktags kann mit grossen Aufträgen gerechnet werden, vor allem mittags von Büros.

Die Sorge, dass Food Delivery dem klassischen Gewerbe schaden könnte, ist unbegründet: Denn die Gäste besuchen ein Restaurant aus anderen Gründen, zum Beispiel um etwas zu feiern oder für das Erlebnis, bewirtet zu werden.

Cristina Bürgi / GastroJournal


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