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Wirteverband Basel-Stadt

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15.04.2009

Regionale Produkte unökologisch?

Vorteile jenseits der Klimabilanz beachten

Wer sich als Verbraucher besonders umweltbewusst verhalten will, achtet bislang beim Einkauf darauf, möglichst nach Produkten aus der Region zu greifen. Diese haben nämlich keine langen Transportwege hinter sich und demzufolge wird weniger Energie zu deren Herstellung verbraucht. Schlagzeilen haben allerdings kürzlich die Ergebnisse einer Studie gemacht, wonach spätestens ab Mai viele weit gereiste Äpfel in der Klimabilanz besser abschneiden sollen als lokale Sorten.

Die Forscher begründeten dies mit der Tatsache, dass Äpfel, die den ganzen Winter über in Kühlhäusern gelagert würden, mehr Energie verbrauchen können als der Transport per Schiff. Doch bei dieser Bewertung ist Vorsicht geboten. Ganz anders sehe die Bilanz aus, wenn der Transport nicht per Schiff, sondern per Flugzeug erfolge – was meist der Fall ist bei besonders schnell verderblicher Ware wie beispielsweise Mango oder auch Fisch.

Sicher erfordern auch die hiesigen Produktionsmethoden einen oftmals nicht geringen Aufwand an Energie. Dennoch besteht kein Anlass, von regionalen Produkte abzuraten. Denn wenn regionale Produkte erst einmal weniger nachgefragt werden, erlahmt auch deren Anbau. Dies kann zur Folge haben, dass die Vielfalt der Kultursorten hierzulande weiter schrumpft, weil es sich für die regionalen Landwirte nicht mehr lohnt, Äpfel in Konkurrenz zum Angebot aus Übersee anzubauen.

Besonders unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung der Artenvielfalt ist es wünschenswert, wenn mehr, statt weniger regionale Produkte nachgefragt würden. Beispielsweise alte Obstsorten, die auf Streuobstwiesen wachsen. Das kann einen erheblichen Beitrag dazu leisten, einmalige artenreiche Kulturlandschaften zu fördern.

Ein weiterer Aspekt ist der hohe Wasserverbrauch. Durch riesige Gewächshausanlagen in Südamerika, Asien oder Afrika ist die Wasserbilanz für die umliegenden Kleinbauern häufig so negativ, dass diese um ihre Existenz kämpfen müssen. Ein dritter Aspekt jenseits der Klimabilanz sind die Arbeitsbedingungen, die häufig in den Grossplantagen nicht annähernd den hiesigen Standards entsprechen: Geringe Löhne, wenig Freizeit und teilweise hohe Belastungen durch den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln.

All das sollte bei der Kaufentscheidung mit berücksichtigt werden, wenn man beim Einkauf zwischen regionalen Produkten und Waren aus Übersee entscheiden kann.


 

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