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23.11.2021

Die Lage verdüstert sich

Umsatzrückgänge, Stornierungen, Unsicherheit

Nach einem passablen Sommer sind wir verhalten zuversichtlich in den Herbst gestartet. Nun holt uns die Realität ein: Die kommenden Monate werden zur Bewährungsprobe für das Schweizer Gastgewerbe. Ohne weitere staatliche Hilfen werden es die meisten Betriebe kaum schaffen.

Trotz Zertifikatspflicht lief es zumindest in den Städten recht gut, bei einigen Betrieben sogar sehr gut. Weil die Abstände nicht mehr eingehalten werden mussten, konnten wir die Lokale endlich wieder richtig füllen. Wer zusätzlich noch über attraktive Aussenplätze verfügte, verzeichnete einen starken September.

Selbst im Oktober war die Stimmung vielerorts noch intakt, obwohl die Aussenplätze als Ausweichmöglichkeit für Gäste ohne Zertifikat wetterbedingt wegfielen und die Tests kostenpflichtig wurden. Erfreulicherweise füllten sich die Reservationsbücher: ein ausgezeichnetes Vorweihnachtsgeschäft lag für viele Betriebe in Griffweite.

Die Verzweiflung kehrt zurück

Nun führen die Entwicklungen im Ausland und die Ankündigung von Verschärfungen in der Schweiz zu erheblicher Unsicherheit. Sehr viele Anlässe, vor allem auch die grösseren, werden wieder storniert. Grosse Unternehmen weisen ihre Mitarbeitenden an, Restaurants zu meiden. Der Dezember – für die meisten Stadtbetriebe der wichtigste Monat – droht ins Wasser zu fallen. Und in vielen Landbetrieben ist die Situation schon länger katastrophal.

Immer mehr Mitglieder melden sich mit Hilferufen bei uns. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll. Ihre Liquidität und die Zuversicht schwinden rasant. Sie fürchten sich vor weiteren Corona-Massnahmen und dem damit verbundenen Publikumsrückgang.

Wir sind sehr dankbar, dass die meisten gastgewerblichen Betriebe mit staatlichem Geld gerettet wurden. Ein Kahlschlag wurde durch den Bund, die Kantone und die Sozialversicherungen verhindert; die Leidenschaft der Betreiber allein hätte nicht ausgereicht. Doch jetzt riskieren viele Unternehmen doch noch unterzugehen!

Der Werkzeugkasten steht bereit

Möglicherweise hielt sich der Bundesrat wegen der Abstimmung über das Covid-Referendum zurück. Es würde jedoch überraschen, wenn zusätzliche Corona-Massnahmen nicht demnächst auch die Gastronomie treffen würden.

Mit Blick auf das Ausland ist mit allem zu rechnen. Der Werkzeugkasten reicht von «2G» (nur noch Getestete oder Genesene) über «3G plus» (Testpflicht für alle) bis hin zu Sperrstunden, Sitzpflicht, Personenbeschränkungen, Clubschliessungen und Wellenbrecher-Lockdowns.

An der Wirksamkeit von 2G scheiden sich die Geister. Etwas seltsam wäre es schon, wenn ausgerechnet die «sichersten», also die getesteten Gäste, draussen bleiben müssten. In der Schweiz fehlt dafür auch die gesetzliche Grundlage. Am ehesten scheint es sinnvoll und tragbar, vermehrt wieder auf Abstands- und Hygieneregeln zu achten. Mit einer Maskenpflicht für alle, die nicht gerade am Tisch sitzen, könnten wohl viele Betriebe leben.

Rasche Entschädigungen

Der politische Wille für weitere Entschädigungszahlungen an das Gastgewerbe ist eher klein. Das würde sich am ehesten bei einem Lockdown ändern. Um eine schnelle und gezielte Hilfe zu ermöglichen, verfügt der Bundesrat noch über rund 700 Millionen Franken (von der ursprünglichen «Bundesratsreserve» in der Höhe von 1 Milliarde). Für alles andere braucht es das Parlament.

Die Situation treibt nicht nur den Betreibern und Gästen Sorgenfalten ins Gesicht, sondern sehr stark auch den Mitarbeitenden. Viele betrachten das Gastgewerbe nicht mehr sicheres Arbeitsumfeld. Zwar ist die Kurzarbeit noch bis Ende Februar 2022 möglich, und sie wird wohl bei Bedarf auch verlängert, doch es ist sehr mühsam, dauerhaft unter solchen Umständen zu arbeiten.

Rasche Abhilfe würde eine Umkehr beim Infektionsgeschehen und den Hospitalisierungen bringen. Die Entkoppelung von Fallzahlen und Spitaleinweisungen zeigt, dass die Impfungen und die zunehmende natürliche Immunisierung das Risiko schwerer Verläufe verringern. Solange diese Wirkung anhält, ist kaum mit einer unkontrollierbaren Überlastung des Gesundheitswesens zu rechnen.

Nur auf die Impfungen als Lösung zu setzen, wäre leichtfertig. Bessere Behandlungsmethoden und der Ausbau der Spitalkapazitäten (resp. das Hochfahren auf frühere Kapazitäten) müssen ebenso Bestandteil einer wirksamen Corona-Strategie sein wie achtsames Verhalten der Menschen. Der Staat ist aufgefordert, bei allen Massnahmen zunächst auch milde Varianten zu prüfen.

Maurus Ebneter
Präsident Wirteverband Basel-Stadt


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